{"id":24165,"date":"2014-03-25T15:38:18","date_gmt":"2014-03-25T15:38:18","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=24165"},"modified":"2014-03-25T15:38:18","modified_gmt":"2014-03-25T15:38:18","slug":"infrastrukturanlagen-fristen-ein-schattendasein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=24165","title":{"rendered":"Infrastrukturanlagen fristen ein Schattendasein"},"content":{"rendered":"<p>Infrastrukturanlagen fristen trotz hohem Interesse ein Schattendasein. Zu viel Anlagevolumen, zu hoher Bedarf an Rechtssicherheit sind die Hinderungsgr\u00fcnde f\u00fcr ein breites Angebot an Beteiligungsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Eigentlich m\u00fcssten die Kapitalanlagen in Infrastruktur wie Verkehrswege sehr stark zunehmen, denn Anbieter wie Nachfrager besitzen grunds\u00e4tzlich ein gro\u00dfes Interesse an Marktl\u00f6sungen. Typische Betreiber von Infrastruktur wir Verkehrswegen und Energie- oder Datennetzen sind h\u00e4ufig Staaten, aber viele Staaten haben hohe Schulden. Die Privatisierung von Infrastruktur f\u00fcllte die Kassen und entlastete die Staaten von der B\u00fcrde k\u00fcnftiger Investitionen.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite suchen Gro\u00dfanleger wie Versicherungen, Versorgungswerke, Pensionskassen und Family Offices h\u00e4nderingend zuverl\u00e4ssige langfristige Kapitalanlagen, deren Rendite \u00fcber jener f\u00fcr Staatsanleihen aus L\u00e4ndern mit einer sehr guten Bonit\u00e4t liegt. Zehnj\u00e4hrige Bundesanleihen bringen derzeit 1,59 Prozent und drei\u00dfigj\u00e4hrige Bundespapiere 2,47 Prozent.<\/p>\n<p>Und dennoch spielt Infrastruktur als Anlageklasse bisher nur eine unbedeutende Rolle. So wurden in den Jahren 2008 bis 2013 in der Welt von Beteiligungsunternehmen (\u201ePrivate Equity\u201c) immerhin 5449 Fonds im Volumen von rund 1,4 Billionen Dollar aufgelegt. Im gleichen Zeitraum erblickten aber nur 278 Infrastrukturfonds im Volumen von 175 Milliarden Dollar das Licht der Welt. \u201eDem einen fehlt der Wein, dem anderen der Becher\u201c, zitiert die Beratungsunternehmen Mackewicz &#038;amp- Partner den Dichter Stefan Zweig, um zu verdeutlichen, dass Anbieter und Nachfrage von Infrastruktur immer noch recht selten zusammenkommen.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gibt es Gr\u00fcnde. Nur sehr gro\u00dfe Investoren k\u00f6nnen es sich angesichts des hohen Aufwands und der damit verbundenen Kosten leisten, Anlagen in Infrastruktur selbst zu suchen, zu kalkulieren und zu verwalten. In Deutschland z\u00e4hlt zu diesen Investoren die Allianz, die mittlerweile mehr als 2 Milliarden Euro Fremdkapital in Infrastruktur investiert hat. Innerhalb eines Jahres kamen acht Gesch\u00e4fte in sieben europ\u00e4ischen L\u00e4ndern zustande, darunter zuletzt eine Finanzierung eines Autobahnausbaus in Belgien \u00fcber 433 Millionen Euro.<\/p>\n<h2>Bedarf an Rechtssicherheit hemmt Schwellenl\u00e4nderinvestments<\/h2>\n<p>Viele Anleger k\u00f6nnen oder wollen nicht selbst Infrastrukturprojekte verwalten und bevorzugen Anlagen in spezialisierten Fonds. Die gr\u00f6\u00dften Fonds f\u00fcr Infrastruktur werden von Finanzh\u00e4usern in den Vereinigten Staaten aufgelegt- sie investieren \u00fcberwiegend in Europa und Nordamerika, aber nur wenig in Schwellenl\u00e4ndern. Denn neben der erwarteten Rendite z\u00e4hlt f\u00fcr einen sehr langfristig ausgerichteten Anleger auch die Rechtssicherheit. Eine Anlage in einer im Prinzip sehr attraktiven Eisenbahnlinie oder Pipeline bringt keinen Nutzen, wenn das Projekt von einer geldhungrigen Regierung unversehens verstaatlicht oder mit hohen Sondersteuern belegt wird.<\/p>\n<p>Deshalb werden volumenstarke Fonds, mit denen die Wasser- und Stromversorgung in Afrika oder die Modernisierung des Schienenverkehrs in Indien finanziert wird, auf absehbare Zeit eher die Regel als die Ausnahme bleiben. Die Furcht vor unabsehbar hohen fiskalischen Belastungen ist ein Grund, warum nicht wenige Gro\u00dfanleger auch vor Infrastrukturinvestitionen in den hochverschuldeten L\u00e4ndern S\u00fcdeuropa zur\u00fcckschrecken.<\/p>\n<p>Insofern erscheint das Potential f\u00fcr Infrastrukturfonds trotz einer potentiell lebhaften Nachfrage begrenzt. \u201eDas Volumen anlagesuchenden Kapitals d\u00fcrfte das Angebot an indirekten und nicht b\u00f6rsengehandelten Infrastrukturfonds bald \u00fcbersteigen\u201c, hei\u00dft es in der Analyse von Mackewicz &#038;amp- Partner.<\/p>\n<h2>Zu viel \u00dcberschneidungen bei Aktienfonds<\/h2>\n<p>Eine Alternative bleiben Aktien von Infrastrukturunternehmen oder spezialisierte Fonds, die solche Aktien b\u00fcndeln. Das ist ein wachsender, wenn auch bislang kleiner Markt. In den Vereinigten Staaten sind etwa drei Dutzend Fonds &#8211; aktive gemanagte ebenso wie b\u00f6rsengehandelte Indexfonds (ETF) &#8211; bekannt, die einen solchen Schwerpunkt setzen. Der Finanzdienstleister Morningstar beziffert die in diesen Fonds geb\u00fcndelten Gelder von Anlegern auf knapp 11 Milliarden Dollar zum Jahresende 2013. Bisher darf man von einem Nischenmarkt sprechen.<\/p>\n<p>Aber auch diese Produkte stellen Gro\u00dfanleger vor Herausforderungen. Viele solcher Anleger in Deutschland haben traditionell aus Vorsichtsgr\u00fcnden niedrige Aktienquoten und k\u00f6nnen auch mit Blick auf die von Regulierern vorgeschriebene Unterdeckung mit Eigenkapital solche Anlagen nicht in erheblichem Ma\u00dfe ausdehnen. Au\u00dferdem befinden sich in solchen spezialisierten Fonds Aktien unter anderem gro\u00dfer Energieversorger, die ohnehin schon in den Best\u00e4nden gro\u00dfer Anleger enthalten sein k\u00f6nnten. Das Fazit ist ern\u00fcchternd: Kapitalanlagen in Infrastruktur klingen reizvoll, sind aber f\u00fcr viele Anleger nicht leicht zu bewerkstelligen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/infrastrukturanlagen-fristen-ein-schattendasein-12861940.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/infrastrukturanlagen-fristen-ein-schattendasein-12861940.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Infrastrukturanlagen fristen trotz hohem Interesse ein Schattendasein. 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