{"id":25292,"date":"2014-05-02T04:31:57","date_gmt":"2014-05-02T04:31:57","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=25292"},"modified":"2014-05-02T04:31:57","modified_gmt":"2014-05-02T04:31:57","slug":"vincent-cassel-interview-uber-die-schone-und-das-biest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=25292","title":{"rendered":"Vincent Cassel: Interview \u00fcber Die Sch\u00f6ne und das Biest"},"content":{"rendered":"<p>Vincent Cassel spielt im Kino meistens die harten, die b\u00f6sen Jungs. Jetzt ist ausgerechnet er in einem M\u00e4rchen zu sehen. Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Tr\u00e4ume, Krisen, das nervige Berlin \u2013 und franz\u00f6sische Liebesgeschichten, die immer damit enden, dass der Blumenh\u00e4ndler mit der Sekret\u00e4rin schl\u00e4ft.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Auff\u00e4lligste an Vincent Cassel ist diese Spannung. Er sitzt, in einen hellblauen Pullover gekleidet, auf dem Sofa in einem Hotel in Paris und wirkt, als w\u00e4re er jeden Moment in der Lage, einfach aufzuspringen. Nicht, dass er ungehalten w\u00e4re. Im Gegenteil, er ist aufmerksam und freundlich, und doch lauert hinter dieser wohlerzogenen Art eine Unruhe, die ihn fremd wirken l\u00e4sst in dem edel eingerichteten Raum, in dem er Rede und Antwort zu seinem neuem Film steht.<\/p>\n<p>Vincent Cassel ist 47 Jahre alt und ein Schauspieler, der lieber spielt als redet &#8211; vor allem spielt er gerne bad guys: Er gab beispielsweise den schillernden Verbrecher Jacques Mesrine (in \u201ePublic Enemy No. 1\u201c), einen sadistischen Balletttrainer (in \u201eBlack Swan\u201c) und ein verlorenes Vorstadtkind (in \u201eHass\u201c). Er war aber auch schon als tougher Kommissar in \u201eDie purpurnen Fl\u00fcsse\u201c zu sehen und als George Clooneys charmanter, am Ende aber unterlegener Gegenspieler in \u201eOcean\u2019s 12\u201c. Jetzt spielt er in \u201eDie Sch\u00f6ne und das Biest\u201c zu sehen, einem Film, der in dieser Woche in den deutschen Kinos anl\u00e4uft und der ein quietschbuntes, von Tausenden Schmetterlingen und Blumen bev\u00f6lkertes Wohlf\u00fchl-Epos geworden ist.<\/p>\n<p><strong>Monsieur Cassel, Sie haben mal gesagt, Sie wollen, dass die Zuschauer bei Ihren Filmen nie sicher sein k\u00f6nnen, was sie erwartet. Bei Ihrem neuen Film \u201eDie Sch\u00f6ne und das Biest\u201c ist die gr\u00f6\u00dfte \u00dcberraschung, dass Sie \u00fcberhaupt mitspielen. Wieso tun Sie das? <\/strong><\/p>\n<p>Ja, das ist eher ein Film f\u00fcr Familien, er ist leichter zug\u00e4nglich als andere. Das war die Wette, die wir von Anfang an eingegangen sind. Bei dem, was heute in Frankreich passiert, glaube ich, dass es wichtig ist, einen Film wie diesen zu machen, der eine Wette eingeht. Wir sind ja im Moment nicht in einer sehr ambitionierten Phase in Frankreich- jeder versucht zu besch\u00fctzen, was er hat.<\/p>\n<p><strong>Beziehen Sie das aufs franz\u00f6sische Kino?<\/strong><\/p>\n<p>Das Kino spiegelt da nur die Realit\u00e4t wider. Die Leute ziehen sich sehr zur\u00fcck, man spricht viel von Rassismus und gibt die Schuld immer den anderen &#8211; wer etwa mehr verdient, ist zwangsl\u00e4ufig ein Schuft. Und da denke ich, wenn in einer solchen Phase ein Film mit einem so gewagten Einsatz herauskommt wie dieser. . .<\/p>\n<p><strong>Was ist denn gewagt an diesem Film?<\/strong><\/p>\n<p>Vierzig Millionen Euro.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr eine Geschichte, die tausend Mal erz\u00e4hlt worden ist.<\/strong><\/p>\n<p>Nicht tausend Mal, es gibt nur zwei Filmversionen, eine von Cocteau, die aus unserer Generation so gut wie niemand gesehen hat, und eine von Disney.<\/p>\n<p><strong>Aber \u201eDie Sch\u00f6ne und das Biest\u201c ist doch eine Geschichte, die jeder aus anderen Zusammenh\u00e4ngen kennt, sei es aus der Literatur oder aus Musicals. <\/strong><\/p>\n<p>So, wie die Geschichte jetzt erz\u00e4hlt wird, kannte ich sie nicht. Die Version vom Disney ist zum Beispiel ganz anders als unsere. Wissen Sie, die Leute gehen sich h\u00e4ufig etwas ansehen, was sie schon kennen. Wenn etwas zu speziell ist, bleiben sie lieber drau\u00dfen. Es gab Filme, die unglaublich viel Zeit brauchten, bis man sie anerkannte, weil die Leute keinen Zugang zu ihnen fanden. Wenn aber eine Produktion von dieser Dimension einen Klassiker wie \u201eDie Sch\u00f6ne und das Biest\u201c wiederaufnimmt, bringt das die Leute, anders als man meinen k\u00f6nnte, viel eher ins Kino: \u201eAh, ,Die Sch\u00f6ne und das Biest\u2018, das kenne ich!\u201c Ich glaube, in schwierigen Zeiten wie diesen ist es das, was man sehen will. Man hat Lust zu tr\u00e4umen. Man hat Lust . . .<\/p>\n<p><strong>Sich das Herz zu w\u00e4rmen.<\/strong><\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/menschen\/vincent-cassel-interview-ueber-die-schoene-und-das-biest-12911824.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/menschen\/vincent-cassel-interview-ueber-die-schoene-und-das-biest-12911824.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vincent Cassel spielt im Kino meistens die harten, die b\u00f6sen Jungs. Jetzt ist ausgerechnet er in einem M\u00e4rchen zu sehen. 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