{"id":24448,"date":"2014-04-01T14:55:33","date_gmt":"2014-04-01T14:55:33","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=24448"},"modified":"2014-04-01T14:55:33","modified_gmt":"2014-04-01T14:55:33","slug":"erste-erfolge-dennoch-gefalscht-das-stammzell-spektakel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=24448","title":{"rendered":"Erste Erfolge, dennoch gef\u00e4lscht?: Das Stammzell-Spektakel"},"content":{"rendered":"<p>\u201eIch bin total sprachlos\u201c: Mit diesen Worten wurden zum ersten Mal die sagenumwobenen S\u00e4urebad-Stammzellen au\u00dferhalb von Japan erzeugt. Eine neue Ente? Oder die Wende im Stammzell-Skandal?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ist das die Wende oder doch ein Aprilscherz? \u201eIch bin schockiert und gefesselt von den PCR-Ergebnissen der 3 Tage alten Kontroll- und STAP-Kulturen. Total sprachlos &#8211; genie\u00dft es!\u201c Mit diesem Kommentar und einer farbigen Grafik (s.u.), die den \u00dcberraschungserfolg belegen soll, setzt sich das fort, was der Urheber der Botschaft, Kenneth Ka-Ho Lee von der Chinese University in Hongkong die \u201eSTAP-Saga\u201c nennt.<\/p>\n<p>Es geht um die sogenannten S\u00e4urebad-Stammzellen, kurz STAP bezeichnet, \u00fcber die Ende Januar weltweit berichtet wurde. Die Publikation hatte f\u00fcr gewaltigen Aufruhr gesorgt. Gew\u00f6hnliche wei\u00dfe Blutzellen so zu verj\u00fcngen, dass daraus reprogrammierte, quasi embryonale Stammzellen werden, aus denen wiederum jede beliebige andere K\u00f6rperzelle produziert werden k\u00f6nnte &#8211; und zwar nicht mit Hilfe von Gentechnik, sondern ganz einfach durch ein kurzes Bad auf einem s\u00e4urehaltigen N\u00e4hrboden &#8211; das klang f\u00fcr viele Fachleute dann doch zu phantastisch. In den vergangenen Jahren haben die Wissenschaftler immer wieder neu lernen m\u00fcssen, wie mit vergleichsweise einfachen Eingriffen in die Zellkulturen  angeblich fertige, ausdifferenzierte K\u00f6rperzellen genetisch reprogrammiert und damit verj\u00fcngt werden k\u00f6nnen. Aber lediglich ein Bad in S\u00e4ure? Wenn man bedenkt, dass solche Zellen eines Tages verwendet werden k\u00f6nnten, um beispielsweise aus Haut- oder Blutzellen eines schwer Zuckerkranken in wenigen Wochen oder Tagen neue, quasi k\u00f6rpereigene Bauchspeicheldr\u00fcsenzellen k\u00fcnstlich zu erzeugen, die anschlie\u00dfend transplantiert werden k\u00f6nnten, wird die Dimension dieser Entdeckung deutlich. Fakt war: Die vermeintlichen STAP-Zellen waren bisher nicht mit menschlichen Zellen, sondern erst einmal nur mit M\u00e4usekulturen gewonnen worden. Tatsache war allerdings auch:  Die beiden Paper der japanischen Arbeitsgruppe vom renommierten Riken-Institut, an deren Spitze die junge Japanerin Haruko Okobata steht, waren in der Zeitschrift <a href=\"http:\/\/www.nature.com\/nature\/journal\/v505\/n7485\/pdf\/nature12968.pdf\">\u201eNature\u201c <\/a>erschienen. Hochrangiger kann man kaum publizieren.<\/p>\n<p>Nach dem S\u00e4urebad-Coup mit den Mauszellen kam dann aber schnell die kalte Dusche f\u00fcr Obokata und ihr Team. Manipulatonsvorw\u00fcrfe wurden laut. Fotos fielen durch Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten auf. Und dann vor allem, was zunehmend zum Problem f\u00fcr die Japaner wurde, gelang es keinem unabh\u00e4ngigen Labor, die Ergebnisse zu reproduzieren. Die soziale Forscherplattform<a href=\"http:\/\/www.researchgate.net\/publication\/259984904_Stimulus-triggered_fate_conversion_of_somatic_cells_into_pluripotency\/reviews\/103\"> \u201eResearch Gate\u201c<\/a> startete am 13. M\u00e4rz dann ihre \u201eOpen Review\u201c-Offensive mit einem Paper von Kenneth Ka-Ho Lee, in dem er haarklein seinen vergeblichen Versuch darlegte, die Obokata-Verj\u00fcngung zu reproduzieren. Auf der Internetseite und weit dar\u00fcber hinaus wurde intensiv diskutiert. Gibt es die STAP-Zellen wom\u00f6glich gar nicht?<\/p>\n<p>Vor etwa zwei Wochen dann reichten Obokata und  ihr amerikanischer Koautor Charles Vacanti ein neues, pr\u00e4zisiertes Protokoll des Experimentes ein. Lee unternahm daraufhin einen neuen Versuch. Obokata hatte angeblich f\u00fcnf Jahre gebraucht, die STAP-Zellen zu erzeugen, aber mit ihrem Protokoll sollte es jetzt doch schneller gelingen. Tat es aber nicht. <a href=\"http:\/\/www.ipscell.com\/\">Paul Knoepfler<\/a>, ein renommierter amerikanischer Stammzellforscher und  Blogger, der die STAP-Experimente rund um den Globus verfolgte,  diskutierte noch gestern in einem ausf\u00fchrlichen Beitrag, was f\u00fcr oder gegen einen R\u00fcckzug des Nature-Papers spricht. Er wies allerdings auch darauf hin, dass zwei Monate f\u00fcr die Wiederholung von Experimenten und ihre Ver\u00f6ffentlichung kein langer Zeitraum in der Wissenschaft sind. <\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/erste-erfolge-dennoch-gefaelscht-das-stammzell-spektakel-12874820.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/erste-erfolge-dennoch-gefaelscht-das-stammzell-spektakel-12874820.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch bin total sprachlos\u201c: Mit diesen Worten wurden zum ersten Mal die sagenumwobenen S\u00e4urebad-Stammzellen au\u00dferhalb von Japan erzeugt. Eine neue Ente? 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