{"id":24099,"date":"2014-03-22T18:20:19","date_gmt":"2014-03-22T18:20:19","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=24099"},"modified":"2014-03-22T18:20:19","modified_gmt":"2014-03-22T18:20:19","slug":"versorgung-auf-dem-land-der-beste-arzt-nutzt-nichts-wenn-keiner-hingeht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=24099","title":{"rendered":"Versorgung auf dem Land: Der beste Arzt n\u00fctzt nichts, wenn keiner hingeht"},"content":{"rendered":"<p>Es steht im Gesetz: In Deutschland soll jeder Kranke gleich gut versorgt werden, egal wo er wohnt. Doch eine Studie sch\u00fcrt den Verdacht, dass die \u00dcberlebenschancen von Krebspatienten sich an der Postleitzahl ablesen lassen. Kann das sein?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>PreviewPagemarker&#8220; id=&#8220;pageIndex_1&#8243;>Manchmal entscheidet die Geographie \u00fcber Leben und Tod. So fasste der amerikanische Mediziner John Wennberg vor vierzig Jahren das Ergebnis einer Studie zusammen, f\u00fcr die er die Qualit\u00e4t der Gesundheitsf\u00fcrsorge in den einzelnen Regionen der Vereinigten Staaten untersucht und dabei gro\u00dfe Unterschiede festgestellt hatte.<\/p>\n<p>Ob diese Auffassung auch f\u00fcr die heutigen Verh\u00e4ltnisse in Deutschland zutrifft, wollten Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) herausfinden, die ihre Ergebnisse nun im International Journal of Cancer publizierten. Auch im deutschen Gesundheitswesen wirken sich demnach regionale sozio\u00f6konomische Unterschiede auf beunruhigende Weise aus. Dabei fordert das Sozialgesetzbuch eigentlich, diese auszugleichen. Doch trotz freier Arztwahl, eines hohen Versorgungsniveaus und eines fl\u00e4chendeckenden Angebots an Gesundheitsleistungen herrscht eine Kluft zwischen Arm und Reich. \u201eKrebs\u00fcberleben h\u00e4ngt vom Wohnort ab\u201c &#8211; so lautet der Titel der entsprechenden Pressemitteilung.<\/p>\n<p>Es ist die erste umfassende Untersuchung dieser Art in Deutschland: Daten von einer Million Patienten, die zwischen 1997 und 2006 an einer der 25 h\u00e4ufigsten Krebsarten erkrankten, wurden statistisch ausgewertet. Die Patienten litten etwa an Lungen-, Darm-, Prostata-, Brust- oder Hautkrebs und wurden in den deutschen Landeskrebsregistern erfasst.<\/p>\n<p>Allerdings wurden f\u00fcr die Analyse nicht die genauen Wohnorte der Patienten zugrunde gelegt, sondern die entsprechenden Landkreise &#8211; die kleinste Einheit, mit der die Krebsregister agieren, um die Anonymit\u00e4t der Patienten zu wahren. \u00dcberdies liegen die meisten der zweihundert Kreise, die f\u00fcr die Auswertung herangezogen wurden, in Bayern, Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Dagegen blieben Hessen, Baden-W\u00fcrttemberg, Th\u00fcringen und auch Regionen wie das Ruhrgebiet au\u00dfen vor. Denn nur wo die Daten seit 1997 einheitlich und l\u00fcckenlos gesammelt wurden, konnten sie f\u00fcr diese Analyse herangezogen werden.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr nahmen die Epidemiologen eine Einteilung der Landkreise in f\u00fcnf sozio\u00f6konomische Gruppen vor. Als Bezugsgr\u00f6\u00dfen dienten unter anderem das Pro-Kopf-Einkommen, die Arbeitslosenquote sowie die kommunalen Einnahmen und Ausgaben. Aber auch die H\u00e4ufigkeit von Unf\u00e4llen im Stra\u00dfenverkehr, die Zahl der Straftaten oder die Wahlbeteiligung flie\u00dfen in den sogenannten Deprivationsindex ein, der den jeweiligen Wohlstand von St\u00e4dten, Regionen oder L\u00e4ndern in Zahlen ausdr\u00fcckt. Werner Maier vom Institut f\u00fcr Gesundheits\u00f6konomie und Management im Gesundheitswesen des Helmholtz-Zentrums M\u00fcnchen hat in diesem Fall sieben Hauptfaktoren miteinbezogen, die \u201eunterschiedliche Dimensionen der Benachteiligung\u201c widerspiegeln, weil \u201enicht nur die finanzielle Armut, sondern auch viele andere Aspekte Einfluss auf die Gesundheit nehmen\u201c, sagt Maier.<\/p>\n<p>Aber was haben Indikatoren wie die Zahl der Verkehrsunf\u00e4lle mit der \u00dcberlebenschance eines Krebspatienten zu tun? Ein direkter Zusammenhang bestehe da tats\u00e4chlich nicht, sagt Lina Jansen, Erstautorin der Studie und Mitarbeiterin in der Abteilung f\u00fcr Klinische Epidemiologie und Alternsforschung am DKFZ. Allerdings lie\u00dfen Unfallzahlen R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Sicherheit und das Wohlbefinden in einer Region zu. Der Deprivationsindex biete zudem die M\u00f6glichkeit, auch internationale Vergleiche anzustellen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/versorgung-auf-dem-land-der-beste-arzt-nuetzt-nichts-wenn-keiner-hingeht-12859373.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/versorgung-auf-dem-land-der-beste-arzt-nuetzt-nichts-wenn-keiner-hingeht-12859373.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es steht im Gesetz: In Deutschland soll jeder Kranke gleich gut versorgt werden, egal wo er wohnt. 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