{"id":24615,"date":"2014-04-07T21:13:20","date_gmt":"2014-04-07T21:13:20","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=24615"},"modified":"2014-04-07T21:13:20","modified_gmt":"2014-04-07T21:13:20","slug":"gesundheit-smartphones-und-armbander-messen-die-fitness","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=24615","title":{"rendered":"Gesundheit: Smartphones und Armb\u00e4nder messen die Fitness"},"content":{"rendered":"<p>Smartphones und Fitnessarmb\u00e4nder messen Laufzeiten, Puls oder Blutdruck. Solche Daten sind auch f\u00fcr Krankenkassen von Interesse &#8211; Datensch\u00fctzer sehen das kritisch.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Andreas Schreiber erlitt vor f\u00fcnf Jahren einen Schlaganfall, seitdem passt der 43 Jahre alte Informatiker auf, dass sein Blutdruck nicht zu hoch steigt. Auf sein Gef\u00fchl kann er sich da nicht verlassen, aber auf Zahlen: Viermal am Tag misst er seinen Blutdruck.<\/p>\n<p>Anfangs verlangte das sein Arzt von ihm, heute macht Schreiber es freiwillig, tr\u00e4gt die Werte im Handy ein und analysiert sie. Als Abteilungsleiter beim Deutschen Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR) muss Schreiber oft Vortr\u00e4ge halten &#8211; und aufgrund der Daten wei\u00df er, dass vorher Entspannungs\u00fcbungen sinnvoll sind. Mittlerweile bewertet Schreiber aber noch viel mehr als nur den Blutdruck: An der Hose steckt ein Schrittz\u00e4hler, ein Armband misst, wie viel er sich bewegt, sein Mobiltelefon erstellt nicht nur ein Bewegungsprofil, sondern fragt ihn zudem nach seiner Stimmung.<\/p>\n<p>Auf manche mag diese Selbstvermessung befremdlich wirken, doch die Quantified-Self-Bewegung, deren Mitglied Schreiber ist, h\u00e4lt es f\u00fcr fortschrittlich: Zwei Redakteure des amerikanischen Magazins Wired initiierten sie 2007 mit der Website quantifiedself.org. Heute gibt es 164 lokale Gruppen in 38 L\u00e4ndern- Andreas Schreiber organisiert zum Beispiel Treffen in K\u00f6ln- weltweit folgen \u00fcber 30 000 registrierte Mitglieder dem Motto \u201eSelbsterkenntnis durch Zahlen\u201c.<\/p>\n<h2>Programme quantifizieren das Liebesleben<\/h2>\n<p>Dass Zahlen, Datenbanken und Graphen ins Privatleben dr\u00e4ngen, scheint nur konsequent. Der Sport lebt von Unterschieden in Sekundenbruchteilen und Statistiken, die Wirtschaft dr\u00fcckt Erfolg gerne in Prozent aus. Selbstvermesser wie Schreiber sch\u00e4tzen Zahlen ihrer Objektivit\u00e4t wegen, das Befinden k\u00f6nne dann nicht sch\u00f6ngeredet werden, ob bewusst oder unbewusst. Daf\u00fcr gibt es allerhand Werkzeuge, die Internetseite der Bewegung listet mehr als 500 Ger\u00e4te, Software und Internetseiten, wie etwa drinkingdiary.com. Wer dort seinen Bier- oder Weinkonsum eintr\u00e4gt, bekommt einen Kalender entsprechend den konsumierten \u201eAlkohol-Einheiten\u201c pr\u00e4sentiert: Blau f\u00fcr n\u00fcchterne Tage, Violett f\u00fcr einen Vollrausch. Andere Programme quantifizieren das Liebesleben, indem sie die Vibrationen des Bettes messen, oder sie f\u00fchren \u00fcber Energieverbrauch und Ausgaben Buch. Besonders datenbesessen scheint man zu sein, wenn es um die k\u00f6rperliche Fitness geht. Auch unabh\u00e4ngig von dieser Bewegung, und davon profitiert die Branche.<\/p>\n<p>Spezielle Armb\u00e4nder, die erkennen, wie aktiv ihre Tr\u00e4ger sind, erweitern hier das Angebot an Messger\u00e4ten: \u201eFitbit\u201c, \u201eJawbone\u201c und \u201eNike+Fuelband\u201c hei\u00dfen die Verkaufsschlager in diesem wachsenden Markt. Schon im Jahr 2018 k\u00f6nnte ein Wert von \u00fcber 50 Milliarden Dollar erreicht werden, sch\u00e4tzt das Finanzdienstleistungsunternehmen Credit Suisse. Es w\u00e4re das Zehnfache der Summe von 2013, also l\u00e4sst sich mit dem Massenph\u00e4nomen gut verdienen. Wie gut das Gesch\u00e4ft l\u00e4uft, ist indirekt auf der Internetseite des Sportartikelherstellers Nike abzulesen. Dort zeigt ein Z\u00e4hler an, wie viele Schritte die Nutzer zur\u00fccklegten. \u00dcber alle summiert sind es bereits mehr als 85 Milliarden.<\/p>\n<p>Beg\u00fcnstigt wird der Trend zur eigenen Vermessung durch zwei Entwicklungen. Zum einen sind es die sozialen Netzwerke, in denen man gerne bereit ist, Details \u00fcber sich preiszugeben, zum anderen sind es kleine, kosteng\u00fcnstige Sensoren. In jedem der Spezialarmb\u00e4nder oder auch im Smartphone steckt zumindest ein Beschleunigungsmesser. Wie sich damit die Anzahl der zur\u00fcckgelegten Schritte berechnen l\u00e4sst, wollen Hersteller meist nicht verraten. Die Programmierer der Handy-App \u201eMoves\u201c sind da offener: \u201eUm den Algorithmus zu trainieren, f\u00fctterten wir ihn mit Bewegungen von verschiedenen Menschen\u201c, erkl\u00e4rt Firmenchef Sampo Karjalainen. Daraus habe der Algorithmus gelernt, wie die Beschleunigung aussieht, wenn ein Mensch geht, rennt oder mit dem Fahrrad f\u00e4hrt. Diese Arten der Fortbewegung unterscheidet die App meist allein, fragt den Benutzer aber, wenn Unsicherheiten bestehen, und schickt die Daten zu einem Firmenserver. Dort lagern nun Muster, die damit zugleich Muster von Menschen sind, die Autos fahren, U-Bahnen nutzen oder Pferde reiten. Die Entwickler um Karjalainen verbessern so den Algorithmus, damit er irgendwann auch diese Bewegungen erkennt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/gesundheit-smartphones-und-armbaender-messen-die-fitness-12881936.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/gesundheit-smartphones-und-armbaender-messen-die-fitness-12881936.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Smartphones und Fitnessarmb\u00e4nder messen Laufzeiten, Puls oder Blutdruck. 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