{"id":25774,"date":"2014-05-25T08:00:00","date_gmt":"2014-05-25T08:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=25774"},"modified":"2014-05-25T08:00:00","modified_gmt":"2014-05-25T08:00:00","slug":"yacht-fareast-31r-bootschafter-aus-schanghai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=25774","title":{"rendered":"Yacht \u201eFareast 31R\u201c: Bootschafter aus Schanghai"},"content":{"rendered":"<p>Bisher kannte man Fareast in Europa als Produzenten kleiner Dinghis. Mit der neuen 31R bringen die Chinesen nun einen Beweis ihrer F\u00e4higkeiten als Yachtbauer nach Europa \u2013 um in China zuwachsen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dass Maarten Voogd die M\u00f6glichkeit hatte, etwas Einzigartiges zu konstruieren, wei\u00df er. Die Fareast 31R ist ein extremes Boot, keine Massenware. Man nehme vom Feinsten f\u00fcrs schnelle Segeln, keine Kompromisse, keine Bedingungen au\u00dfer jener, dass das Boot in einen Container passen muss. \u00dcblicherweise setzen Preis, Marktumfragen, Vermessungsregeln enge Grenzen bei der Entwicklung, Kompromissf\u00e4higkeit ist eine der Tugenden heutiger Designer.<\/p>\n<p>Anders bei der Fareast 31R: Rumpf und Rigg sind aus teurer Kohlefaser, reichlich Segelfl\u00e4che sorgt f\u00fcr Vortrieb, mit ihrer hochwertigen Beschlagausstattung l\u00e4sst sie sich kinderleicht handhaben, und unter Deck ist der Rumpf leer wie eine Trommel. Fertig ist Seglers Traumschiff \u2013 vorausgesetzt, er bringt neben dem n\u00f6tigen Kleingeld f\u00fcr sein Spielzeug zum reinen Racing noch ein bisschen technisches Grundwissen mit. Denn das sollte man haben, wenn man die 31R wirklich sch\u00e4tzen lernen will.<\/p>\n<h2>F\u00fcr siegreiche Rennyachten bekannt<\/h2>\n<p>Die holl\u00e4ndischen Konstrukteure Simonis\/Voogd sind in der Szene f\u00fcr einige siegreiche Rennyachten bekannt, Auftraggeber Fareast mit Sitz in Schanghai ist unter Regattaseglern vornehmlich als Opti- und 420er-Hersteller bekannt und gut im Gesch\u00e4ft. Die von Simonis\/Voogd gezeichnete 31R soll das Leuchtturmprojekt sein, eine Marketingma\u00dfnahme, mit der die Werft zeigen will, wozu sie in der Lage ist.<\/p>\n<p>Interessanterweise hat das Unternehmen bei der Einf\u00fchrung der 31R in Europa den chinesischen Markt im Blick: Dort haben noch nicht viele den Wassersport f\u00fcr sich entdeckt. Potentielle Kunden will Fareast mit dem Umweg \u00fcber Europa aktivieren: \u201eChinesen kaufen nicht gern chinesische Produkte\u201c, erkl\u00e4rt Maarten Voogd w\u00e4hrend der Testfahrt auf dem Greifswalder Bodden, \u201eich habe den Leuten von Fareast erz\u00e4hlt, dass sie erst einmal in Europa akzeptiert sein m\u00fcssen, um in China erfolgreich zu verkaufen.\u201c<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t                                                                                                                      <span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" title=\"Leichtgewicht: 1.800 Kilogramm bringt der Kohleracer auf die Waage\">Leichtgewicht: 1.800 Kilogramm bringt der Kohleracer auf die Waage<\/span>                        \t\t\t<\/p>\n<p>Bei k\u00fchlem Wetter und schneidendem Wind kreuzen wir mit der ferrariroten, knapp zehn Meter langen Yacht hinaus. In jeder kleinen B\u00f6e beschleunigt sie merklich. Hart am Wind sind 7,5 Knoten drin. L\u00e4sst der Wind nach, geht die Geschwindigkeit genauso schnell wieder zur\u00fcck. Grund daf\u00fcr ist die geringe Masse, gerade einmal 1.800 Kilogramm bringt der Kohleracer auf die Waage, 1.200 davon steuert allein die Kielbombe bei. 66 Prozent betr\u00e4gt somit der Ballastanteil. Ein Regattaboot wie die aus herk\u00f6mmlichen Glasfasern gebaute Melges 32 muss mit knapp unter 50 Prozent auskommen.<\/p>\n<h2>An Deck mehr Jolle als Yacht<\/h2>\n<p>An Deck ist die Fareast mehr Jolle als Yacht, das riesige Cockpit endet erst kurz hinterm Mast. Beim wenige Zentimeter hohen Aufbau handelt es sich in erster Linie um ein Designelement. Die 31R hat etwas von einem Sportwagen, aufs N\u00f6tigste reduziert, dazu Anbauteile aus Karbon wie die kleinen Spoiler auf dem Vordeck, die den seitlichen Wind ins Segel leiten sollen (\u201eMessbar ist das wahrscheinlich nicht\u201c, so Voogt aufrichtig).<\/p>\n<p>Die Relingst\u00fctzen bestehen ebenfalls aus Karbonfasern. Dazu ein vorspringender Bug, wie man ihn von Motoryachten und Katamaranen kennt. Ob das f\u00fcr die Segeleigenschaften von Vorteil ist? Nein, sagt Voogd, aber das Schiff h\u00e4tte mit dem urspr\u00fcnglich geplanten geraden Vorsteven einfach zu unmodern ausgesehen. So, wie es ist, wirkt es fraglos angriffslustig.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t                                                                                                                      <span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" title=\"Volle Kraft voraus: Hart am Wind sind 7,5 Knoten drin\">Volle Kraft voraus: Hart am Wind sind 7,5 Knoten drin<\/span>                        \t\t\t<\/p>\n<p>Im Hafen erzeugt die Chinesin Aufmerksamkeit wie ein auf einem Supermarktparkplatz stehender Bugatti. Zweck erf\u00fcllt: Denn Fareast m\u00f6chte den Ruf der Opti-Werft absch\u00fctteln. Mehr als 1.000 St\u00fcck produzieren die Chinesen davon im Jahr, aber die vier Teilhaber des Unternehmens wollen mehr. Weitere Produktreihen werden gerade ins Leben gerufen, darunter Renner wie die R31, Cruiser Racer oder sogar gro\u00dfe, zerlegbare Katamarane f\u00fcr chinesische Binnenreviere.<\/p>\n<p>\u201eJedes Jahr wollen wir drei neue Modelle auf den Markt bringen\u201c, berichtet der Holl\u00e4nder Voogd. \u201eAls N\u00e4chstes kommt eine Cruising-Linie, viel Platz und g\u00fcnstig wie Bavaria.\u201c Die Qualit\u00e4tsanmutung zumindest der 31R wirkt erfolgversprechend. F\u00fcr alle Kohlefaserteile der fern\u00f6stlichen Kanone wurden eigens Negativformen gebaut. Abgesehen vom undichten Vorschiffsluk wirkt die von uns begutachtete Baunummer zwei wie ein Gro\u00dfserienbau \u2013 makellose Oberfl\u00e4chen, keine unsauberen Kanten, keine schlechten Passungen.<\/p>\n<p class=\"WeitereBeitraege\"><span class=\"WBHead\">Mehr zum Thema<\/span><\/p>\n<ul class=\"WBListe\">\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/gesellschaft\/menschen\/donald-crowhurst-er-wollte-meer-12877020.html\" title=\"Donald Crowhurst: Er wollte meer\">Donald Crowhurst: Er wollte meer<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/superyachten-nie-ohne-meinen-heli-12802192.html\" title=\"Superyachten: Nie ohne meinen Heli\">Superyachten: Nie ohne meinen Heli<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/messe-boot-2014-so-stopft-man-ein-loch-12748929.html\" title=\"Vorschau \u201eBoot 2014\u201c: So stopft man ein Loch\">Vorschau \u201eBoot 2014\u201c: So stopft man ein Loch<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir fallen ab. Wenn der schlanke Kiel an der Kreuz noch Nachteile hatte, weil andere Boote vielleicht mehr H\u00f6he gehen k\u00f6nnen, kommt jetzt das, was jedem ambitionierten Segler ein Grinsen ins Gesicht zaubert. Ohne Gennaker zischt die rote Yacht mit mehr als zehn Knoten davon. Mit dem zus\u00e4tzlichen Vorsegel erscheint auf der Digitalanzeige am Mast alsbald die 14. Wir lassen ein makelloses Kielwasser hinter uns, die Bugwelle leckt unter den Spoilern hindurch \u00fcbers Deck und l\u00e4uft widerstandslos durchs Cockpit ab.<\/p>\n<h2>Segeln in Perfektion<\/h2>\n<p>Die Fareast 31R gibt sich unbeeindruckt von der Belastung, die Kohlefaserkonstruktion ist steif und schwingungsfrei. Aber lohnt der Aufwand bei einem so kleinen Boot tats\u00e4chlich? \u201eAbsolut\u201c, sagt Voogd, \u201ewir sparen bei der 31R 250 bis 300 Kilogramm im Rumpf und noch einmal 30 im Rigg.\u201c Am Horizont taucht R\u00fcgen auf und kommt schnell n\u00e4her. Segeln in Perfektion, wie es auch die fern\u00f6stlichen Kunden sch\u00e4tzen lernen sollen. Jedenfalls die sportlich angehauchten.<\/p>\n<p>Um sie an das Hobby heranzuf\u00fchren, hat die Werft den ersten Segelverein gegr\u00fcndet. In den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren sollen, als Teil des gro\u00dfangelegten Plans, fast 50 Klubs hinzukommen. Jeder soll mit Vereinsbooten von Fareast ausgestattet werden. Unabh\u00e4ngig von chinesischen F\u00fcnfjahrespl\u00e4nen kann die 31R in Europa f\u00fcr etwa 130.000 Euro (ohne Segel) gekauft werden.<\/p>\n<p><strong>Werft:<\/strong> Far East FRP Boat Co., Schanghai, www.fareastboats.com- <strong>H\u00e4ndler:<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.kroeslin-yachting.de\" target=\"_blank\">Kr\u00f6slin Yachting GmbH<\/a>, Hafenstra\u00dfe 9, 17440 Kr\u00f6slin<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/yacht-fareast-31r-bootschafter-aus-schanghai-12954667.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/yacht-fareast-31r-bootschafter-aus-schanghai-12954667.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bisher kannte man Fareast in Europa als Produzenten kleiner Dinghis. 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