{"id":26149,"date":"2014-05-31T17:22:12","date_gmt":"2014-05-31T17:22:12","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=26149"},"modified":"2014-05-31T17:22:12","modified_gmt":"2014-05-31T17:22:12","slug":"ubergewicht-die-dicksten-menschen-kommen-von-nauru","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=26149","title":{"rendered":"\u00dcbergewicht: Die dicksten Menschen kommen von Nauru"},"content":{"rendered":"<p>Zu viel Fett und Zucker f\u00fchrt nicht selten zu schwerem \u00dcbergewicht. Bei einigen V\u00f6lkern eher als bei anderen. Woran k\u00f6nnte das liegen?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Seine letzte Reise trat Manuel Uribe nicht in einem Sarg an, sondern in seinem Bett. Mehr als ein halbes Dutzend M\u00e4nner hievten die in Plastik gewickelte Stahlkonstruktion mit der Leiche vergangene Woche aus dem Krankenhaus, in dem der schwerste Mann der Welt gestorben war. Zwar hatte der Mexikaner binnen sieben Jahren von 560 auf 396 Kilogramm abgespeckt. Doch das war vermutlich zu viel f\u00fcr das Herz des 48-J\u00e4hrigen. Er l\u00e4sst Familie und Freunde zur\u00fcck. Und einmal mehr die Frage, warum manche Menschen so schnell und unumkehrbar dick werden, w\u00e4hrend andere schlank und munter durchs Leben schweben. Sind es die Gene? Oder z\u00e4hlen am Ende doch Charakter und Disziplin, gerade im Angesicht einer vor Zucker und Fett nur so strotzenden westlichen Ern\u00e4hrung?<\/p>\n<p>Klar ist, dass \u00dcbergewicht und Fettleibigkeit fast \u00fcberall auf der Welt zunehmen: in Deutschland, in den Vereinigten Staaten sowieso und andernorts noch viel dramatischer. Epidemiologen ermitteln diese Trends mit Hilfe einer biometrischen Kennzahl: Der Body-Mass-Index, kurz BMI, ist definiert als das Verh\u00e4ltnis von K\u00f6rpermasse zu K\u00f6rperfl\u00e4che, als Gewicht geteilt durch K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe zum Quadrat. Liegt der Wert zwischen 18,5 und 25 Kilo je Quadratmeter, ist alles o.k. Ab 25 beginnt das \u00dcbergewicht, ab 30 die Fettleibigkeit, die aufw\u00e4rts dann noch einmal in drei Schweregrade unterteilt ist.<\/p>\n<h2>Jenseits des westlichen Magerwahnsinns<\/h2>\n<p>Im Kern bedeutet das, dass selbst der durchschnittliche Einwohner der Bundesrepublik zu dick ist: Im Mittel lag der BMI deutscher M\u00e4nner 2008 bei 27,2 und f\u00fcr Frauen bei 25,7. Damit kommen zumindest die deutschen M\u00e4nner den mexikanischen und amerikanischen Geschlechtsgenossen erstaunlich nahe: Dort liegt der mittlere BMI bei 27,4 beziehungsweise 28,5.<\/p>\n<p>\u00dcberraschend ist das nicht, gelten die Vereinigten Staaten und Mexiko doch als Hochburgen des \u00dcbergewichts. Meist unerw\u00e4hnt bleibt aber, dass es sich weder bei den Amerikanern noch bei den Mexikanern um das dickste Volk der Erde handelt. Man findet es vielmehr nord\u00f6stlich von Australien, in der kleinsten Republik der Welt. Die M\u00e4nner des mikronesischen Inselstaats Nauru haben 2008 durchschnittlich einen BMI von fast 34 erreicht und werden lediglich von ihren Frauen mit einem BMI von 35 \u00fcbertroffen.<\/p>\n<p>Nicht allein die Bewohner Naurus sind in ihrer Leibesf\u00fclle bemerkenswert, auch in den indigenen V\u00f6lkern der benachbarten Cook-Inseln und des polynesischen Tonga-Archipels ist Adipositas ein normales Ph\u00e4nomen. Und das, obwohl man sich doch gerade naturverbundene Inselv\u00f6lker als fit und gesund vorstellt. Wie ist das m\u00f6glich?<\/p>\n<h2>K\u00f6rperfett f\u00fcr harte Zeiten<\/h2>\n<p>Es k\u00f6nnte einfach an der Kultur liegen: Jenseits des westlichen Magerwahnsinns pflegen viele V\u00f6lker durchaus \u00fcppige Sch\u00f6nheitsideale. Nach ihrem K\u00f6rpergef\u00fchl befragt, empfinden sich die meisten Bewohner Ozeaniens auch keineswegs als viel zu dick. Anders als in Europa und Nordamerika sch\u00e4tzen die meisten ihr Gewicht sogar deutlich niedriger ein, als es ist. In Europa und Nordamerika verh\u00e4lt es sich genau anders herum. Kritiker einschl\u00e4giger Studien allerdings haben darauf hingewiesen, dass ozeanische V\u00f6lker zwar weibliche Formen und muskul\u00f6se M\u00e4nnlichkeit bevorzugen. Mit Adipositas habe das aber noch nichts zu tun.<\/p>\n<p>Die Geschichte liefert vielleicht bessere Hinweise. Die Inseln Ozeaniens waren in den drei- bis viertausend Jahren ihrer Besiedlung weitgehend vom Rest der Welt abgeschottet. Nauru wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts von den Briten kolonialisiert. Wenn in solchen isolierten Gemeinschaften, die ihr Erbgut \u00fcber lange Zeit nur untereinander austauschen, besondere Merkmale hervortreten, liegt eine erbliche Ursache ziemlich nahe.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/uebergewicht-die-dicksten-menschen-kommen-von-nauru-12966435.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/uebergewicht-die-dicksten-menschen-kommen-von-nauru-12966435.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu viel Fett und Zucker f\u00fchrt nicht selten zu schwerem \u00dcbergewicht. Bei einigen V\u00f6lkern eher als bei anderen. 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