{"id":25754,"date":"2014-05-25T07:18:43","date_gmt":"2014-05-25T07:18:43","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=25754"},"modified":"2014-05-25T07:18:43","modified_gmt":"2014-05-25T07:18:43","slug":"die-borsenwoche-die-bad-bank-mit-atomkraft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=25754","title":{"rendered":"Die B\u00f6rsenwoche: Die Bad Bank mit Atomkraft"},"content":{"rendered":"<p>Der Dax hat zwei neue Zugpferde: Die hochverschuldeten Energieunternehmen Eon und RWE treiben den Index in die N\u00e4he seines Allzeithochs. Was steckt hinter dem positiven Schwung der Versorgeraktien?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich hat der Dax zwei neue Zugpferde. Die beiden Energieversorger Eon und RWE, deren Kurse arg gebeutelt sind von der Energiewende, geben dem Dax gerade ungew\u00f6hnlichen Antrieb. Ihre Aktienkurse legten in dieser Woche um 7 und 9 Prozent zu, trieben den Dax damit auf mehr als 9.750 Punkte und in die N\u00e4he seines Allzeithochs von 9.810 Punkten. Was steckt hinter dem neuen positiven Schwung der Versorgeraktien?<\/p>\n<p>Eon und RWE sind hochverschuldet, haben sich in den vergangenen zehn Jahren mit dem Bau von Kohle- und Gaskraftwerken \u00fcbernommen. Jetzt k\u00f6nnen sie ihre Schulden kaum tilgen, auch weil seit der Energiewende Strom aus regenerativen Quellen vorgezogen wird. Nicht zuf\u00e4llig legte die Aktie des Windkraftanlagenherstellers Nordex in dieser Woche \u00e4hnlich kr\u00e4ftig zu wie Eon und RWE. Letztere wirken wie Dinosaurier.<\/p>\n<h2>Quasi systemrelevant<\/h2>\n<p>Im l\u00e4ngerfristigen Kursvergleich trennen Eon und RWE auf der einen und Nordex auf der anderen Seite Welten. Seit Mai 2011 freuen sich die Aktion\u00e4re von Nordex \u00fcber 130 Prozent Kursgewinn, die von Eon und RWE dagegen beklagen 30 Prozent Kursverlust. Eon und RWE haben f\u00fcr ihre Atomkraftwerke 36 Milliarden Euro zur\u00fcck gestellt. Angesichts ihres starken Gewinnverfalls besteht die Gefahr, dass ihre Atom-R\u00fcckstellungen f\u00fcr andere Zwecke angegriffen werden. Deshalb kursieren Vorschl\u00e4ge, die R\u00fcckstellungen mit den Kraftwerken in eine Stiftung auszulagern. B\u00f6rsianer sprechen von einer Bad Bank der Versorger.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t                                                                                                                      <span class=\"Bildunterschrift\" itemprop=\"description\" title=\"Gewinner und Verlierer der B\u00f6rsenwoche\">Gewinner und Verlierer der B\u00f6rsenwoche<\/span>                        \t\t\t<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gibt es Parallelen zwischen Banken und Energieversorgern. Gro\u00dfe und miteinander verwobene Banken gelten als systemrelevant. \u201eToo big to fail\u201c, sagen Amerikaner dazu und meinen: Zu gro\u00df, als dass man diese Banken untergehen lassen d\u00fcrfe. Notfalls m\u00fcsse sie der Staat retten, weil sie beim Sturz in den Abgrund zu viel mit rei\u00dfen. Sp\u00e4testens seit die SPD nicht nur in D\u00fcsseldorf, sondern auch in Berlin wieder (mit-)regiert, gelten auch die Versorger Eon und RWE mit ihren vielen Besch\u00e4ftigten im Ruhrgebiet als quasi systemrelevant.<\/p>\n<h2>\u201eToo big to jail\u201c gilt immer weniger<\/h2>\n<p>Zumal nordrhein-westf\u00e4lischen Kommunen 25 Prozent von RWE geh\u00f6rt. Damit \u00e4hnelt RWE etwas der Westdeutschen Landesbank, die nach vielen Schieflagen erst im Jahr 2011 von der EU-Kommission in Br\u00fcssel in die Knie gezwungen wurde. Heute werden Banken fast \u00fcberall hart angegangen. \u201eToo big to fail\u201c gilt weiterhin, aber \u201etoo big to jail\u201c (\u201ezu gro\u00df, um inhaftiert oder strafrechtlich verfolgt zu werden\u201c) immer weniger. Vor allem die Amerikaner greifen durch.<\/p>\n<p class=\"WeitereBeitraege\"><span class=\"WBHead\">Mehr zum Thema<\/span><\/p>\n<ul class=\"WBListe\">\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/finanzen\/aktien\/marktbericht-kali-salz-verlieren-nach-analystenkommentar-12954303.html\" title=\"Marktbericht: Kali + Salz verlieren nach Analystenkommentar\">Marktbericht: Kali + Salz verlieren nach Analystenkommentar<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/finanzen\/anleihen-zinsen\/so-viele-aktien-wie-moeglich-kaufen-12953427.html\" title=\"Anleihe-Baisse: So viele Aktien wie m\u00f6glich kaufen\">Anleihe-Baisse: So viele Aktien wie m\u00f6glich kaufen<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<li><span class=\"middot\"> <\/span><a href=\"\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/rwe-gewinne-der-energiekonzerne-brechen-ein-12938536.html\" title=\"Gewinne der Energiekonzerne brechen ein\">Gewinne der Energiekonzerne brechen ein<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die zweitgr\u00f6\u00dfte Schweizer Bank Credit Suisse musste jetzt 2,8 Milliarden Dollar Strafe zahlen und eingestehen, Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Ohne dieses Schuldeingest\u00e4ndnis w\u00e4re ihr die Lizenz entzogen worden. Die Deutsche Bank ist, wie der Vorstand auf der Hauptversammlung zugeben musste, in \u201eetwa 1.000\u201c juristische Auseinandersetzungen mit einem Streitwert von jeweils mehr als 100.000 Euro verwickelt. Hinzu k\u00e4men 180 aufsichtsrechtliche Untersuchungen.<\/p>\n<p>Auch wegen dieser Verfehlungen meist von Investmentbankern hat die Deutsche Bank eine Kapitalerh\u00f6hung um 8 Milliarden Euro angek\u00fcndigt. Erstmals seit April 2013 rutschte der Kurs ihrer Aktie auf weniger als 30 Euro und war damit ein Bremsklotz f\u00fcr den Dax. Dabei ist unter den neuen Geldgebern auch ein Scheich aus Qatar ist. Staatshilfe f\u00fcr die Deutsche Bank? Eher bekommen RWE und Eon einen staatlichen Zuschuss f\u00fcr ihre Atom-Bad-Bank, hofft die B\u00f6rse.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktien\/die-boersenwoche-die-bad-bank-mit-atomkraft-12955090.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktien\/die-boersenwoche-die-bad-bank-mit-atomkraft-12955090.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Dax hat zwei neue Zugpferde: Die hochverschuldeten Energieunternehmen Eon und RWE treiben den Index in die N\u00e4he seines Allzeithochs. 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