{"id":26325,"date":"2014-06-14T23:21:17","date_gmt":"2014-06-14T23:21:17","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=26325"},"modified":"2014-06-14T23:21:17","modified_gmt":"2014-06-14T23:21:17","slug":"behandlungsfehler-notfallhilfe-bei-allergischem-schock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=26325","title":{"rendered":"Behandlungsfehler: Notfallhilfe bei  allergischem Schock"},"content":{"rendered":"<p>Meist kommt es nach einem Bienen- oder Wespenstich oder durch Nahrungsmittelallergie: Allergischer Schock. Der ist oft lebensbedrohlich. Dagegen gibt es ein Schockmedikament. Doch selbst Not\u00e4rzte reagieren oft falsch, wie ein neues Register jetzt erstmal gezeigt hat.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im Zweifel \u201eNotarzt rufen\u201c lautet der Rat an Allergiker im Internet f\u00fcr den Fall, dass sich erste Anzeichen f\u00fcr einen lebensbedrohlichen Schockzustand bemerkbar machen. Der Arzt reagiert indes bei allergiebedingten Notf\u00e4llen nicht immer so, wie es medizinisch geboten w\u00e4re. Am zuverl\u00e4ssigsten wird Allergikern noch in der Hauptstadt geholfen. Zu diesem Schluss gelangt die erste deutschlandweite Auswertung des Anaphylaxie-Registers, das im Jahr 2006 ins Leben gerufen wurde. Von den Ergebnissen berichten Margitta Worm vom Allergie-Centrum Charit\u00e9 der Universit\u00e4tsmedizin Berlin mit zahlreichen Kollegen der am Register beteiligten Zentren in der kommenden Ausgabe des \u201eDeutschen \u00c4rzteblattes\u201c (Bd. 111, S. 367).<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler haben f\u00fcr die Frage, welche Ma\u00dfnahmen Not\u00e4rzte bei schwerwiegenden allergischen Reaktionen ergreifen, 1123 Notfallprotokolle des Anaphylaxie-Registers ausgewertet. Au\u00dferdem wurden zum Vergleich 120 Eins\u00e4tze der Berliner not\u00e4rztlichen Versorgung herangezogen und 994 F\u00e4lle der ADAC-Luftrettung ber\u00fccksichtigt. Die Daten belegen \u201eeine Diskrepanz zwischen den aktuell in den Leitlinien genannten Behandlungsempfehlungen und der tats\u00e4chlichen Versorgung der Patienten\u201c, hei\u00dft es in der Ver\u00f6ffentlichung. Anaphylaktische Reaktionen auf Allergene reichen von R\u00f6tungen und Quaddeln auf der Haut, \u00dcbelkeit, Kopfschmerzen, Panikgef\u00fchlen, beschleunigtem Herzschlag, unwillk\u00fcrlichem Harn- und Stuhlverlust, massiven Schwellungen der Schleimh\u00e4ute des Kehlkopfs bis zu Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und Kreislaufzusammenbruch. Mediziner teilen diese Reaktionen bei entsprechend vorbelasteten Personen in vier Grade ein &#8211; bereits ab Schweregrad II ist die Gabe von Adrenalin als Schockmedikament geboten.<\/p>\n<p><span class=\"MediaLink\"><span class=\"ArtikelBild290\">                <a href=\"\/aktuell\/wissen\/medizin\/behandlungsfehler-notfallhilfe-bei-allergischem-schock-12980884-b2.html\"  title=\"Mehrere Impfstoffe f\u00fcr Kinder nicht mehr lieferbar\">                            <img title='Zu vorsichtig im Umgang mit der Adrenalin-Spritze?' height='163' itemprop='contentUrl' alt='Mehrere Impfstoffe f\u00fcr Kinder nicht mehr lieferbar' width='290' class='media' src='http:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/wissen\/2006902976\/1.990015\/article_teaser_marginal\/zu-vorsichtig-im-umgang-mit-der-adrenalin-spritze.jpg' \/><\/a>                                            <span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" style=\"font-weight: normal- top: -10px-\" title=\"Zu vorsichtig im Umgang mit der Adrenalin-Spritze?\">Zu vorsichtig im Umgang mit der Adrenalin-Spritze?<\/span>                    <\/span><\/span><\/p>\n<p>Nur 8,6 Prozent der betroffenen Notf\u00e4lle erhielten Adrenalin von der Luftrettung, 12,3 Prozent der Patienten aus dem Anaphylaxie-Register, und in 21,6 Prozent verabreichten die Berliner Not\u00e4rzte das kreislaufst\u00fctzende Notfallmedikament. Die Not\u00e4rzte der Hauptstadt schneiden am besten ab, wenn es um die Behandlung des schwersten Grads allergischer Symptome ging. Bei Grad- IV-Reaktionen erhielt von ihnen immerhin jeder Kranke sofort Adrenalin. Bei den ADAC-Eins\u00e4tzen waren es in diesen eigentlich eindeutigen Notf\u00e4llen jedoch nur 78 Prozent, und gem\u00e4\u00df den Angaben aus dem bundesweiten Anaphylaxie-Register erhielt nicht einmal jeder zweite Notfallpatient im Falle einer Grad-IV-Anaphylaxie Adrenalin.<\/p>\n<p>Woran das liegt, l\u00e4sst sich der Auswertung nicht entnehmen. Falsche Zur\u00fcckhaltung oder Bedenken, ein starkes Kreislaufmittel in der medizinisch gebotenen Weise zu verabreichen, sollte es nicht sein. Denn diejenigen Patienten, deren Allergiebereitschaft bekannt ist, werden sogar eigens mit einem sogenannten Autoinjektor ausgestattet. Sie sollen ausdr\u00fccklich f\u00fcr den Fall der F\u00e4lle ger\u00fcstet sein, um sich selbst eine Injektion verabreichen zu k\u00f6nnen. Es ist anzunehmen, dass dann, wenn man einem Laien eine solche Entscheidung abverlangt, sie auch einem Arzt im Notfalleinsatz zugemutet werden darf. Zumal da es Hinweise gibt, dass jene Patienten, die als Folge einer schweren allergischen Reaktion starben, Adrenalin \u00fcberhaupt nicht oder zu sp\u00e4t erhalten hatten.<\/p>\n<p>Erstmals liegen dank der Registerauswertung f\u00fcr Deutschland nun auch genauere Hinweise auf die Ausl\u00f6ser von schweren allergischen Reaktionen vor: F\u00fcr die kommenden Sommermonate ist vor allem von Bedeutung, dass Wespen- und Bienenstiche und andere Insektengifte am h\u00e4ufigsten Anaphylaxien bei Erwachsenen verursachen. Bei Kindern stehen Nahrungsmittel, hier vor allem Erdn\u00fcsse, Kuhmilch und H\u00fchnereiwei\u00df, im Vordergrund. Was allergieausl\u00f6sende Medikamente angeht, so stehen Schmerzmittel &#8211; insbesondere nichtsteroidale Antiphlogistika wie Diclofenac, Acetylsalicyls\u00e4ure, Ibuprofen und Metamizol &#8211; an erster Stelle, gefolgt von Antibiotika.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/behandlungsfehler-notfallhilfe-bei-allergischem-schock-12980884.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/behandlungsfehler-notfallhilfe-bei-allergischem-schock-12980884.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meist kommt es nach einem Bienen- oder Wespenstich oder durch Nahrungsmittelallergie: Allergischer Schock. Der ist oft lebensbedrohlich. Dagegen gibt es ein Schockmedikament. 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