{"id":29452,"date":"2014-10-01T12:55:02","date_gmt":"2014-10-01T12:55:02","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=29452"},"modified":"2014-10-01T12:55:02","modified_gmt":"2014-10-01T12:55:02","slug":"fahrbericht-bmw-i8-captain-future-und-das-wilde-wagnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=29452","title":{"rendered":"Fahrbericht BMW i8: Captain Future und das wilde Wagnis"},"content":{"rendered":"<p>Taucht der i8 auf, herrscht Ausnahmezustand. BMW hat ein spektakul\u00e4res St\u00fcck teure Technik auf die R\u00e4der gestellt, das enorm auf das Image einzahlt. Trotz Nachteilen und Nachl\u00e4ssigkeiten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Norbert Reithofer ist nicht als exaltierter Trendsetter bekannt. Weder ist, soweit ersichtlich, sein Arm t\u00e4towiert, noch tr\u00e4gt er teilrasierte Tolle mit Zopfansatz. Kein Ohrring, keine Schlabberjeans, nicht mal wei\u00df-blaue Sneaker zieht der Kerl in Vorstandssitzungen an. Und so jemand will eine Revolution anzetteln? Er will nicht nur, er hat es. Die Beweggr\u00fcnde m\u00f6gen in der im Vergleich zu Millionensellern wie VW geringen Marktmacht liegen, sie m\u00f6gen mit den das Unternehmen tragenden Unternehmern aus dem Taunus zu tun haben, jedenfalls wuseln mitten im Herzen (manche sagen: mitten ins Herz) der Freude am Fahren pl\u00f6tzlich Autos wie von einem anderen Stern. Sie rei\u00dfen Denkgeb\u00e4ude ein, definieren Begriffe um, r\u00fctteln an Grundfesten, beweisen Aufbruch und bergen Risiko &#8211; finanzielles (von vielen Milliarden Euro Investition ist die Rede) und emotionales.<\/p>\n<p>Vom frontangetriebenen Minivan wenden sich Puristen schaudernd ab, in der Hoffnung, er sei nur aus Versehen entwickelt worden. Doch hier soll die Rede sein von der Kunst, sp\u00e4t auf einer Party zu erscheinen und alle glauben zu lassen, man sei der Pionier. Der i3 war das erste Meisterst\u00fcck dieser Art, er sieht aus wie ein vom K\u00fcchentisch gest\u00fcrzter Toaster, f\u00e4hrt grunds\u00e4tzlich rein elektrisch, und wenn gefragt wird, wer das Elektroauto der Neuzeit erfunden hat, antworten die Menschen seinetwegen BMW. Ein paar Tesla. Aber kaum jemand Nissan, Mitsubishi oder Renault, denen dieser Titel viel eher geb\u00fchrte.<\/p>\n<p>Und jetzt das: Mit der Chuzpe des unerschrockenen Pfadfinders haben der Chef und seine Entwicklungschefs in Sachen Mut, Image und Technik noch einen draufgepackt. Das mit viel Carbon, aber weniger Gras als sein kleiner Bruder wild zusammengef\u00fcgte Gebilde nennt sich i8, ist ein Sportwagen und verursacht Menschentrauben, die sich sonst nur um schneewei\u00dfe Bugatti oder giftgr\u00fcne Lamborghini bilden. Atemlos h\u00e4lt die Menge inne und stau(n)t. \u201eIst das der mit dem Hybrid?\u201c ist die ewig junge Frage, gefolgt von \u201eWie f\u00e4hrt er denn?\u201c. Er f\u00e4hrt &#8211; anders. Der i8 beherbergt zwei Maschinen, die sich die Arbeit teilen: eine elektrische mit Leistungselektronik und Steckdose vorn und einen Dreizylinder-Benziner mit Getriebe hinten. Das f\u00fchrt \u00fcber Land zu dem sicheren Gef\u00fchl, nicht vor der Zeit liegenbleiben zu k\u00f6nnen, und in der Stadt zu h\u00e4ufigem Verzicht auf den Benzinmotor, was, wie wir subjektiv finden, eine neue Art Fahrfreude definiert, ja gar eine neue Form von Erhabenheit. Nirgends wird das so deutlich wie vor der von Rot auf Gr\u00fcn wechselnden Ampel, wenn die mit ihren topmodernen Start-Stopp-Systemen ausger\u00fcsteten Nachbarn den Anlasser mit \u00e4h\u00e4h\u00e4h\u00e4h\u00e4hrrrrtttbrumm \u00fcber sich ergehen lassen m\u00fcssen und pl\u00f6tzlich wie von vorgestern wirken, w\u00e4hrend der elektrifizierte BMW mit einem Surren davonzieht.<\/p>\n<h2>In 4,4 Sekunden auf 100 km\/h<\/h2>\n<p>Wer es darauf anlegt, sprintet unter Abruf beider sich ins Zeug legender Motoren mit einer Systemleistung von 362 PS in 4,4 Sekunden auf 100 km\/h. Mangel an Durchzug ist auch nicht zu beklagen. Allerdings gilt das nur, solange der Elektroschub parat steht. Ohne wird es z\u00e4her, weshalb darauf zu achten ist, die Batterie unterwegs nicht vollends zu ersch\u00f6pfen. Das Ganze soll in 2,1 Liter Normverbrauch kulminieren, der selbstredend in der Realit\u00e4t unerreichbar ist. Au\u00dferdem macht die Rechnung ohne den Wirt, wer den Stromkonsum au\u00dfer Acht l\u00e4sst. Auf die gesamte Testdistanz ermittelten wir 6,1 kWh Strom und 7,8 Liter Super im Durchschnitt. Freilich lassen sich beide Werte relativ stark beeinflussen, je nachdem, wie oft man den Stecker andockt.<\/p>\n<p>7,8 kWh speichert der im st\u00e4mmigen Mitteltunnel verbaute Lithium-Ionen-Hochvoltakku, das gen\u00fcgt nach Norm f\u00fcr 37 Kilometer bei h\u00f6chstens 120 km\/h. Binnen zweieinhalb Stunden soll er aufgeladen sein. Wir schafften von der Steckdose weg 19 Kilometer rein elektrisch, dann meldete sich trotz Streicheleinheiten am Akzelerator der Benziner zum Dienst. Das Ende aller Str\u00f6me ist damit freilich nicht besiegelt, denn Benziner und (nicht so stark bremsend wie im i3 eingestellte) Rekuperation f\u00fchren w\u00e4hrend der Fahrt frischen Saft zu, der wiederum in der Stadt genutzt werden kann. Fast voll korrekt ist die Angabe der Ladezeit. An unserer Haushaltssteckdose war der leergefahrene Akku nach zwei Stunden und 54 Minuten wieder voll.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/fahrberichte\/fahrbericht-bmw-i8-captain-future-und-das-wilde-wagnis-13178631.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/fahrberichte\/fahrbericht-bmw-i8-captain-future-und-das-wilde-wagnis-13178631.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Taucht der i8 auf, herrscht Ausnahmezustand. BMW hat ein spektakul\u00e4res St\u00fcck teure Technik auf die R\u00e4der gestellt, das enorm auf das Image einzahlt. 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