{"id":24556,"date":"2014-04-03T10:20:25","date_gmt":"2014-04-03T10:20:25","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=24556"},"modified":"2014-04-03T10:20:25","modified_gmt":"2014-04-03T10:20:25","slug":"hebammen-wer-haftet-bei-komplikationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=24556","title":{"rendered":"Hebammen: Wer haftet bei Komplikationen?"},"content":{"rendered":"<p>Meist geht bei einer Geburt alles gut. Wenn es aber doch zu Komplikationen kommt, kann das sehr teuer werden. So teuer, dass sich viele Hebammen den Versicherungsschutz nicht mehr leisten k\u00f6nnen. Ihr Pech?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Hebammen sind zurzeit schwer angesagt. Mehr als f\u00fcnf Millionen Zuschauer wollten am vergangenen Dienstag den Historienschinken \u201eDie Hebamme\u201c sehen, in dem sich eine tapfere junge Frau der Goethezeit liebevoll der Schwangeren annimmt, w\u00e4hrend alle \u00c4rzte um sie herum lediglich an der medizinischen Seite der Geburt interessiert sind.<\/p>\n<p>Der Film spielt im Jahr 1799, seitdem hat sich im Bereich der Geburtshilfe einiges getan, nicht zuletzt durch die entscheidende Rolle, die Hebammen heute dabei einnehmen. Sie sind in Deutschland laut Gesetz bei jeder Geburt dabei, betreuen Frauen in der Schwangerschaft und in der ersten Zeit mit dem Neugeborenen, versorgen bei der Geburt entstandene Wunden und ziehen auch schon mal die F\u00e4den eines verheilten Dammschnitts. Sie sind die wichtigste Ansprechpartnerin f\u00fcr alle Fragen rund ums Kind, raten, tr\u00f6sten und vermitteln Sicherheit in einer Situation, in der junge Eltern oft genug \u00fcberfordert sind.<\/p>\n<h2>Auf 650 000 Geburten kommen zw\u00f6lf Gro\u00dfsch\u00e4den<\/h2>\n<p>Doch w\u00e4hrend Filme wie \u201eDie Hebamme\u201c und viele \u00e4hnlich gestrickte vom positiven Image des Berufsstands profitieren, ist dieser in Gefahr. In Deutschland gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Jahr 2010 etwa 21 000 Hebammen, von denen 8500 in Krankenh\u00e4usern angestellt und die \u00fcbrigen ganz oder teilweise freiberuflich t\u00e4tig waren. Von Juli n\u00e4chsten Jahres an, so warnen Hebammenverb\u00e4nde, k\u00f6nnten die vielen selbst\u00e4ndigen Hebammen ohne Versicherung dastehen &#8211; und damit ohne Arbeitserlaubnis. Denn dann wird mit der N\u00fcrnberger Versicherung eines der letzten Unternehmen aus dem Hebammengesch\u00e4ft aussteigen, die sich dort bislang noch engagieren.<\/p>\n<p>Hebammen beruflich abzusichern lohnt sich f\u00fcr Versicherungsgesellschaften kaum noch. Die Kosten, die im Fall eines Schadens beim Kind \u00fcbernommen werden m\u00fcssen, sind in den vergangenen Jahren immens gestiegen: seit 2003 um 80 Prozent. Zwar machen die Hebammen nicht mehr Fehler als fr\u00fcher. So sagt eine Sprecherin des Deutschen Hebammen-Verbands (DHV), in dem 18 300 Mitglieder organisiert sind, dass dort j\u00e4hrlich etwa 100 m\u00f6gliche Schadensf\u00e4lle gemeldet w\u00fcrden, von denen dann etwa 50 juristische Folgen h\u00e4tten. Insgesamt stehen den j\u00e4hrlich mehr als 650 000 Geburten in Deutschland nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gerade einmal zw\u00f6lf sogenannte Gro\u00dfsch\u00e4den gegen\u00fcber &#8211; etwa wenn ein Kind w\u00e4hrend der Geburt zu wenig Sauerstoff bekommt, schwerste Hirnsch\u00e4den davontr\u00e4gt und sein Leben lang versorgt werden muss.<\/p>\n<p>Doch diese wenigen Gro\u00dfsch\u00e4den verursachen Gesamtkosten von jeweils mehr als 100 000 Euro &#8211; bei vielen ist der Betrag sogar deutlich h\u00f6her. \u201eUnterl\u00e4uft bei einer Geburt ein Fehler, und das Kind ist schwer gesch\u00e4digt, leistet der Versicherer im Durchschnitt heute 2,6 Millionen Euro\u201c, hei\u00dft es in einer Stellungnahme des GDV. Denn die therapeutischen M\u00f6glichkeiten werden immer besser. Damit ist, gl\u00fccklicherweise, die \u00dcberlebensrate von Kindern gestiegen, die in fr\u00fcheren Zeiten gestorben w\u00e4ren. Aber ebenso die Kosten vor allem f\u00fcr Pflege und Verdienstausfall.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/hebammen-wer-haftet-bei-komplikationen-12870481.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/hebammen-wer-haftet-bei-komplikationen-12870481.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meist geht bei einer Geburt alles gut. Wenn es aber doch zu Komplikationen kommt, kann das sehr teuer werden. So teuer, dass sich viele Hebammen den Versicherungsschutz nicht mehr leisten k\u00f6nnen. 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