{"id":27690,"date":"2014-08-09T08:08:43","date_gmt":"2014-08-09T08:08:43","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=27690"},"modified":"2014-08-09T08:08:43","modified_gmt":"2014-08-09T08:08:43","slug":"ulmer-forscherteam-ist-dem-fahrerlosen-auto-auf-der-spur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=27690","title":{"rendered":"Ulmer Forscherteam ist dem fahrerlosen Auto auf der Spur"},"content":{"rendered":"<p>Roboterautos funktionieren nur im Film? Die Universit\u00e4t Ulm arbeitet am autonomen Fahren auf \u00f6ffentlichen Stra\u00dfen. Bis 2030 sollen erste Entwicklungen fertig sein.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Kraftfahrzeugindustrie forscht an selbstfahrenden Autos (Daimler, Volvo), auch Google mischt eifrig mit. Und die Wissenschaft: Eine Forschergruppe an der Universit\u00e4t Ulm, die bisher an Fahrerassistenzsystemen arbeitete, entschied sich 2012, auf den Zug aufzuspringen. Die Ulmer haben sich auch den Stadtverkehr vorgenommen, dessen chaotischer Verlauf mit Fahrradfahrern, Zebrastreifen und ausparkenden Autos weitaus schwieriger zu beherrschen ist als auf der Autobahn oder Landstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Das Projekt ist so weit gediehen, dass zu einer Testfahrt eingeladen wird. Doktorand Felix Kunz sitzt hinter dem Lenkrad einer entsprechend ausger\u00fcsteten Mercedes-Benz E-Klasse. Deutlich ist ein Pfeifton aus dem Kofferraum zu h\u00f6ren, Kunz nimmt die H\u00e4nde vom Lenkrad &#8211; bei voller Fahrt auf \u00f6ffentlicher Stra\u00dfe. Mit dem Signalton hat das Auto fast unmerklich die Kontrolle \u00fcbernommen. Laser, Radar und Kameras sind dessen Augen, drei Computer interpretieren die Daten und man\u00f6vrieren den Wagen durch den Stadtverkehr.<\/p>\n<h2>Der Mensch \u00fcbernimmt bei Gefahr die Kontrolle<\/h2>\n<p>Schon heute sehen Autofahrer Teilergebnisse der branchenweiten Forschung zum autonomen Fahren im eigenen (neuen) Wagen: Spur halten, Abstand regeln und Einparken k\u00f6nnen viele Serienfahrzeuge von allein, sie sind teilautomatisiert. Die n\u00e4chsten Schritte w\u00e4ren die Hochautomatisierung (Autos \u00fcbernehmen in bestimmten Situationen) und schlussendlich die Vollautomatisierung (das Auto kommt vollst\u00e4ndig ohne Fahrer aus).<\/p>\n<p class=\"WeitereBeitraege\"><span class=\"WBHead\">Mehr zum Thema<\/span><\/p>\n<ul class=\"WBListe\">\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/autonomes-auto-schutzengel-oder-spassbremse-13043877.html\" title=\"Moderne Autos verringern Unf\u00e4lle\">Moderne Autos verringern Unf\u00e4lle<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/googles-self-driving-car-wohin-fahren-wir-13002612.html\" title=\"Googles \u201eSelf-Driving Car\u201c: In welche Zukunft fahren wir?\">Googles \u201eSelf-Driving Car\u201c: In welche Zukunft fahren wir?<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/zukunft-des-autos-raumschiff-enterprise-auf-raedern-12957753.html\" title=\"Zukunft des Autos: Raumschiff Enterprise auf R\u00e4dern\">Zukunft des Autos: Raumschiff Enterprise auf R\u00e4dern<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Vision der Ulmer Studenten und drei Doktoranden um Professor Klaus Dietmayer ist, dass ihr vollautomatisiertes Auto eines Tages als fahrerloses Taxi Personen abholt und zum Ziel bringt, daher der Projektname \u201eCar2Come\u201c.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Vorf\u00fchrung f\u00e4hrt die E-Klasse auf einen Kreisverkehr zu und stoppt vor der Einfahrt, ein anderes Auto verl\u00e4sst den Kreisverkehr in diesem Moment. Der Weg ist eigentlich frei, doch der Mercedes-Benz bewegt sich nicht. Kunz dr\u00fcckt einen Knopf und nun rollt der Wagen in den Kreisverkehr ein. \u201eBei manchen Situationen muss der Fahrer die Entscheidung des Autos best\u00e4tigen\u201c, erkl\u00e4rt Doktorand Dominik Nu\u00df vom Beifahrersitz aus. Immerhin handele es sich um ein Experiment im \u00f6ffentlichen Stra\u00dfenverkehr. Ein unabh\u00e4ngig arbeitendes System im Auto ist allein f\u00fcr die Sicherheit zust\u00e4ndig. Bei Fehlern, Computerabst\u00fcrzen oder Beschleunigungen jenseits 6 m\/s\u00b2 (eine Vollbremsung entspricht etwa 10 m\/s\u00b2) greift dieses ein und schaltet das autonome Fahren ab. Dann rollt der Wagen aus oder der Mensch hinter dem Lenkrad \u00fcbernimmt die Kontrolle.<\/p>\n<h2>\u201eIrgendwann wird der Tag kommen\u201c<\/h2>\n<p>Generell sei ein vollautomatisiertes Fahrzeug ein Gewinn an Sicherheit, meint Nu\u00df. \u201eAber irgendwann wird der Tag kommen, an dem solch ein Auto einen Unfall baut.\u201c Beim Interpretieren von Situationen sei der Mensch jedem Algorithmus weit \u00fcberlegen, wei\u00df Nu\u00df, der f\u00fcr die Verarbeitung der Daten zust\u00e4ndig ist. \u201eJe mehr man sich mit dem Thema besch\u00e4ftigt, desto beeindruckender erscheint das, was der Mensch leistet\u201c, meint Professor Dietmayer, Leiter des Projekts am Institut f\u00fcr Mess-, Regel- und Mikrotechnik. Die Forscher konzentrieren sich daher auf die Verbesserung der Algorithmen. Die Daten der zw\u00f6lf zus\u00e4tzlich im Fahrzeug verbauten Sensoren m\u00fcssen zusammengef\u00fchrt und in k\u00fcrzester Zeit ausgewertet werden.<\/p>\n<p>Im Testwagen l\u00e4sst sich auf einem Livebild die Kamerasicht des Computers mitverfolgen. Das System markiert Fahrzeuge rot, Ampeln und Fu\u00dfg\u00e4nger blau. Ein anderer Bildschirm zeigt die Stra\u00dfenf\u00fchrung und die vom Radar reflektierte Umgebung. Ziel der Forscher ist, dass das modular aufgebaute System sich selbst beurteilt und \u00fcberwacht. Auf unvorhergesehene Ereignisse soll das Auto reagieren und sein Fahrverhalten anpassen k\u00f6nnen. Dazu muss bei der Programmierung jeder m\u00f6gliche Fall bedacht worden sein. \u201eIntelligent ist unser Auto \u00fcberhaupt nicht, davon sind wir meilenweit entfernt\u201c, sagt Doktorand Nu\u00df.<\/p>\n<h2>Neues Zeitalter des Verkehrswesens<\/h2>\n<p>Noch f\u00e4hrt die E-Klasse nur auf einem zuvor digital kartierten Stra\u00dfenabschnitt. Die Standortbestimmung ist nicht zuverl\u00e4ssig und genau genug, andere Sensoren haben ebenfalls Schw\u00e4chen. \u201ePotentiell ist die Kamera der m\u00e4chtigste Sensor, aber auch der anf\u00e4lligste\u201c, so Nu\u00df. Bei Schnee oder starkem Regen sto\u00dfe die Kamera an ihre Grenzen. Und die Aufl\u00f6sung f\u00fcr Objekte in mehr als 100 Meter Entfernung sei noch nicht ausreichend, erg\u00e4nzt Dietmayer. Limitierend sei zudem, dass die Forschergruppe m\u00f6glichst seriennahe Sensoren einsetzt. Ein Vorteil dabei: Sie sind dem Auto von au\u00dfen kaum anzusehen, ganz im Gegensatz zu Googles Entwicklung mit einem Sensorturm auf dem Dach.<\/p>\n<p><span class=\"MediaLink\"><span class=\"ArtikelBild290\">                <a href=\"\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/ulmer-forscherteam-ist-dem-fahrerlosen-auto-auf-der-spur-13079476-b2.html\"  title=\"Handout photo of Google self-driving car prototype\">                            <img title='Googles selbstfahrendes Auto erinnert eher an ein Spielzeug' height='163' itemprop='contentUrl' alt='Handout photo of Google self-driving car prototype' width='290' class='media' src='http:\/\/media0.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/wirtschaft\/1243617883\/1.3050486\/article_teaser_marginal\/googles-selbstfahrendes-auto-erinnert-eher-an-ein-spielzeug.jpg' \/><\/a>                                            <span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" style=\"font-weight: normal- top: -10px-\" title=\"Googles selbstfahrendes Auto erinnert eher an ein Spielzeug\">Googles selbstfahrendes Auto erinnert eher an ein Spielzeug<\/span>                    <\/span><\/span><\/p>\n<p>Professor Dietmayer wagt die Prognose, bis 2030 die Entwicklung abzuschlie\u00dfen. Die n\u00e4chsten Schritte des Forschungsprojekts sind nun, sich von der digitalen Karte zu l\u00f6sen, neue Funktionen wie \u00dcberholen einzubauen und die Interaktion mit Fu\u00dfg\u00e4ngern und Radfahrern fehlerfreier zu machen. Zwar habe sich in den vergangenen Jahren viel getan, meint Nu\u00df. \u201eAber die letzten drei Prozent werden am schwierigsten.\u201c Doch bei einem ist er sicher: \u201eEin neues Zeitalter des Verkehrswesens wird kommen.\u201c<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/ulmer-forscherteam-ist-dem-fahrerlosen-auto-auf-der-spur-13079476.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/ulmer-forscherteam-ist-dem-fahrerlosen-auto-auf-der-spur-13079476.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Roboterautos funktionieren nur im Film? Die Universit\u00e4t Ulm arbeitet am autonomen Fahren auf \u00f6ffentlichen Stra\u00dfen. 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