{"id":26759,"date":"2014-07-09T15:51:19","date_gmt":"2014-07-09T15:51:19","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=26759"},"modified":"2014-07-09T15:51:19","modified_gmt":"2014-07-09T15:51:19","slug":"dorothe-schumacher-sie-war-noch-niemals-in-paris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=26759","title":{"rendered":"Dorothe Schumacher: Sie war noch niemals in Paris"},"content":{"rendered":"<p>Viele gro\u00dfe Marken kehren der Berliner Modewoche den R\u00fccken. Nicht so Dorothee Schumacher: Ohne ihre Mode je in Paris, Mailand oder New York pr\u00e4sentiert zu haben, ist sie international erfolgreich. Nun steht sie dazu auch mit ihrem vollen Namen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Hugo Boss? Zeigt jetzt in New York. Rena Lange? Schon lange weg. Escada? Kommt auch nicht mehr. Die Berliner Modehoffnung Achtland? Nach London abgewandert. Schreckensmeldungen gab es viele in den vergangenen Saisons, jetzt kommt noch eine hinzu: Am Dienstagabend wurde bekannt, dass die Streetstyle-Messe Bread&#038;amp-Butter k\u00fcnftig nur noch im Sommer nach Berlin kommen wird, zum Messetermin im Winter schl\u00e4gt sie ihre Zelte in Barcelona auf. Ist das der schleichende Tod der Berliner Fashion Week?<\/p>\n<p>Kritiker gibt es viele, Skeptiker auch, Schwarzseher ohnehin, die in dieser Woche die Fashion Week besuchen. Dorothee Schumacher aber l\u00e4chelt. Die Mannheimer Designerin ist Optimistin \u2013 und Realistin zugleich. Und sie ist erfolgreich, obwohl sie weiterhin zur Berliner Fashion Week kommen will, wo sie an diesem Donnerstag ihre neue Kollektion f\u00fcr den n\u00e4chsten Sommer pr\u00e4sentiert. Deutsche Marken, sagt sie, m\u00fcssten an ihren \u201eHomemarket\u201c denken: \u201eWer es zuhause nicht schafft, schafft es auch international nicht.\u201c Und: Es brauche seine Zeit zu wachsen. \u201eDas ist wie bei Kindern, die sich entwickeln und denen man am Ende Mut, Kraft und Stolz vermittelt.\u201c<\/p>\n<p>Ausgerechnet ein Unternehmen aus der Provinz zeigt in Berlin, wie es geht, als deutsche Marke international erfolgreich zu sein \u2013 ohne sich jemals in Paris, Mailand oder New York pr\u00e4sentiert zu haben, sondern immer nur in Berlin. Schumacher, vor knapp 25 Jahren in Mannheim gegr\u00fcndet, verzeichnet einen j\u00e4hrlichen Umsatz von 39 Millionen Euro, f\u00fchrt zehn eigene L\u00e4den, dazu kommen 15 Shop-in-Shops und die Pr\u00e4senz in Luxusboutiquen auf der gesamten Welt, wo die Kleider von Schumacher neben Marken wie Gucci, Marni und Celine h\u00e4ngen.<\/p>\n<h2>Das Erfolgsgeheimnis ist Entwicklung<\/h2>\n<p>Ein Erfolgsgeheimnis des Unternehmens d\u00fcrfte sein, dass die Marke sich entwickelt hat. Schritt f\u00fcr Schritt. Den neuesten k\u00fcndigt die Designerin zur Fashion Week an. Ihr Auftritt an diesem Donnerstag ist der erste unter neuem Namen: Vor Schumacher steht jetzt noch Dorothee.<\/p>\n<p class=\"WeitereBeitraege\"><span class=\"WBHead\">Mehr zum Thema<\/span><\/p>\n<ul class=\"WBListe\">\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/lebensstil\/mode-design\/tag-1-der-berliner-fashion-week-im-ueberblick-13035520.html\" title=\"Spanische Winter, kein Sommer ohne Leinen\">Spanische Winter, kein Sommer ohne Leinen<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/lebensstil\/mode-design\/mode-aus-island-gestrickt-aus-der-krise-13021228.html\" title=\"Mode aus Island: Gestrickt aus der Krise\">Mode aus Island: Gestrickt aus der Krise<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Als die geb\u00fcrtige Rheinl\u00e4nderin die Marke mit ihrem damaligen Ehemann vor knapp 25 Jahren in Mannheim gr\u00fcndete, hie\u00df sie noch Singhoff und hatte eine Handvoll Mitarbeiter. Schumacher war ihr M\u00e4dchenname und h\u00f6rte sich an wie viele deutsche Marken, die seit den sechziger Jahren unter Phantasienamen wie Windsor oder St.Emile gegr\u00fcndet wurden. Namen, die gut klingen, aber auch ein bisschen nichtssagend sind. Angefangen hatte es bei Schumacher mit Tanktops, die zum Hosenanzug kombiniert werden sollten und die sie in einem D\u00fcsseldorfer Hotel w\u00e4hrend der Modemesse \u201eCPD\u201c pr\u00e4sentierte. Das war 1989 \u2013 die Zeit, als Frauen Hosenanz\u00fcge mit hellblauen Blusen trugen.<\/p>\n<p>Damals hatte sie noch nicht das Gef\u00fchl, die Marke m\u00fcsse so hei\u00dfen wie sie selbst. Obwohl die Entw\u00fcrfe auch damals schon viel von dem hatten, was sie selbst verk\u00f6rpert. Es gibt nur wenige Designer in Deutschland \u2013 und auch international \u2013 die besser verstehen, was eine Frau von der Mode erwartet. Schumachers Entw\u00fcrfe sind feminin und doch sportiv, ausgefallen und doch bequem, man kann sie im B\u00fcro tragen und doch taugen sie auch f\u00fcr abends, wenn man die Seidenbluse mit einem h\u00fcbschen Accessoire aufpeppt. Sie sind voller wirkungsvoller Details, aber unendlich kombinierbar. Auch die neue Kollektion, die sie zur Fashion Week in der Elisabethkirche in Berlin-Mitte pr\u00e4sentiert, zeigt das Spiel mit subtilen Reizen und unschuldiger Leichtigkeit. Sie spielt mit Bondage-Elementen \u2013 dennoch behalten Frauen bei ihr stets die Kontrolle. \u201eSie sind anziehend, weil sie f\u00fcr sich selbst sexy sind\u201c, kommentiert sie die Entw\u00fcrfe.<\/p>\n<h2>Der \u201eDorothee-Faktor\u201c<\/h2>\n<p>Es ist erst sieben Jahre her, dass Schumacher sich aus der Anonymit\u00e4t herauswagte. Sie gab pl\u00f6tzlich Interviews und nahm nach der Scheidung wieder ihren M\u00e4dchennamen Schumacher an. Den Gedanken, nun auch ihren Vornamen als Marke zu pr\u00e4sentieren, trage sie seit drei Jahren mit sich herum. Sie nennt es den \u201eDorothee-Faktor\u201c, der jetzt, fast 25 Jahre nach der Unternehmensgr\u00fcndung, hinzu komme. Und wenn sie das sagt, klingt das selbstbewusst, aber ihrem Lachen merkt man an, dass sie auch ein bisschen nerv\u00f6s ist.<\/p>\n<p>Denn auch hier bleibt sie ganz Frau: Wie bei ihrer Mode geht es ihr nie nur um rationale \u00dcberlegungen. Sie spricht lieber von Leidenschaft als von Zahlen. Der neue Name f\u00fchle sich richtig an, sei \u201eso konsequent weiblich\u201c und ein \u201enat\u00fcrlicher Schritt\u201c, den sie jetzt gewagt habe. Auffallend ist, dass das neue Logo mit einem schwarzen Schriftzug auf wei\u00dfem Untergrund weniger verspielt daher kommt. Daf\u00fcr stehe nun ihr Vorname f\u00fcr Femininit\u00e4t.<\/p>\n<p>Bevor aber aus \u201eSchumacher\u201c die Marke \u201eDorothee Schumacher\u201c wurde, zog die Designerin ihr Team zurate, schlie\u00dflich seien sie und ihre mittlerweile 140 Mitarbeiter aus 16 Nationen wie eine Familie, in der man alles besprechen m\u00fcsse und nichts \u00fcber den Kopf des anderen entschieden werden kann. Auch hier ist Schumacher nicht nur Unternehmerin und Designerin, sondern auch eine Mutter von vier Kindern: \u201eWenn Sie einfach entscheiden, wir gehen heute zum Italiener, und die Kinder sitzen dann n\u00f6rgelnd am Tisch, funktioniert das schlie\u00dflich auch nicht.\u201c<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/lebensstil\/mode-design\/dorothe-schumacher-sie-war-noch-niemals-in-paris-13036647.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/lebensstil\/mode-design\/dorothe-schumacher-sie-war-noch-niemals-in-paris-13036647.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele gro\u00dfe Marken kehren der Berliner Modewoche den R\u00fccken. Nicht so Dorothee Schumacher: Ohne ihre Mode je in Paris, Mailand oder New York pr\u00e4sentiert zu haben, ist sie international erfolgreich. 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