{"id":25828,"date":"2014-05-30T14:12:47","date_gmt":"2014-05-30T14:12:47","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=25828"},"modified":"2014-05-30T14:12:47","modified_gmt":"2014-05-30T14:12:47","slug":"mindestlohn-angriff-auf-die-generation-praktikum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=25828","title":{"rendered":"Mindestlohn: Angriff auf die Generation Praktikum"},"content":{"rendered":"<p>1400 Euro im Monat f\u00fcr Praktikanten \u2013 der Mindestlohn macht es m\u00f6glich. Viele Unternehmen wollen das nicht zahlen und stattdessen die Zahl der Praktika reduzieren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Florian Haller ist keiner, der sich schnell in Rage redet. Immer ein L\u00e4cheln auf den Lippen, immer ein paar charmante Worte auf der Zunge: Der Chef der M\u00fcnchner Agentur Serviceplan steht im Ruf, der Hugh Grant der deutschen Werbebranche zu sein. Doch wenn das Gespr\u00e4ch auf das Thema Mindestlohn kommt, dann verd\u00fcstert sich Hallers Miene. Der Agenturmanager st\u00f6rt sich an Paragraf 22 im Gesetzentwurf von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD). Darin steht, dass der Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde auch f\u00fcr Praktikanten gelten soll, wenn das Praktikum l\u00e4nger als sechs Wochen dauert und es freiwillig gemacht wird.<\/p>\n<p>Knapp 1400 Euro im Monat f\u00fcr orientierungsuchende Studenten, die mal schauen wollen, ob die Welt der Werbung wirklich so glitzernd ist, wie es immer hei\u00dft? Wo Berufseinsteiger mit erfolgreichem Abschluss und allerlei Zusatzqualifikationen gerademal einen Tausender mehr bekommen? Nach Ansicht von Haller ist das Irrsinn. Der Chef von Deutschlands gr\u00f6\u00dfter inhabergef\u00fchrten Werbeagentur legt Wert darauf, kein Ausbeuter zu sein. Derzeit bekommen die Praktikanten 600 Euro im Monat, die meisten bleiben drei bis sechs Monate. F\u00fcr Haller steht fest: Wenn der Gesetzentwurf mit der besagten Praktikanten-Regel durchgeht, wird es bei Serviceplan keine Praktika mehr geben. \u201eDas Praktikum ist tot\u201c, sagt Haller. \u201eDie Politik macht gerade eine tolle Institution kaputt.\u201c<\/p>\n<h2>Rund 600.000 Praktikanten sind t\u00e4glich im Einsatz \u2013 noch<\/h2>\n<p>Nun ist das mit der \u201etollen Institution\u201c so eine Sache. Gerade die Kreativbranche ist daf\u00fcr bekannt, dass sie bei der Einstellung von Praktikanten nicht immer das Wohl der jungen Leute im Blick hat, die sich nach vielen theorielastigen Stunden im H\u00f6rsaal einen \u00dcberblick \u00fcber ihre beruflichen M\u00f6glichkeiten verschaffen wollen, sondern vielmehr ihr eigenes. Berichte \u00fcber Unternehmen, die L\u00fccken in der Belegschaft mit Jahrespraktikanten f\u00fcllen, die vollen Arbeitseinsatz f\u00fcr geringe Geh\u00e4lter erwarten, mit der vagen Aussicht auf eine feste Stelle, haben erst den Begriff der \u201eGeneration Praktikum\u201c gepr\u00e4gt, und dann die Politik auf den Plan gerufen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/beruf-chance\/arbeitswelt\/mindestlohn-naht-das-ende-der-generation-praktikum-12916141.html\">Doch mit ihrem Vorsto\u00df k\u00f6nnte die Politik am Ende genau das Gegenteil bewirken<\/a>, den Jungen mehr schaden, als ihnen nutzen. Denn nicht nur in Werbeagenturen rechnen die Verantwortlichen l\u00e4ngst durch, wie sie auf die stattliche Lohnerh\u00f6hung f\u00fcr den Nachwuchs reagieren sollen. Die Antwort lautet vielerorts: mit strengeren Auswahlkriterien \u2013 und mit weniger Praktikumsstellen. 600.000 Praktikanten sind gegenw\u00e4rtig an einem durchschnittlichen Werktag in der deutschen Wirtschaft im Einsatz sind. Vieles deutet darauf hin, dass es k\u00fcnftig weniger sein werden.<\/p>\n<h2>Bisher bekommen Praktikanten zwischen 600 und 900 Euro<\/h2>\n<p>\u201ePraktikanten machen uns Arbeit und st\u00f6ren den normalen Ablauf. Und daf\u00fcr sollen wir ihnen nun auch noch den Mindestlohn bezahlen? Das ist doch Unfug\u201c, erregt sich Martin Kannegie\u00dfer, der Inhaber der Maschinenbaufirma Herbert Kannegie\u00dfer GmbH im ostwestf\u00e4lischen Vlotho. \u201eWir werden k\u00fcnftig weniger Praktikumspl\u00e4tze vergeben\u201c, sagt der Mann, der viele Jahre Pr\u00e4sident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall war. Anderen Unternehmern st\u00f6\u00dft schon der Begriff \u201eMindestlohn\u201c sauer auf. Ein Praktikant k\u00f6nne de facto gar nicht wie ein Arbeitnehmer behandelt werden, denn Lohn sei das Entgelt f\u00fcr erbrachte Leistungen, bei Praktikanten best\u00fcnde seitens des Unternehmens aber gar kein Anspruch auf Leistungserbringung. \u201eWoher kommt also der Anspruch auf Lohn?\u201c, fragt ein Unternehmer aus der norddeutschen Elektroindustrie, der lieber nicht namentlich genannt werden will.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/mindestlohn-angriff-auf-die-generation-praktikum-12957228.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/mindestlohn-angriff-auf-die-generation-praktikum-12957228.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1400 Euro im Monat f\u00fcr Praktikanten \u2013 der Mindestlohn macht es m\u00f6glich. 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