{"id":25179,"date":"2014-04-27T17:01:52","date_gmt":"2014-04-27T17:01:52","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=25179"},"modified":"2014-04-27T17:01:52","modified_gmt":"2014-04-27T17:01:52","slug":"stress-nach-berufseinstieg-die-albtraume-der-assistenzarzte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=25179","title":{"rendered":"Stress nach Berufseinstieg: Die Albtr\u00e4ume der Assistenz\u00e4rzte"},"content":{"rendered":"<p>Junge Klinik\u00e4rzte sind von Stress besonders betroffen, fanden deutsche Arbeitsmediziner heraus. Immerhin: Zufrieden sind die \u00c4rzte trotzdem, und oben auf der Karriereleiter sinkt die Belastung.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Mehr als die H\u00e4lfte aller im Krankenhaus t\u00e4tigen \u00c4rzte leidet unter gesundheitssch\u00e4digendem Stress. Zu diesem Ergebnis kommen Arbeitsmediziner der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt am Main und warnen vor den gesundheitlichen Folgen. Ihre Studie erh\u00e4lt nun den Walter Siegenthaler-Preis der \u201eDeutschen Medizinischen Wochenschrift (DMW)\u201c. Mit dem Preis werden Autoren ausgezeichnet, deren Forschungsarbeit pr\u00e4genden Einfluss auf Medizin und Gesundheit nimmt und im Vorjahr in der \u201eDMW\u201c publiziert wurde. Verliehen wird die Auszeichnung an die Autoren Jan Bauer und David Groneberg heute in Wiesbaden w\u00e4hrend des 120. Kongresses der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Innere Medizin.<\/p>\n<p>Der Studie von Bauer und Groneberg zufolge standen die Teilnehmer insbesondere in der Assistenzarztzeit unter Stress. Die weiblichen \u00c4rzte litten im Vergleich zu ihren m\u00e4nnlichen Kollegen mehr unter dem Klinikalltag. Insgesamt sinkt der Stress jedoch mit jeder Stufe, die Mediziner auf der Karriereleiter nach oben steigen.<\/p>\n<h2>Die Gesundheit leidet<\/h2>\n<p>\u201eWie nehmen \u00c4rztinnen und \u00c4rzte an Krankenh\u00e4usern in Baden-W\u00fcrttemberg ihre stressbezogenen Arbeitsbedingungen wahr?\u201c So lautete die Fragestellung der <a href=\"https:\/\/www.thieme-connect.de\/DOI\/DOI?10.1055\/s-0033-1359859\">Untersuchung<\/a>, die die Mediziner am Institut f\u00fcr Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt durchf\u00fchrten. Mehr als 2000 Klinik\u00e4rzte haben anonym einen Online-Fragebogen ausgef\u00fcllt. Die Umfrage ist Teil der iCept-Studie, in der bundesweit Mitglieder des Marburger Bundes nach ihrer Berufszufriedenheit befragt werden. Die Wissenschaftler ma\u00dfen den gesundheitssch\u00e4digenden Berufsstress zum einen nach dem Job-Demand-Control-Modell: \u201eDanach liegt negativer Stress, sogenannter Disstress, vor, wenn die Arbeitsanforderungen gr\u00f6\u00dfer sind als die eigenen Handlungsspielr\u00e4ume\u201c, erl\u00e4utert Erstautor Jan Bauer. Zum anderen ma\u00dfen sie ihn nach dem Effort-Reward-Imbalance-Modell: Hier komme es zum Disstress, wenn der selbst wahrgenommene Einsatz in der Arbeit nicht zu der entsprechend erwarteten Belohnung f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der Umfrage zufolge lagen die Voraussetzungen f\u00fcr einen auf Dauer ungesunden Stress bei gut 55 Prozent der befragten Mediziner vor. \u00c4rztinnen waren dabei h\u00e4ufiger betroffen. Sie litten zu rund 60 Prozent unter ihrem Berufsalltag. 64 Prozent der Assistenz\u00e4rzte empfanden die Belastungen zu Beginn der beruflichen Laufbahn als besonders hoch. Diese Situation verbesserte sich mit dem beruflichen Aufstieg. So litten von den Fach\u00e4rzten noch rund 54 Prozent unter Disstress, bei den Ober\u00e4rzten waren es 46 Prozent. Von den Chef\u00e4rzten empfanden nur noch knapp 25 Prozent ihre Arbeitsbedingungen als belastend.<\/p>\n<h2>Albtr\u00e4ume und Schlaflosigkeit<\/h2>\n<p>Trotzdem gaben die meisten \u00c4rzte an, mit ihrem Beruf zufrieden zu sein. \u201eEs ist anzunehmen, dass der soziale R\u00fcckhalt und die Best\u00e4tigung durch Patienten ihnen hilft, den Disstress zu ertragen\u201c, so Ko-Autor Groneberg. Gesund ist diese Situation trotzdem nicht. Denn anhaltender Stress f\u00fchrt zu Nervosit\u00e4t, Albtr\u00e4umen, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit. \u201eDiese Ergebnisse geben Anlass zur Sorge, da dieser hohe Anteil an gesundheitssch\u00e4digendem Stress fr\u00fcher oder sp\u00e4ter das bestehende Versorgungsproblem durch Abwanderung ins Ausland oder andere (weniger belastende) T\u00e4tigkeitsfelder versch\u00e4rfen wird\u201c, bilanzieren die Autoren in ihrer Studie. \u201eAlle Beteiligten sollten dies als Ansto\u00df nehmen, die Arbeitsbedingungen in Kliniken entsprechend anzupassen.\u201c<\/p>\n<p>Die Preistr\u00e4ger fordern deshalb: \u201eVor allem der Berufseinstieg muss erleichtert werden, da gerade hier das gr\u00f6\u00dfte Stresspotenzial vorliegt.\u201c Andernfalls k\u00f6nne sich das bereits bestehende Versorgungsproblem weiter versch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>Die unabh\u00e4ngige Fachjury des Walter Siegenthaler-Preises \u00fcberzeugte die 2013 publizierte Arbeit vor allem durch ihre ausf\u00fchrlichen und gut gegliederten Ergebnisse. \u201eDie Studie zeigt, wie wichtig es ist, die \u00e4rztlichen Arbeitsbedingungen an Krankenh\u00e4usern auch in Folge-Untersuchungen zu pr\u00fcfen und anhand der vorliegenden Ergebnisse zu verbessern\u201c, betont Martin Middeke, Vorsitzender der Jury und Chefredakteur der \u201eDMW\u201c, die im Georg Thieme Verlag erscheint. Der nach dem Schweizer Internisten Walter Siegenthaler (1923-2010) benannte Preis wurde in diesem Jahr zum f\u00fcnfzehnten Mal vergeben.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/stress-nach-berufseinstieg-die-albtraeume-der-assistenzaerzte-12912364.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/stress-nach-berufseinstieg-die-albtraeume-der-assistenzaerzte-12912364.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Junge Klinik\u00e4rzte sind von Stress besonders betroffen, fanden deutsche Arbeitsmediziner heraus. 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