{"id":26795,"date":"2014-07-11T12:24:50","date_gmt":"2014-07-11T12:24:50","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=26795"},"modified":"2014-07-11T12:24:50","modified_gmt":"2014-07-11T12:24:50","slug":"klimaticker-juli-champagnerlaune-und-rinderfurze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=26795","title":{"rendered":"Klimaticker Juli: Champagnerlaune und Rinderf\u00fcrze"},"content":{"rendered":"<p>Was macht eigentlich die Apokalypse? Unser Glossenticker mit ernsten Nachrichten zum Klimawandel und ihren (weniger ernsten) Pointen. Ein Update zum neuen Hitzerekord auf Gr\u00f6nland, dem  Zwei-Grad-Ziel der Klimapolitik und untersch\u00e4tzten Methan-Emissionen<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>+++ 11. Juli. Auf Gr\u00f6nland sind in den vergangenen Tagen Temperaturh\u00f6chstwerte um 20 Grad gemessen worden. Die Wetterstation in Narssarssuaq im S\u00fcden Gr\u00f6nlands habe am 7. Juli sogar den neuen Tagesrekord von 22 Grad vermeldet, teilte das Institut f\u00fcr Wetter- und Klimakommunikation in Hamburg mit. Im S\u00fcden Deutschlands sei es zeitgleich nur zw\u00f6lf Grad warm gewesen. Die ungew\u00f6hnlich hohen Temperaturen, die Forscher auf den Klimawandel zur\u00fcckf\u00fchren, beschleunigen das Schmelzen der gr\u00f6nl\u00e4ndischen Gletscher vor allem in H\u00f6hen bis 2000 Metern. Schon im Juni sorgten hohe Temperaturen in Gr\u00f6nland f\u00fcr eine deutlich \u00fcberdurchschnittliche Schmelze der Schnee- und Gletschermassen. Auch in den kommenden Tagen w\u00fcrden die Temperaturen vor allem an den s\u00fcdlichen und westlichen K\u00fcstenabschnitten Gr\u00f6nlands immer wieder auf Werte um 15 Grad, teilweise bis 20 Grad steigen, hie\u00df es. Sogar auf Spitzbergen, nur tausend Kilometer vom Nordpol entfernt, wurden in dieser Woche Temperaturen von 12 Grad gemessen. Das ist lebensgef\u00e4hrlich. Die Leute trauen sich nur noch Oberk\u00f6rper frei ins Freie, nichts f\u00fcrchtet man mehr als den Hitzetod. Kinder d\u00fcrfen keine Strickpullover mehr tragen, das Frischwasser wird rationiert. In den Fjorden herrscht Badeverbot, weil man Quallenplagen und noch in diesem Sommer mit der Einwanderung der Portugiesischen Galeere in rauen Mengen rechnet. +++<\/p>\n<p><span class=\"MediaLink\"><span class=\"ArtikelBild290\">                <a href=\"\/aktuell\/wissen\/klima\/klimaticker-juli-champagnerlaune-und-rinderfuerze-13036126-b2.html\"  title=\"rueckblick pol 1112 Cancun\">                            <img title='Klimagipfel-Kunst, hier in Cancun.' height='163' itemprop='contentUrl' alt='rueckblick pol 1112 Cancun' width='290' class='media' src='http:\/\/media0.faz.net\/ppmedia\/video\/167456073\/1.1081370\/article_teaser_marginal\/klimagipfel-kunst-hier-in-cancun.jpg' \/><\/a>                                            <span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" style=\"font-weight: normal- top: -10px-\" title=\"Klimagipfel-Kunst, hier in Cancun.\">Klimagipfel-Kunst, hier in Cancun.<\/span>                    <\/span><\/span><\/p>\n<p>+++ 9. Juli. Das offizielle Zwei-Grad-Ziel der Klimapolitik ist unter realistischen Annahmen nicht mehr zu erreichen. Jedenfalls nicht, wenn die Berechnungen des Weltklimarates IPCC stimmen. Das hat die <a href=\"http:\/\/www.pointcarbon.com\/news\/reutersnews\/1.5959727\">Expertengruppe \u201ePoint Carbon\u201c <\/a>von Thomson Reuters ermittelt. Ausgangspunkt waren die Vorgaben das IPCC, dass, um eine Erw\u00e4rmung von zwei Grad nicht zu \u00fcberschreiten, maximal noch 1650 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Erdatmosph\u00e4re gelangen d\u00fcrfen. Selbst wenn alle gro\u00dfen Emittenten Nordamerikas und China sich auf eine Verringerung der Emissionen um 40 Grad bis zum Jahr 2030 (verglichen mit den Emissionen von 1990) verst\u00e4ndigten &#8211; womit das ambitionierte EU-Ziel quasi Weltstandard w\u00fcrde &#8211; w\u00e4re das Budget von 1650 Milliarden sp\u00e4testens im Jahr 2048 ausgesch\u00f6pft. Ohne Zusagen Chinas schon zwei Jahre vorher, im Jahr 2046. Und wenn alle so weiter machen wie bisher, ist das Zwei-Grad-Ziel bereits 2037 pass\u00e9. Frank Melum, Kohlenstoff-Marktanalyst von Point Carbon h\u00e4lt das Ziel nur f\u00fcr erreichbar, wenn die EU-Ziele &#8211; die heute das Maximum an Klimaschutzambitionen darstellen &#8211; um 50 Prozent erweitert und von allen emissionsstarken Vertragsstaaten mitgetragen w\u00fcrden. Melum: \u201eSolche freiwilligen Verpflichtungserkl\u00e4rungen liegen f\u00fcr den entscheidenden Klimagipfel in Paris 2015 aber nicht einmal ann\u00e4hernd auf dem Tisch.\u201c Damit ist der Weg frei f\u00fcr die von der Mehrheit der Klimadiplomaten gew\u00fcnschte mehrt\u00e4gige Kreuzfahrt auf der Seine. Statt in stickigen Konferenzr\u00e4umen zu \u00fcberdauern, sollen die Klimasch\u00fctzer jetzt endlich einmal Paris bei Nacht unter freiem Himmel erleben d\u00fcrfen. Nach 20 dr\u00f6gen Vertragsstaatenkonferenzen in der Provinz k\u00f6nnten auf der Cop21 zum ersten Mal die Korken knallen lassen. Champagner f\u00fcr alle, vive la Cenvention climatique. +++<\/p>\n<p class=\"WeitereBeitraege breit\"><span class=\"WBHead\">Mehr zum Thema<\/span><\/p>\n<ul class=\"WBListe\">\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/wissen\/klimaticker-juni-korallenbleiche-hitzeblitze-brasilien-im-biospritfieber-12967639.html\" title=\"+++ Klimaticker Juni +++ Korallenbleiche, Hitzeblitze, Brasilien-im-Biospritfieber\">+++ Klimaticker Juni +++ Korallenbleiche, Hitzeblitze, Brasilien-im-Biospritfieber<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/wissen\/klimaticker-april-naturgefahren-klimasprache-ipcc-terror-12886612.html\" title=\"+++ Klimaticker April +++ Naturgefahren, Klimasprache, IPCC-Terror\">+++ Klimaticker April +++ Naturgefahren, Klimasprache, IPCC-Terror<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/wissen\/klimaticker-maerz-extra-ipcc-bericht-jahreszeiten-ochsenkarren-12870056.html\" title=\"+++ Klimaticker M\u00e4rz +++ Extra +++ IPCC-Bericht, Jahreszeiten, Ochsenkarren \">+++ Klimaticker M\u00e4rz +++ Extra +++ IPCC-Bericht, Jahreszeiten, Ochsenkarren <span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><span class=\"MediaLink\"><span class=\"ArtikelBild290\">                <a href=\"\/aktuell\/wissen\/klima\/klimaticker-juli-champagnerlaune-und-rinderfuerze-13036126-b3.html\"  title=\"Industrielle Tierhaltung, Rinder\">                            <img title='Rindvieh macht Mist und bl\u00e4st Methan in die Luft.' height='163' itemprop='contentUrl' alt='Industrielle Tierhaltung, Rinder' width='290' class='media' src='http:\/\/media0.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/beruf-chance\/1332088743\/1.2135070\/article_teaser_marginal\/rindvieh-macht-mist-und-blaest-methan-in-die-luft.jpg' \/><\/a>                                            <span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" style=\"font-weight: normal- top: -10px-\" title=\"Rindvieh macht Mist und bl\u00e4st Methan in die Luft.\">Rindvieh macht Mist und bl\u00e4st Methan in die Luft.<\/span>                    <\/span><\/span><\/p>\n<p>+++ 7. Juli. Amerikas Rindviecher pusten offenbar mehr Methan in die Luft  als die gesamte heimische \u00d6l- und Gasindustrie. Das Spurengas, das zwar deutlich kurzlebiger ist als Kohlendioxid, daf\u00fcr aber zwanzig Mal so effektiv die W\u00e4rme in der Atmosph\u00e4re absorbiert, wird einer neuen Studie zufolge als Treibhausgas untersch\u00e4tzt. Die offiziellen, mit Industriedaten gef\u00fctterten Register geben das wahre Ausma\u00df der Methan-Emissionen nicht wieder. Das glauben jedenfalls Kevin Wecht von der Harvard University und seine Kollegen von der University of  Colorado in Boulder, die Satellitendaten mit Werten aus der flugzeuggest\u00fctzten Erderkundung und den Angaben in den nationalen Emissionsregistern verglichen haben. Das entsprechende Satellitenmessger\u00e4t \u201eSciamachy\u201c hat bis zum Jahr 2004 die Gasgehalte in unterschiedlichen Lufth\u00f6hen spektrometrisch ermittelt. Es gibt nach \u00dcberzeugung der Wissenschaftler die zuverl\u00e4ssigsten Emissionsdaten mit einer r\u00e4umlichen Aufl\u00f6sung von unter 100 Kilometern wieder. Die nationalen Methan-Emissionen waren im Jahr 2004 demnach rund 40 Prozent h\u00f6her als in den Industrieregistern veranschlagt. F\u00fcr die Landwirtschaft hat man eine j\u00e4hrliche Emission von 13 Millionen Tonnen ermittelt, knapp neun Millionen Tonnen kommen allein von den gro\u00dfen Rinderfarmen. F\u00fcr die Ausgasungen der \u00d6l- und Gasindustrie hat man rund sieben Millionen Tonnen j\u00e4hrlich errechnet. Wie die Forscher im  <a href=\"http:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1002\/2014JD021551\/abstract\">\u201eJournal of Geophysical Research: Atmosphere\u201c<\/a> schreiben, d\u00fcrfte das Verh\u00e4ltnis auch zehn Jahre nach diesen Messungen \u00e4hnlich geblieben sein. \u201eLediglich das Fracking d\u00fcrfte heute einen gr\u00f6\u00dferen Anteil an den Methan-Emissionen haben\u201c, kommentiert das Team in einer studienbegleitenden Pressmitteilung.  Ungekl\u00e4rt ist, wie viele Rindviecher es heute in den Vereinigten Staaten tats\u00e4chlich gibt, und welche Auswirkungen die Rinderrasse auf die Methan-Ausgasungen  hat. Deshalb werden jetzt landesweit ausgew\u00e4hlte Rinder rund um die Uhr per Satellit \u00fcberwacht, als Kontrollgruppe dienen \u00fcbergewichtige Politiker und Straft\u00e4ter, von denen man annimmt, dass sie kein  Methan emittieren, von denen man aber sicher sein kann, dass sie  l\u00fcckenlos \u00fcberwacht werden. +++     <\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/klima\/klimaticker-juli-champagnerlaune-und-rinderfuerze-13036126.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/klima\/klimaticker-juli-champagnerlaune-und-rinderfuerze-13036126.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was macht eigentlich die Apokalypse? Unser Glossenticker mit ernsten Nachrichten zum Klimawandel und ihren (weniger ernsten) Pointen. 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