{"id":26775,"date":"2014-07-08T05:50:52","date_gmt":"2014-07-08T05:50:52","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=26775"},"modified":"2014-07-08T05:50:52","modified_gmt":"2014-07-08T05:50:52","slug":"schlaganfall-opfer-fahrlassiger-umgang-mit-pillen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=26775","title":{"rendered":"Schlaganfall-Opfer: Fahrl\u00e4ssiger Umgang mit Pillen"},"content":{"rendered":"<p>Unz\u00e4hlige Menschen k\u00f6nnten jedes Jahr vor einem Hirnschlag bewahrt und Hunderte Millionen Euro Behandlungskosten vermieden werden. Woran es scheitert? An der Fr\u00fcherkennung und dem allzu laxen Umgang mit den n\u00f6tigen Pillen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Was sind diese Zahlen &#8211; ein Zeugnis des Scheiterns oder der Angst vor der Verschreibung und der Einnahme von Arzneimitteln? Eines zeigen sie auf jeden Fall: Wie gro\u00df das Potential von \u00c4rzten und Patienten ist, sich selbst beziehungsweise die Patienten fr\u00fchzeitig vor dem Schlimmsten zu bewahren.  Fast 10.000 Menschen im Land k\u00f6nnten dem neuen Versorgungsreport der DAK vor einem Hirnschlag und damit vor dem Tod oder folgenschweren, kostenintensiven Behinderungen bewahrt werden, wenn die \u00c4rzte und Patienten der Erkrankung, die den Schlaganfall ausl\u00f6st, konsequenter begegnen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Es geht um das Vorhofflimmern. Etwa 1,5 Millionen Menschen leiden daran, bei einem Drittel allerdings wird die gest\u00f6rte Erregungsleitung im Herzvorhof nicht entdeckt. Und selbst von denen, bei denen das Vorhofflimmern entdeckt wird, wird nur die H\u00e4lfte mit den wirksamsten  Medikamenten, den gerinnungshemmenden oralen Antikoagulantien, behandelt.<\/p>\n<p>Im Jahr 2012 wurden laut Statistik 302.000 Schlaganfall-Patienten in deutschen Krankenh\u00e4usern behandelt, 240.000 mussten auf Station bleiben. Vor allem jene Patienten, die mehr als einen Hirninfarkt erlitten haben, m\u00fcssen an ihren Folgebeschwerden, oft mehrfachen Behinderungen, leiden, und auch die Kassen m\u00fcssen Federn lassen. Statistisch gesehen kostet jeder der Schlaganfallpatienten f\u00fcr die Restzeit des Lebens rund 43.000 Euro.<\/p>\n<p><span class=\"MediaLink\"><span class=\"ArtikelBild290\">                <a href=\"\/aktuell\/wissen\/medizin\/schlaganfall-opfer-fahrlaessiger-umgang-mit-pillen-13025130-b2.html\"  title=\"Infografik \/ Schlaganfall-Symptome und Risikofaktoren\">                            <img title='Schlaganfall-Symptome und Risikofaktoren' height='163' itemprop='contentUrl' alt='Infografik \/ Schlaganfall-Symptome und Risikofaktoren' width='290' class='media' src='http:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/wissen\/3316675328\/1.3034307\/article_teaser_marginal\/schlaganfall-symptome-und-risikofaktoren.jpg' \/><\/a>                                            <span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" style=\"font-weight: normal- top: -10px-\" title=\"Schlaganfall-Symptome und Risikofaktoren\">Schlaganfall-Symptome und Risikofaktoren<\/span>                    <\/span><\/span><\/p>\n<p>Viele dieser Schlanganf\u00e4lle liessen sich der Gesundheitsstudie zufolge rechtzeitig verhindern. Ein Mensch mit Vorhofflimmern hat ein vier- bis f\u00fcnfmal so hohes Risiko f\u00fcr einen Hirnfarkt. Und hier setzt der Report an. Wenn nicht zwei Drittel, sondern vier von f\u00fcnf dieser Risikopatienten von den \u00c4rzten bei Untersuchungen erkannt und richtig behandelt w\u00fcrden, k\u00f6nnten zumindest rechnerisch gut 9400 Schlaganf\u00e4lle verhindert werden. Weitere 500 kommen bei Patienten mit einem Beinahe-Schlaganfall hinzu. Im Jahr kommen etwa 83.000 Menschen mit einer solchen Verstopfung der Hirngef\u00e4sse ins Krankenhaus, die sich normalerweise von selbst wieder zur\u00fcck bildet. Oft setzen die \u00c4rzte oder der Patient selbst schon wenige Monate nach dem Beinahe-Schlaganfall die Blutverd\u00fcnner ab, was die Gefahr eines Schlaganfalls wieder deutlich ansteigen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die Behandlung der rund zehntausend vermeidbaren Schlaganf\u00e4lle kostet die Kassen gerechnet rund 430 Millionen Euro. Um das zu vermeiden m\u00fcssten f\u00fcr rund 340 000 medikament\u00f6s schlecht versorgte Patienten mit Vorhofflimmern  Therapiekosten mit preiswerten Vitamin-K-Antagonisten in H\u00f6he von gut 31 Millionen pro Jahr angesetzt werden. Unter dem Strich, also netto, w\u00fcrden die Krankenkassen laut DAK-Report deutlich sparen.<\/p>\n<p>Vers\u00e4umnisse gibt es dabei keineswegs nur auf Seiten der \u00c4rzte und Kliniken. Schon lange wird beklagt und ist durch Studien belegt, dass viele Patienten ihre Vorerkrankungen nicht ernst genug nehmen. Sie lassen die Therapietreue vermissen und ihre Medikamente fahrl\u00e4ssigerweise in der Schublade liegen. Bei den Kassen sind deshalb verschiedene Pilotstudien angelaufen, beispielsweise durch Telemonitoring die Bereitschaft zur regelm\u00e4\u00dfigen Einnahme von Pillen und zur k\u00f6rperlichen Vorbeugung zu verbessern.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/schlaganfall-opfer-fahrlaessiger-umgang-mit-pillen-13025130.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/schlaganfall-opfer-fahrlaessiger-umgang-mit-pillen-13025130.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unz\u00e4hlige Menschen k\u00f6nnten jedes Jahr vor einem Hirnschlag bewahrt und Hunderte Millionen Euro Behandlungskosten vermieden werden. Woran es scheitert? 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