{"id":30546,"date":"2014-11-05T14:52:41","date_gmt":"2014-11-05T14:52:41","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=30546"},"modified":"2014-11-05T14:52:41","modified_gmt":"2014-11-05T14:52:41","slug":"wie-professionelle-anleger-auf-niedrige-zinsen-reagieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=30546","title":{"rendered":"Wie professionelle Anleger auf niedrige Zinsen reagieren"},"content":{"rendered":"<p>Strafzinsen sind f\u00fcr Anleger ein rotes Tuch. Auch die Profis schlagen sich bei ihren Anlageentscheidungen mit geringen Zinsen herum. K\u00f6nnen die Privatanleger von ihnen etwas lernen?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Druck unter professionellen Anlegern angesichts der niedrigen Zinsen einen ordentlichen Ertrag zu erzielen, hat offenbar merklich zugenommen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage unter institutionellen Investoren hervor, welche die Universit\u00e4t Siegen im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment durchgef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Rund 19 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Rendite f\u00fcr das wichtigste Kriterium bei der Anlageentscheidung halten \u2013 das ist der h\u00f6chste Wert dieser j\u00e4hrlich erhobenen Befragung seit dem Jahr 2008 und ein mehr als doppelt so hoher Anteil wie noch im vergangenen Jahr 2013. Befragt wurden 109 institutionelle Anleger, die insgesamt rund 440 Milliarden Euro verwalten, in der Zeit zwischen dem 14. April und 16. Mai dieses Jahres, also noch vor den beiden j\u00fcngsten Zinssenkungen der Europ\u00e4ischen Zentralbank.<\/p>\n<p>Zugleich zeigt die Umfrage das Dilemma, das unter deutschen Anlegern vorherrscht: Denn der f\u00fcr beinahe zwei Drittel der Befragten wichtigste Aspekt der Kapitalanlage bleibt die Sicherheit. Rund 17 Prozent wollen vor allem, dass ihre Anlagen liquide sind und sie sie im Notfall schnell wieder verkaufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Niedrige Zinsen, hohe Volatilit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die klassische, f\u00fcr ausfallsicher befundene Zinsanlage mit gut planbaren Ertr\u00e4gen wurde fr\u00fcher all diesen Anspr\u00fcchen gleichzeitig gerecht. Doch heute ist das anders: Bundesanleihen sogar mit zehn Jahren Laufzeit rentieren mit weniger als einem Prozent. Mit Blick auf die zur\u00fcckliegenden zwanzig Jahre ist darum nicht schlecht gefahren, wer sein Geld in diese Titel investiert hat. \u201eDer Weg ins Zinstal war sehr ertragreich\u201c, res\u00fcmierte Jens Wilhelm, f\u00fcr die Kapitalanlage zust\u00e4ndiger Vorstand der Union Investment auf einer Investorenkonferenz in Mainz. Nun sei es damit allerdings vor\u00fcber.<\/p>\n<p>Wilhelm erwartet wie auch die Mehrheit der Konferenzteilnehmer, dass die Zinsen noch bis Ende des Jahrzehnts niedrig bleiben werden. \u201eDas ist nichts Zyklisches, sondern etwas Strukturelles.\u201c Neben den niedrigen Zinsen m\u00fcssten sich Anleger zugleich auf eine Zeit tendenziell schneller aufkommender Verunsicherung und h\u00f6herer Kursschwankungen einstellen \u2013 und zwar vornehmlich aufgrund der gr\u00f6\u00dferen geopolitischen Risiken. Dazu z\u00e4hlt er nicht nur Kriege wie in der Ukraine und im Nahen Osten oder Spannungen zwischen Atomm\u00e4chten in Asien, sondern auch die Tendenz, dass die Vereinigten Staaten die Rolle des Weltpolizisten zunehmend verlieren.<\/p>\n<p>Das Sprichwort \u201ePolitische B\u00f6rsen haben kurze Beine\u201c gelte heute nicht mehr. Wilhelm wundere sich gelegentlich, dass die Aufmerksamkeit f\u00fcr diese Themen an den M\u00e4rkten mitunter deutlich geringer ist als etwa f\u00fcr jedes einzelne Wort aus dem Munde der Zentralbanker. Dabei sei f\u00fcr die mittel- bis langfristig ausgerichtete Geldpolitik aufgrund der wirtschaftlichen Gegebenheiten doch ziemlich klar, wie sich die Notenbanken verhalten w\u00fcrden: Die der Vereinigten Staaten und des Vereinigten K\u00f6nigreichs w\u00fcrden tendenziell restriktiver, die Europ\u00e4ische Zentralbank und die Bank of Japan blieben auf Lockerungen ausgerichtet. \u201eIch kann mir gut vorstellen, dass wir im ersten Quartal des kommenden Jahres einen weiteren Konkurrenten auf dem Markt f\u00fcr sichere Staatsanleihen in der Euro-Zone bekommen\u201c, sagte er und \u00e4u\u00dfere darin seine Auffassung, dass die EZB dann auch (wieder) Staatsanleihen kaufen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"WeitereBeitraege\"><span class=\"WBHead\">Mehr zum Thema<\/span><\/p>\n<ul class=\"WBListe\">\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/allianz-fondstochter-pimco-verliert-weiter-milliarden-13249126.html\" title=\"Allianz-Fondstochter Pimco verliert weiter Milliarden\">Allianz-Fondstochter Pimco verliert weiter Milliarden<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie sollen sich professionelle Anleger in dieser Situation konkret verhalten? Und was k\u00f6nnen private Anleger von ihnen lernen? Ein wichtiges Element sieht Wilhelm in Anlagen au\u00dferhalb der W\u00e4hrungsunion, wo die Wirtschaft in den kommenden Jahren wohl schneller wachsen wird, zum Beispiel in den Vereinigten Staaten. Die Europ\u00e4er k\u00f6nnten sich dabei an Japan orientieren, wo Lebensversicherer und Pensionskassen wegen der niedrigen Zinsen schon seit Jahren mehr Geld im Ausland anlegen.<\/p>\n<p>Aber auch innerhalb der W\u00e4hrungsunion sieht er ordentliche M\u00f6glichkeiten: Staatsanleihen aus Spanien, Irland, Belgien und Portugal h\u00e4lt er f\u00fcr vergleichsweise attraktiv, von italienischen w\u00fcrde er derzeit eher abraten. Gelegenheiten f\u00fcr institutionelle Investoren gebe es auch auf dem Markt f\u00fcr nachrangige Anleihen oder im Bereich der in der Finanzkrise stark in die Kritik geratenen Asset Backed Securities (ABS). Und nat\u00fcrlich geh\u00f6ren aus seiner Sicht auch Aktien ins Portfolio \u2013 gerade die j\u00fcngste Berichtssaison habe gezeigt, dass viele Unternehmen nicht schlecht dastehen. \u201eDie Stimmung in den vergangenen Wochen war mitunter viel schlechter als die Lage\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>Als zweites Element f\u00fcr die Kapitalanlage im Niedrigzins-Umfeld r\u00e4t die Union Investment dazu, h\u00e4ufiger und schneller auf Ver\u00e4nderungen zu reagieren und die Verm\u00f6gensanlage anzupassen. Dazu geh\u00f6rt nach Ansicht ihrer Experten auch ein st\u00e4rkeres Gewicht auf Erkenntnisse der technischen Analyse zu legen, also mithilfe statistischer Verfahren Trends zu ermitteln und vor allem Zeitpunkte, an denen sie sich umkehren, und dann aus den entsprechenden M\u00e4rkten vor\u00fcbergehend auszusteigen. Dahinter steht ein sehr klarer Gedanke: Wenn die Renditen eher gering bleiben, lohnt es sich wom\u00f6glich st\u00e4rker als bislang daf\u00fcr zu sorgen, Verluste zu vermeiden.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/wie-professionelle-anleger-auf-niedrige-zinsen-reagieren-13249546.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/wie-professionelle-anleger-auf-niedrige-zinsen-reagieren-13249546.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Strafzinsen sind f\u00fcr Anleger ein rotes Tuch. Auch die Profis schlagen sich bei ihren Anlageentscheidungen mit geringen Zinsen herum. 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