{"id":25439,"date":"2014-05-05T13:30:12","date_gmt":"2014-05-05T13:30:12","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=25439"},"modified":"2014-05-05T13:30:12","modified_gmt":"2014-05-05T13:30:12","slug":"25-jahre-mazda-mx-5-es-bleibt-doch-eine-junge-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=25439","title":{"rendered":"25 Jahre Mazda MX-5: Es bleibt doch eine junge Liebe"},"content":{"rendered":"<p>Vor 25 Jahren hat Mazda mit dem MX-5 die Idee vom Roadster wiederbelebt. F\u00fcr seine Erfinder ist der Klassiker noch immer ein Jungbrunnen auf R\u00e4dern.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Alter! So richtig fit und schwungvoll sind Tom Matano und Bob Hall heute nicht mehr. Beide weit \u00fcber 60 und l\u00e4ngst im Ruhestand, gehen sie \u00fcber die New York Motorshow wie ein altes Ehepaar und erz\u00e4hlen von einer Zeit, in der alles besser war. Doch sobald sie den blauen MX-5 auf dem Stand von Mazda sehen, sind alle Zipperlein vergessen: Als w\u00f6ge er noch einmal 80 Kilo, schwingt sich Hall elegant auf den Beifahrersitz des kleinen Roadsters, und Matano rutscht so galant hinter das Steuer, als h\u00e4tte sich sein St\u00fctzgurt in Luft aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Dass die beiden diese durchaus gymnastische \u00dcbung so gut beherrschen, hat einen einfachen Grund: Wohl kaum jemand hat sie so oft praktiziert wie die zwei PS-Veteranen. Denn sie waren es, die den Mazda MX-5 erfunden haben. Das ist jetzt zwar offiziell schon 25 und eigentlich sogar 35 Jahre her, doch die Wirkung h\u00e4lt bis heute an: Nicht nur, dass der MX-5 es mit fast einer Million Einheiten in drei Generationen zum meistverkauften Sportwagen der Welt gebracht und ganz nebenbei das Segment der Roadster gerettet hat. Sondern vor allem, dass er wie eh und je einfach gute Laune macht, sagt Matano und f\u00fchlt sich pl\u00f6tzlich wieder wie 20: \u201eDieses Auto ist wie ein Jungbrunnen f\u00fcr mich.\u201c<\/p>\n<p>Mehr \u201eSmiles per Gallon\u201c &#8211; das war die Grundidee, mit der Hall den Wagen vor ziemlich genau 35 Jahren auf den Weg gebracht hat. Damals war er noch Journalist und sa\u00df 1979 bei einem Dinner mit dem Mazda-Management, als ihn Chefentwickler Kenichi Yamamoto fragte, was er denn als N\u00e4chstes f\u00fcr ein Auto bauen solle. \u201eF\u00fcr mich gab es darauf nur eine Antwort\u201c, erinnert sich Hall: \u201eEinen kleinen, leichten und bezahlbaren Roadster. Denn die Briten waren alle pleite, hatten sich gerade vom Markt zur\u00fcckgezogen, und billige Spa\u00dfautos waren weit und breit nicht in Sicht.\u201c<\/p>\n<p>Kurz nach diesem Dinner wechselt Hall die Seiten, heuert 1981 bei Mazda in den Vereinigten Staaten im neu gegr\u00fcndeten Designstudio in Irvine als Produktstratege an, holt Matano als Designer ins Boot und treibt die Idee vom Light Weight Sportscar weiter durch die Instanzen. Das war zwar kein so ganz leichtes Unterfangen. Denn erstens habe es in der damaligen Mazda-Organisation einfach keine Prozesse f\u00fcr v\u00f6llig neue Modelle abseits der etablierten Baureihen gegeben. Und zweitens wollte ihm niemand ein Entwicklungsbudget f\u00fcr ein Auto geben, dessen Verkaufschancen sich nicht absehen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>\u201eWie sollte ich Hiroshima (dort sitzt die Mazda-Zentrale) 250 Millionen aus dem Kreuz leiern, wenn in diesem Segment in Amerika im ganzen Jahr keine 2000 Autos mehr verkauft wurden\u201c, erinnert sich Hall und sch\u00fcttelt noch heute den Kopf. Doch Projekt 729 war offenbar gut genug, um sich trotzdem durchzusetzen. Es gab &#8211; zum ersten Mal bei Mazda &#8211; einen Wettbewerb der verschiedenen Designstudios, Hall und Matano boxen ihren Entwurf durch, f\u00fcnf Jahren, nach dem Dinner hebt Tokio den Daumen, und nach fast genau zehn Jahren steht im Fr\u00fchling 1989 auf der Motorshow in Chicago tats\u00e4chlich ein leichter Roadster im Rampenlicht. Benannt nach dem altdeutschen (!) Wort f\u00fcr \u201eBelohnung\u201c, feiert er in Amerika als Miata Premiere, kommt kurz darauf als MX-5 \u00fcber den Atlantik und \u00fcbertrifft weltweit alle Erwartungen:<\/p>\n<p>Wie sonst nur bei Ferrari &#038;amp- Co wurden hohe Aufpreise f\u00fcr eine fr\u00fche Zuteilung gezahlt, und in Deutschland schreiben Mazda-H\u00e4ndler Wartelisten und verkaufen ihr Jahreskontingent in nur drei Tagen. \u201eWenn wir 1000 Autos im Monat schaffen, machen wir es\u201c, erinnert sich Hall an eine damals schier utopische Forderung aus den ersten Verhandlungsrunden mit der Zentrale. \u201eUnd pl\u00f6tzlich waren wir allein in Amerika bei 50 000 Autos im Jahr.\u201c<\/p>\n<p>Mehr noch als der Verkaufserfolg freut Hall und Matano aber die Reaktion der Konkurrenz: \u201eWir waren immer eine kleine bescheidene Marke, die zu den Europ\u00e4ern aufgeblickt hat\u201c, so der Stratege. \u201eDoch pl\u00f6tzlich wurden wir vom Bewunderer zum Bewunderten und hatten Marken wie Mercedes-Benz, Audi oder Porsche als Nachahmer\u201c, sagt Hall mit Blick auf Autos wie den SLK, den TT Roadster oder den Boxster, die ohne den MX-5 wahrscheinlich schlicht nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4ren: \u201eIm Grund haben wir damit den Roadster gerettet.\u201c<\/p>\n<p>Das klingt zwar ziemlich abgehoben, doch bewahren Hall und Matano durchaus eine selbstkritische Bodenhaftung: \u201eDer MX-5 war sicher nicht der beste, der schnellste oder der technisch ausgereifteste Sportwagen\u201c, wei\u00df Hall. \u201eAber in kaum einem anderen Auto hatte man so viel Spa\u00df beim Fahrern\u201c, sagt der Erfinder mit Blick auf das Fliegengewicht von nicht einmal einer Tonne und die vergleichsweise radikale Reduktion auf das, was wirklich wichtig ist. Und Hall muss es wissen. Schlie\u00dflich steigt er genau wie sein Kollege Matano noch immer fast jeden Tag in seinen Miata und kreuzt damit durch die Hollywood Hills oder entlang des Highway Number 1 zwischen San Francisco und Los Angeles.<\/p>\n<p>More Smiles per Gallon &#8211; das war vor 25 Jahren so, und so soll es auch bleiben, sagt Nobuhiro Yamamoto. Er ist so etwas wie der berufliche Enkel von Hall und Matano und leitet die Entwicklung des neuen MX-5, der noch in diesem Jahr enth\u00fcllt werden soll. Und um das zu belegen, hat er zur Messe in New York schon mal die Bodengruppe und eine wichtige Botschaft mitgebracht: \u201eWir bleiben beim Heckantrieb, senken noch einmal den Schwerpunkt ab und sparen mindestens 100 Kilo Gewicht. Deshalb wird sich der neue MX-5 noch knackiger fahren lassen als sein Vorg\u00e4nger\u201c, verspricht Yamamoto.<\/p>\n<p>Die Herren Hall und Matano h\u00f6ren so etwas mit Freude. Zwar sind die PS-Pension\u00e4re l\u00e4ngst raus aus der Entwicklung, verfolgen das Projekt nur noch aus der Distanz und glauben, dass \u201edie Jungs in Japan das auch ohne kluges Geschw\u00e4tz von uns alten S\u00e4cken hinbekommen werden\u201c. Doch schon aus ganz pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden haben sie ein vitales Interesse an der Neuauflage des kleinen Muntermachers: \u201eMan wird schlie\u00dflich nicht j\u00fcnger.\u201c<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/25-jahre-mazda-mx-5-es-bleibt-doch-eine-junge-liebe-12921834.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/25-jahre-mazda-mx-5-es-bleibt-doch-eine-junge-liebe-12921834.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 25 Jahren hat Mazda mit dem MX-5 die Idee vom Roadster wiederbelebt. 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