{"id":32349,"date":"2015-01-07T10:23:39","date_gmt":"2015-01-07T10:23:39","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=32349"},"modified":"2015-01-07T10:23:39","modified_gmt":"2015-01-07T10:23:39","slug":"merkel-trifft-cameron-enttauschung-mit-ansage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=32349","title":{"rendered":"Merkel trifft Cameron: Entt\u00e4uschung mit Ansage"},"content":{"rendered":"<p>Wenn der britische Premierminister an diesem Mittwoch die deutsche Kanzlerin empf\u00e4ngt, wird er abermals versuchen, die gemeinsamen Interessen in der Europa-Politik auszuloten. Cameron braucht Merkel, aber auf sie z\u00e4hlen kann er nicht.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im Vergleich zum vorigen Besuch der Kanzlerin h\u00e4lt sich die Spannung in Grenzen. Fast wirkt es, als h\u00e4tten die Briten gelernt, dass von Angela Merkel weder gro\u00dfe Worte noch greifbare Ank\u00fcndigungen zu haben sind. Aus ihrer Grundsatzrede, die sie erst im Februar vor beiden H\u00e4usern im Westminster Palace hielt, ist vor allem ein Satz in Erinnerung geblieben: dass sie die Erwartungen, die an sie gerichtet seien, leider entt\u00e4uschen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Eine g\u00e4nzlich belanglose Visite steht dem Premierminister allerdings auch nicht ins Haus, wenn Merkel an diesem Mittwoch in London eintrifft. Neben einem Besuch der Deutschland-Ausstellung im British Museum und Gespr\u00e4chen \u00fcber die Ziele der deutschen G-7-Pr\u00e4sidentschaft &#8211; offizieller Anlass der eint\u00e4gigen Reise &#8211; wird David Cameron abermals versuchen, die gemeinsamen Interessen in der Europa-Politik auszuloten. Br\u00fcssel bleibt sein Schicksalsthema. Es entscheidet \u00fcber seine Zukunft in der konservativen Partei, wom\u00f6glich \u00fcber den Machterhalt, wenn im Mai ein neues Unterhaus gew\u00e4hlt wird. Mit kaum einem Ziel hat er sich so stark identifiziert wie mit der Reform der EU &#8211; und die ist nur mit deutscher Unterst\u00fctzung m\u00f6glich.<\/p>\n<h2>Berlin zeigt Cameron Grenzen auf<\/h2>\n<p>ie Grenzen wurden Cameron im vergangenen Jahr auf teils bittere Weise aufgezeigt. Obwohl er der Kanzlerin im Fr\u00fchjahr den \u201erotesten aller roten Teppiche\u201c ausgerollt hatte, inklusive eines Termins bei der Queen, sah er sich mit leeren H\u00e4nden zur\u00fcckgelassen. Im Sommer versuchte er vergeblich, zu verhindern, dass Jean-Claude Juncker Kommissionspr\u00e4sident wird. Im Herbst lie\u00df ihn Berlin dann wissen, dass er mit seiner Forderung nach Obergrenzen f\u00fcr EU-Migranten allein bleiben werde. Daraufhin lenkte er ein und schlug Ma\u00dfnahmen vor, die das Freiz\u00fcgigkeitsprinzip nicht mehr direkt attackieren. Cameron will die Einwanderer nun durch eine Verringerung staatlicher Sozialleistungen abschrecken, aber auch daf\u00fcr braucht er Hilfe aus Berlin.<\/p>\n<p>Auf deutscher, wohl auch auf europ\u00e4ischer Seite ringen zwei Schulen miteinander. Die idealistische Schule m\u00f6chte Cameron f\u00fcr seine Unbotm\u00e4\u00dfigkeiten gegen\u00fcber Br\u00fcssel am liebsten bestrafen, h\u00e4lt nichts von Kompromissen und w\u00fcrde notfalls auch den \u201eBrexit\u201c, Gro\u00dfbritanniens Ausstieg aus der EU, in Kauf nehmen. Die pragmatische Schule, die von Merkel angef\u00fchrt wird, erkennt auch die konstruktive Seite der britischen EU-Angriffe &#8211; etwa wenn es um Sparsamkeit und Entb\u00fcrokratisierung geht &#8211; und versucht, Cameron an den Club zu binden, ohne dessen Regeln zu verraten. Dieses Lager signalisiert gerade Entgegenkommen. Auch in Berlin, so wird er am Mittwoch h\u00f6ren, beraten Staatssekret\u00e4re \u00fcber Ideen zur Eind\u00e4mmung des EU-Sozialtourismus.<\/p>\n<p class=\"WeitereBeitraege\"><span class=\"WBHead\">Mehr zum Thema<\/span><\/p>\n<ul class=\"WBListe\">\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/politik\/europaeische-union\/umfrage-briten-fuer-austritt-aus-europaeischer-union-13332959.html\" title=\"Umfrage : Briten f\u00fcr Austritt aus Europ\u00e4ischer Union\">Umfrage : Briten f\u00fcr Austritt aus Europ\u00e4ischer Union<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/politik\/ausland\/europa\/europa-britischer-premier-david-cameron-stempelt-eu-ab-13298974.html\" title=\"Kommentar: Britannien zuh\u00f6ren\">Kommentar: Britannien zuh\u00f6ren<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/politik\/ausland\/europa\/grossbritannien-und-die-eu-warum-droht-cameron-13292975.html\" title=\"Drohung aus Verzweiflung?\">Drohung aus Verzweiflung?<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/politik\/die-briten-und-putin-schneidige-worte-aber-nichts-dahinter-13346873.html\" title=\"Die Briten und Putin: Schneidige Worte \">Die Briten und Putin: Schneidige Worte <span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Es ist kein Zufall, dass das British Museum gerade \u201eGermany: Memories of a Nation\u201c zeigt. Selten war das Interesse an Deutschland gr\u00f6\u00dfer. Berlin wird nicht nur als unbestrittener Anf\u00fchrer der EU gesehen, auch in der Au\u00dfenpolitik f\u00fchlt sich das K\u00f6nigreich in die zweite Reihe gedr\u00e4ngt. Wenn der \u201eNormandie-Gipfel\u201c Mitte Januar zur L\u00f6sung der Ukraine-Krise in Astana zusammenkommt, wird Cameron nicht dabei sein.<\/p>\n<p>Das f\u00e4rbt auch auf das Verh\u00e4ltnis zwischen beiden ab. \u201eCameron wird \u00fcberwiegend zuh\u00f6ren, w\u00e4hrend Merkel redet\u201c, vermutet der \u201eGuardian\u201c. Kommentatoren kontrastieren die Kanzlerin, die zur Mitte ihrer dritten Amtszeit im Zenit der Macht steht, mit dem zw\u00f6lf Jahre j\u00fcngeren Gastgeber, der im Falle einer Wahlniederlage zu einer Fu\u00dfnote der britischen Politik w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Dazu passt der Blick aus dem Kanzleramt, wo Cameron als innenpolitisch getriebener, oft ungeschickt handelnder Politiker gilt, der \u00fcber den schnellen Kommunikationserfolg die langen Linien aus dem Blick zu verlieren droht. Merkel wirkt fast m\u00fctterlich, wenn ihr Verh\u00e4ltnis zum britischen Regierungschef als \u201ewohlwollend freundschaftlich\u201c beschrieben wird, das mit \u201egelegentlichem Kopfsch\u00fctteln\u201c einhergehe.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/europaeische-union\/merkel-trifft-cameron-enttaeuschung-mit-ansage-13356434.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/europaeische-union\/merkel-trifft-cameron-enttaeuschung-mit-ansage-13356434.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn der britische Premierminister an diesem Mittwoch die deutsche Kanzlerin empf\u00e4ngt, wird er abermals versuchen, die gemeinsamen Interessen in der Europa-Politik auszuloten. 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