{"id":31029,"date":"2014-11-22T09:00:00","date_gmt":"2014-11-22T09:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=31029"},"modified":"2014-11-22T09:00:00","modified_gmt":"2014-11-22T09:00:00","slug":"diovision-so-werden-aus-flachen-bildern-plastische","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=31029","title":{"rendered":"Diovision: So werden aus flachen Bildern plastische"},"content":{"rendered":"<p>Aus gutem Grund wird hier nicht von 3D oder gar 3D-Effekt die Rede sein. Oliver Heine trickst uns mit seiner Erfindung Diovision im Kopf aus.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Es gibt Dinge, die muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben. Die kann man zwar mit Worten beschreiben, aber tausend Worte geben nicht den Eindruck wieder, den es macht, wenn man sie sieht. Diovision &#8211; entdeckt auf der Photokina in K\u00f6ln &#8211; ist so etwas. Da geht es buchst\u00e4blich um Kopfkino, denn was man sieht, findet im Kopf statt, nicht da drau\u00dfen, wo das Bild ist.<\/p>\n<p>Mehr denn je sind wir in einer Wirklichkeit mit r\u00e4umlicher Tiefe von flachen Bildern umgeben. Weil wir in drei Dimensionen leben, haben wir zwei Ohren und zwei Augen. Um r\u00e4umlich h\u00f6ren und Richtungen bestimmen zu k\u00f6nnen, wie es die Stereophonie nutzt. Wir sehen aber auch in Stereo. Die beiden Augen entwerfen zwei geringf\u00fcgig verschiedene Bilder, und unser Gehirn verkn\u00fcpft die beiden zu einem, in dem wir die Tiefe des Raumes erkennen k\u00f6nnen. Das muss so sein: Wir k\u00f6nnten sonst nicht pr\u00e4zise nach etwas greifen oder mit einem Handballwurf in die linke untere Ecke des Tors treffen.<\/p>\n<p>Ein flaches Bild kann mit verschiedenen Mitteln Tiefe vort\u00e4uschen. Mit gr\u00f6\u00dferen und kleineren Bildelementen, mit perspektivischer Darstellung, mit Sch\u00e4rfe und Unsch\u00e4rfe. Aber gleichg\u00fcltig, ob sich das Bild bewegt oder nicht, wir lassen uns nur kurz den nicht vorhandenen Raum vorgaukeln. Nur mit vergleichsweise hohem Aufwand werden stereoskopische Bilder und Filme m\u00f6glich. Was der 59 Jahre alte Hannoveraner Oliver Heine in Jahren ausget\u00fcftelt hat, kommt dagegen mit minimalen Mitteln aus.<\/p>\n<h2>Heine spricht auch von \u201eEin-Bild-Stereoskopie\u201c<\/h2>\n<p>Heine war Postbeamter, machte sich dann aber selbst\u00e4ndig und produzierte im Westerwald millionenfach keramische Wandreliefs mit und ohne Uhren drin. Beim Weiterentwickeln dieses handbemalten Wandschmucks aus synthetischem Gips mit einer indirekter Beleuchtung fiel Heine auf, dass sich ein Motiv besonders plastisch pr\u00e4sentierte, wenn man dem Bild in seinem Rahmen eine leichte Kr\u00fcmmung gab.<\/p>\n<p>Genau das war der Ausgangspunkt f\u00fcr die Erfindung von Diovision. Heine spricht auch von \u201eEin-Bild-Stereoskopie\u201c und vergleicht seine Erfindung gern mit der des Films, der ja auch nicht aus sich bewegenden Bildern, sondern aus einer schnellen Folge einzelner stehender Phasenbilder besteht: Auch beim Film forme sich der visuelle Eindruck von Bewegung erst im Kopf des Betrachters, w\u00e4hrend auf der Leinwand etwas ganz anderes passiere. Was Heine erfunden und patentiert bekommen hat, ist eine Maske, die mit etwas Abstand vor dem flachen Bild plaziert wird und den Augen zwei gesteigert ungleiche Bildinformationen aufn\u00f6tigt.<\/p>\n<p>In der unnachahmlichen Sprache der Patentschriften leistet die Maske eine \u201ebeabstandete \u00dcberdeckung der Bildrandbereiche\u201c. Das hei\u00dft: Der Ausschnitt der leicht gew\u00f6lbten Sichtblende ist geringf\u00fcgig kleiner als das Bild, vor dem sie sich befindet. Zu diesem h\u00e4lt sie au\u00dferdem einen gewissen Abstand ein. Dessen Gr\u00f6\u00dfe passend zum Format des Bildes und der Maske richtig zu bestimmen, darin steckt das Fachwissen des Erfinders.<\/p>\n<p class=\"WeitereBeitraege\"><span class=\"WBHead\">Mehr zum Thema<\/span><\/p>\n<ul class=\"WBListe\">\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/technik-motor\/audio-video\/neuer-heimkino-beamer-von-sim2-im-test-13256765.html\" title=\"Heimkino-Beamer: Video vom Sch\u00f6nling\">Heimkino-Beamer: Video vom Sch\u00f6nling<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/technik-motor\/audio-video\/neue-leica-m-edition-60-die-zeitreise-13226740.html\" title=\"Leica M Edition 60: Die Zeitreise\">Leica M Edition 60: Die Zeitreise<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/technik-motor\/audio-video\/etikettenschwindel-ultra-hdtv-haelt-weniger-als-das-logo-verspricht-13165951.html\" title=\"Ultra-HDTV h\u00e4lt weniger als das Logo verspricht\">Ultra-HDTV h\u00e4lt weniger als das Logo verspricht<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>In Acrylglas ausgef\u00fchrt f\u00fcr das iPad 2 bis 4 passend kostet die Diovision-Blende rund 100 Euro. Aber das Prinzip l\u00e4sst sich kleiner und wesentlich gr\u00f6\u00dfer und mit Papier und Kunststofffolien realisieren. Man kann damit aus mehreren Schichten bestehenden Postkarten mit einem Schnapper r\u00e4umliche Tiefe geben. Oder kann die Maske vor einem Riesen-TV-Bildschirm plazieren, den Bildern eines Smartphones genauso wie denen eines Spiels auf dem Computer-Monitor, aber auch einem Werbe-Display oder einem Leuchtkasten Tiefenwirkung verleihen. Diovision funktioniert bei stehenden wie bei bewegten Bildern, in Farbe wie in Schwarzwei\u00df. Am besten eignen sich Bilder, auf denen von vorn bis hinten alles scharf abgebildet ist. Sie k\u00f6nnen, aber sie m\u00fcssen nicht beleuchtet oder selbst leuchtend sein. Die Wirkung von Diovision wird gesteigert, wenn die Bildfl\u00e4che &#8211; wie bei modernen Fernsehger\u00e4ten &#8211; hohl gew\u00f6lbt ist.<\/p>\n<p>Was passiert, ist jedes Mal das Gleiche: Als Betrachter nimmt man &#8211; und zwar an den Bildr\u00e4ndern &#8211; fl\u00fcchtig wahr, dass sich die Ansicht minimal \u00e4ndert. Irgendein Detail verschwindet oder kommt hinzu. Diese Ver\u00e4nderung l\u00e4sst den Abstand zwischen der Sichtblende und dem Bild dahinter wahrnehmen. Ohne dass man sich darauf konzentrieren m\u00fcsste, wird dieser Eindruck von Tiefe zur Mitte hin auf das gesamte Bild \u00fcbertragen. Manche Bilder wirken in dem Rahmen der Sichtblende einfach nur \u201eechter\u201c, andere gewinnen geradezu dramatisch an Plastizit\u00e4t. Das h\u00e4ngt stark von den Motiven ab, vor allem davon, wie gestaffelt das Flachbild ist, das hei\u00dft wie viel perspektivische Information es enth\u00e4lt. Und je gr\u00f6\u00dfer, desto besser: Es n\u00fctzt, wenn man in dem Bild herumgucken kann.<\/p>\n<p>Die r\u00e4umliche Wirkung von Bildern, die man mit Diovision betrachtet, ist l\u00e4ngst nicht so aufdringlich wie bei herk\u00f6mmlichen stereoskopischen Bildern oder Filmen. Sie wirkt eher sanft und nat\u00fcrlich- schwer vorstellbar, dass jemand durch die Sichtblende Kopfschmerzen oder Unwohlsein bekommen k\u00f6nnte. Man kann sich gegen die Wirkung auch wehren, etwa indem man unter besonders flachem Winkel seitlich in die Blende hineinschielt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/audio-video\/diovision-so-werden-aus-flachen-bildern-plastische-13256763.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/audio-video\/diovision-so-werden-aus-flachen-bildern-plastische-13256763.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus gutem Grund wird hier nicht von 3D oder gar 3D-Effekt die Rede sein. Oliver Heine trickst uns mit seiner Erfindung Diovision im Kopf aus.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":50086,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[486,454],"tags":[4458],"class_list":["post-31029","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-video","category-technik-motor","tag-photokina"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31029","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=31029"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31029\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/50086"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=31029"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=31029"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=31029"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}