{"id":25302,"date":"2014-04-12T09:03:22","date_gmt":"2014-04-12T09:03:22","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=25302"},"modified":"2014-04-12T09:03:22","modified_gmt":"2014-04-12T09:03:22","slug":"rudiger-dornbusch-warum-spielen-die-wahrungen-verruckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=25302","title":{"rendered":"R\u00fcdiger Dornbusch: Warum spielen die W\u00e4hrungen verr\u00fcckt?"},"content":{"rendered":"<p>R\u00fcdiger Dornbusch hat die W\u00e4hrungstheorie revolutioniert, Schuldenkrisen erkl\u00e4rt und die Besten seines Faches ausgebildet. Aus unserer Serie \u201eDie Weltverbesserer\u201c.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Als das Massachusetts Institute of Technology im Jahr 1975 einen neuen Professor f\u00fcr internationale Wirtschaftszusammenh\u00e4nge suchte, traf das Kollegium eine zun\u00e4chst wohl \u00fcberraschende Entscheidung: Es stellte R\u00fcdiger Dornbusch ein, einen frischgebackenen Dozenten Anfang 30 mit noch wenig Lehrerfahrung, aber einem unbestrittenen Talent.<\/p>\n<p>Im Nachhinein d\u00fcrfte das eine der besten Personalentscheidungen des Fachbereichs \u00fcberhaupt gewesen sein. Die wirtschaftswissenschaftliche Fakult\u00e4t des MIT z\u00e4hlte zwar schon damals zu den angesehensten der Welt. Dornbusch half dann aber dabei, ihre Reputation sogar noch zu steigern. Als vielseitiger Forscher, kluger Politikerberater, vor allem aber als brillanter Lehrer: Eine ganze Generation \u00f6konomischer \u00dcberflieger &#8211; viele davon z\u00e4hlen heute zu den renommiertesten Finanzfachleuten der Welt &#8211; h\u00f6rte seine Vorlesungen und promovierte unter seiner Regie. Sie kamen h\u00e4ufig von weit her ans MIT. So wie Dornbusch selbst.<\/p>\n<p>Seine Lebensgeschichte beginnt in Krefeld. Dort wurde er am 8. Juni des Jahres 1942 geboren, dort machte er auch sein Abitur. Danach studierte er in Genf Wirtschaft, zur Promotion wechselte er in die Vereinigten Staaten &#8211; nach Chicago. Im Jahr 1966 war das gewesen, als dort der gro\u00dfe Milton Friedman lehrte. Dornbusch selbst interessierte sich vor allem f\u00fcr internationale Wirtschaftsfragen und wurde Doktorand des sp\u00e4teren Nobelpreistr\u00e4gers Robert Mundell (der Erfinder der Theorie optimaler W\u00e4hrungsr\u00e4ume). Zu seinen Promotions-Betreuern geh\u00f6rte auch der damals noch junge Stanley Fischer. Fischer selbst lehrte ebenfalls in Chicago, wechselte dann aber alsbald ans MIT. Und nimmt f\u00fcr sich in Anspruch, Dornbusch dorthin nachgeholt zu haben, als die entsprechende Stelle vakant wurde. \u201eTats\u00e4chlich war es nicht schwer, meine erfahreneren Kollegen davon zu \u00fcberzeugen, dass er derjenige war, den wir wollten.\u201c<\/p>\n<h2>Die Schw\u00e4chen der alten Theorie<\/h2>\n<p>Dornbusch brauchte nicht lange, um an seiner neuen Lehr- und Forschungsst\u00e4tte Ma\u00dfst\u00e4be zu setzen. Im Jahr 1976 ver\u00f6ffentlichte er einen Fachaufsatz, der die Wechselkurstheorie revolutionierte. Ausgangspunkt war eine damals \u00fcberraschende Beobachtung: Das sogenannte Bretton-Woods-System, innerhalb dessen die L\u00e4nder ihre W\u00e4hrungen an den Dollar gebunden hatten, war seit einigen Jahren Geschichte. Stattdessen hatten zumindest die Industriestaaten ihre Wechselkurse flexibilisiert und \u00fcberlie\u00dfen die Preisbildung fortan den internationalen Kapitalm\u00e4rkten. Die Fachleute erwarteten infolgedessen eher gem\u00e4chliche Wechselkurs\u00e4nderungen, ganz gem\u00e4\u00df der von den f\u00fchrenden Denkern Mundell und Marcus Fleming entwickelten Wechselkurs-Theorie. Tats\u00e4chlich jedoch schwankten die W\u00e4hrungspreise wesentlich st\u00e4rker und schneller, und niemand wusste so recht, wieso eigentlich.<\/p>\n<p>Dornbusch lieferte nun genau daf\u00fcr eine Erkl\u00e4rung. Er diskutierte sie an folgendem Beispiel: Nehmen wir an, die Zentralbank eines (kleinen) Landes bringt aus irgendeinem Grund mehr Geld in Umlauf. Sind die G\u00fcterpreise flexibel und produzieren die Unternehmen schon so viel sie k\u00f6nnen, werden sie ihre Waren und Dienstleistungen infolge der h\u00f6heren Nachfrage schlicht teurer machen. Langfristig passiert auch genau das. Kurzfristig, argumentiert Dornbusch nun, k\u00f6nnen sie das aber nicht- die Preise sind fix, etwa wegen fester Liefervertr\u00e4ge.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftswissen\/die-weltverbesserer\/ruediger-dornbusch-warum-spielen-die-waehrungen-verrueckt-12882109.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftswissen\/die-weltverbesserer\/ruediger-dornbusch-warum-spielen-die-waehrungen-verrueckt-12882109.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00fcdiger Dornbusch hat die W\u00e4hrungstheorie revolutioniert, Schuldenkrisen erkl\u00e4rt und die Besten seines Faches ausgebildet. 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