{"id":23853,"date":"2014-03-15T11:46:03","date_gmt":"2014-03-15T11:46:03","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=23853"},"modified":"2014-03-15T11:46:03","modified_gmt":"2014-03-15T11:46:03","slug":"methanlecks-in-amerika-vom-edlen-retter-zum-klimasunder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=23853","title":{"rendered":"Methanlecks in Amerika: Vom edlen Retter zum Klimas\u00fcnder"},"content":{"rendered":"<p>Schiefergas boomt, aber die Pipelines f\u00fcr Methan sind Schrott: Amerika hat zu viele Lecks, was die Umwelt offenkundig bedroht. Es besteht dringender Handlungsbedarf.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Erdgas erlebt zurzeit in den Vereinigten Staaten eine Renaissance. Aber l\u00e4ngst nicht nur dort, auch in Europa. Im Zuge der Klimadebatte hat Erdgas als Energietr\u00e4ger an Bedeutung gewonnen, der bei der Verbrennung deutlich weniger Schadstoffe und Treibhausgase freisetzt. Nicht nur deshalb aber boomt Erdgas. Einer der wesentliche Gr\u00fcnde daf\u00fcr ist zweifellos der niedrige Preis, denn gegenw\u00e4rtig \u00fcbersteigt das Angebot die Nachfrage nach diesem Brennstoff. In Amerika wird der fossile Energietr\u00e4ger n\u00e4mlich nicht mehr nur aus gew\u00f6hnlichen Kohlenwasserstofflagerst\u00e4tten gef\u00f6rdert. Ein gro\u00dfer Teil des Gases stammt mittlerweile aus bislang unzug\u00e4nglichen Schieferlagerst\u00e4tten und wird dort als \u201eShalegas\u201c mit Frackingverfahren erschlossen.<\/p>\n<p class=\"AutorenModul\"><span class=\"autorBox clearfix\" itemprop=\"author\">                                                <img title='Horst Rademacher' height='55' alt='Horst Rademacher' width='55' class='media left' src='http:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/redaktion\/460753287\/1.1126095\/avatarAuthor\/horst-rademacher-hra.jpg' \/><span class=\"autorTxt\"><a href=\"\/redaktion\/horst-rademacher-11104043.html\" title=\"Horst Rademacher\" rel=\"author\">Autor: Horst Rademacher, Jahrgang 1954, freier Autor im Ressort \u201eNatur und Wissenschaft\u201c.<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><span class=\"shareAutor\"><a onclick=\"follow_1_1104043()\" class=\"autorFolgen\" title=\"Horst Rademacher folgen\"> <\/a>                    <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Erdgas gilt aber auch als idealer Brennstoff f\u00fcr den geplanten \u00dcbergang von der Nutzung von fossilen zu erneuerbaren Energietr\u00e4gern. In Kraftwerken verbrennt es n\u00e4mlich bei vergleichbarer thermischer Leistung erheblich \u201esauberer\u201c als Kohle, und auch die Abgase von Ottomotoren sind weniger umweltsch\u00e4dlich, wenn in ihnen Fl\u00fcssiggas statt Benzin verbrannt wird. Insgesamt, so wird gemeinhin angenommen, werden beim Verbrennen von Erdgas erheblich weniger Treibhausgase freigesetzt als bei der Nutzung anderer fossiler Brennstoffe, vor allem von Kohle und Erd\u00f6l.<\/p>\n<p><strong>Untersch\u00e4tzte Leckrate<\/strong><\/p>\n<p>Nach einer <a href=\"http:\/\/www.sciencemag.org\/content\/343\/6172\/733.summary\">in der Zeitschrift \u201eScience\u201c<\/a> ver\u00f6ffentlichten Untersuchung ist Erdgas aber l\u00e4ngst nicht so umweltfreundlich wie vermutet. Der Grund ist, dass die Leckagen bei der F\u00f6rderung, dem Transport und der Nutzung bisher erheblich untersch\u00e4tzt worden sind. Denn der Hauptbestandteil des Gases, das f\u00fcnfatomige Kohlenwasserstoffmolek\u00fcl Methan, ist ein wesentlich potenteres Treibhausgas als beispielsweise Wasserdampf und Kohlendioxid, das bei der Verbrennung von Kohle und \u00d6l freigesetzt wird. So ist das sogenannte Erderw\u00e4rmungspotential von Methan bis zu siebzigmal so gro\u00df wie das von Kohlendioxid. Dementsprechend werden die Umweltvorteile von Erdgas weitgehend ausgeglichen, wenn Methan bei der Nutzung von Erdgas in die Atmosph\u00e4re gelangt.<\/p>\n<p>Eine Forschergruppe um Adam Brandt von der Stanford University in Palo Alto hat jetzt mehr als zweihundert Studien der vergangenen zwanzig Jahre analysiert, in denen jene Quellen untersucht und quantifiziert wurden, aus denen Methan in die Atmosph\u00e4re \u00fcber Nordamerika gelangt. Brandt und seine Kollegen haben die Ergebnisse der einzelnen Studien anschlie\u00dfend verglichen mit einem von der amerikanischen Umweltbeh\u00f6rde EPA ver\u00f6ffentlichten Index \u00fcber die Menge an Methan im sogenannten Treibhausgasinventar Nordamerikas. Sie kommen zu dem Schluss, dass die tats\u00e4chliche Menge an Methan um bis zu 75 Prozent h\u00f6her liegt, als im EPA-Inventar angegeben.<\/p>\n<h2>Kein Grund f\u00fcr Beschr\u00e4nkungen<\/h2>\n<p>Nach Ansicht der Forscher um Brandt gibt es daf\u00fcr mehrere Ursachen. So beruhen die Sch\u00e4tzungen der Umweltbeh\u00f6rde \u00fcber die Menge an Methan, die in Leckagen, bei der F\u00f6rderung und dem Transport freigesetzt wird, nicht auf unabh\u00e4ngigen Messungen. Vielmehr stammen sie aus Angaben der Industrie, die nur in wenigen F\u00e4llen von der EPA \u00fcberpr\u00fcft werden konnten. Zu den Leckagen geh\u00f6ren sowohl undichte Ventile und Pipelines wie auch das unvollst\u00e4ndige Abfackeln von Erdgas. Jenes Gas f\u00e4llt bei der Erd\u00f6lf\u00f6rderung als Nebenprodukt an und wird vor allem auf kleineren \u00d6lfeldern nicht eigens weiterverwendet. In das EPA-Inventar gehen aber auch keine nat\u00fcrlichen Quellen von Methan ein. Beispielsweise tritt das Gas in nat\u00fcrlich vorkommenden Asphaltseen oder Teergruben aus, wie den La Brea Tar Pits in Los Angeles. Ebenso entsteht Methan, wenn pflanzliche Biomasse in Mooren und Feuchtgebieten vermodert.Obwohl die Leckagen von Methan in Nordamerika erheblich untersch\u00e4tzt werden, sehen Brandt und seine Kollegen keinen wirklichen Grund, den Gebrauch von Erdgas zu verringern.<\/p>\n<p>Vielmehr lie\u00dfe sich die tats\u00e4chliche Umweltbilanz des fossilen Energietr\u00e4gers deutlich verbessern, wenn die Leckagen abgedichtet und \u00fcbersch\u00fcssiges Methan genutzt und nicht mehr abgefackelt w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle\" id=\"NotLoggedIn_1_1104043\">Bitte melden Sie sich zun\u00e4chst <a href=\"\/mein-faz-net\/?redirectUrl=%2Faktuell%2Fwissen%2Fklima%2Fmethanlecks-in-amerika-vom-edlen-retter-zum-klimasuender-12840856.html\">hier<\/a> an.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle\" id=\"LoggedInAlreadyAdded_1_1104043\">Sie folgen Horst Rademacher bereits.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle\" id=\"LoggedInNew_1_1104043\">Sie folgen jetzt Horst Rademacher.<\/p>\n<p class=\"Small\" id=\"LoggedIn_1_1104043\">Eine \u00dcbersicht aller Autoren und Leser, denen Sie folgen, finden Sie unter dem Men\u00fcpunkt <a href=\"\/mein-faz-net\/meine-autoren\/\">&#8222;Meine Autoren&#8220;<\/a> bei Mein FAZ.NET.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle ErrMsg\" id=\"error_1_1104043\">Die Aktion konnte nicht durchgef\u00fchrt werden. Es trat ein Fehler auf.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/klima\/methanlecks-in-amerika-vom-edlen-retter-zum-klimasuender-12840856.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/klima\/methanlecks-in-amerika-vom-edlen-retter-zum-klimasuender-12840856.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schiefergas boomt, aber die Pipelines f\u00fcr Methan sind Schrott: Amerika hat zu viele Lecks, was die Umwelt offenkundig bedroht. 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