{"id":23755,"date":"2014-03-11T12:25:31","date_gmt":"2014-03-11T12:25:31","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=23755"},"modified":"2014-03-11T12:25:31","modified_gmt":"2014-03-11T12:25:31","slug":"partnerwahl-der-ur-europaer-vom-jungen-boom-der-blonden-und-blauaugigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=23755","title":{"rendered":"Partnerwahl der Ur-Europ\u00e4er: Vom jungen Boom der Blonden und Blau\u00e4ugigen"},"content":{"rendered":"<p>Unsere europ\u00e4ischen Vorfahren hatten eine dunklere Pigmentierung von Haut, Haaren und Augen. Dann war pl\u00f6tzlich heller gefragt. War es der Sexappeal der blauen Augen?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Vor etwa 5000 Jahren war der typische Europ\u00e4er noch ein deutlich dunklerer Menschentypus als heute. Erst danach haben offenbar starke evolution\u00e4re Kr\u00e4fte daf\u00fcr gesorgt, dass die Menschen zumindest in Europa insgesamt heller wurden. Das zeigen Analysen von Erbsubstanz, die man aus alten Skelettknochen von pr\u00e4historischen Populationen in Osteuropa gewonnen hat. Wissenschaftler der Universit\u00e4t Mainz haben zusammen mit Kollegen aus Berlin und Kiew sowie vom University College London nach Ver\u00e4nderungen im Genom gesucht und die Ergebnisse in den<a href=\"http:\/\/www.pnas.org\/content\/early\/2014\/03\/05\/1316513111.abstract\"> \u201eProceedings\u201c <\/a>der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p class=\"AutorenModul\"><span class=\"autorBox clearfix\" itemprop=\"author\">                                                <img title='Manfred Lindinger' height='55' alt='Manfred Lindinger' width='55' class='media left' src='http:\/\/media0.faz.net\/ppmedia\/redaktion\/3332548841\/1.1126030\/avatarAuthor\/manfred-lindinger-mli.jpg' \/><span class=\"autorTxt\"><a href=\"\/redaktion\/manfred-lindinger-11104298.html\" title=\"Manfred Lindinger\" rel=\"author\">Autor: Manfred Lindinger, Jahrgang 1962, Redakteur im Ressort \u201eNatur und Wissenschaft\u201c.<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><span class=\"shareAutor\"><a onclick=\"follow_1_1104298()\" class=\"autorFolgen\" title=\"Manfred Lindinger folgen\"> <\/a>                    <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Bei ihren Analysen sind den Forschern um Sandra Wilde vom Mainzer Institut f\u00fcr Anthropologie unter den vielen genetischen Markern besonders jene aufgefallen, die mit der Pigmentierung von Haut, Haaren und Augen in Zusammenhang stehen. Das best\u00e4tigt fr\u00fchere Befunde, wonach die pr\u00e4historischen Menschen im Durchschnitt dunkler waren als ihre Nachfahren. \u201e\u00dcber Jahrhunderttausende war die menschliche Evolution eigentlich von einem dunklen Ph\u00e4notyp gepr\u00e4gt. Alle unsere fr\u00fchen Vorfahren waren dunkel\u201c, sagt Wilde.  Das \u00e4nderte sich offenkundig, als die fr\u00fchen Menschen vor etwa 50.000 Jahren begannen, die n\u00f6rdliche Hemisph\u00e4re zu besiedeln. \u201eGerade in Europa finden wir eine recht hohe Variabilit\u00e4t an Pigmentierung\u201c, sagt Karola Kirsanow, Mitautorin der Studie. Dennoch h\u00e4tte man nicht damit gerechnet, dass die Selektion in den vergangenen f\u00fcnf  Jahrtausenden noch so stark war.<\/p>\n<h2>Umweltanpassung oder selektiver Gruppenzwang?<\/h2>\n<p>Die Wissenschaftler haben daf\u00fcr mehre Erkl\u00e4rungsm\u00f6glichkeiten: Die naheliegende sei die Anpassung der Menschen an die verminderte Sonneneinstrahlung in der n\u00f6rdlichen Hemisph\u00e4re. \u201eDie meisten Menschen generieren Vitamin D \u00fcber die Haut infolge von ultravioletter Strahlung im Sonnenlicht. In den n\u00f6rdlichen Breiten w\u00e4re das mit dunkler Haut aber weniger effizient gewesen. Da die Menschen hier auch weniger Vitamin D mit der Nahrung aufnahmen, war hellere Haut die vielleicht beste Option\u201c, erkl\u00e4rt Mark Thomas vom University College in London.<\/p>\n<p>Allerdings w\u00fcrde dies nicht die Notwendigkeit einer Ver\u00e4nderung der Haar- und Augenfarbe erkl\u00e4ren, entgegnet Sandra Wilde. \u201eEs mag aber durchaus sein, dass ein ver\u00e4nderter Ph\u00e4notyp, also die hellere Haar- und Augenfarbe, als Signal von Gruppenzugeh\u00f6rigkeit gesehen wurde und sich auf die selektive Partnerwahl ausgewirkt hat.\u201c Diese sexuelle Selektion, die im Tierreich oft vorkommt, war vielleicht auch eine treibende Kraft der Evolution des Menschen in den vergangenen Jahrtausenden. \u201eMan darf die wissenschaftlichen Befunde nicht so interpretieren, als sei alles, was selektiert ist, auch gut und ausschlie\u00dflich vorteilhaft. Gerade die durch Partnerwahl hergebrachten Merkmale sind h\u00e4ufig kulturell gepr\u00e4gt und damit eher Geschmackssache denn Anpassung an die Umwelt\u201c, erg\u00e4nzt Joachim Burger von der Universit\u00e4t Mainz.<strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Verr\u00e4terische Ver\u00e4nderungen<\/strong><\/p>\n<p>Die Wissenschaftler haben einen neuen Ansatz bei ihren Analysen genutzt. Bisher wurden Anzeichen von evolution\u00e4r g\u00fcnstigen Mutationen aus bestimmten Strukturen in den Genomen heutiger Europ\u00e4ern abgeleitet. Wilde und ihre Kollegen haben in Computersimulationen nun die Daten der pr\u00e4historischen DNA mit den Genomdaten heutiger Europ\u00e4er verglichen. Die Wissenschaftler werten eine vorgefundene genetische Ver\u00e4nderung als ein klares Zeichen daf\u00fcr, dass sich eine bestimmte Mutation in der Population ausgebreitet hat, falls sie sich nicht durch normale, generations\u00fcbergreifende Zufallsverteilung von Merkmalen erkl\u00e4ren l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die alte DNA wurde aus Skeletten von Menschen extrahiert, die  gr\u00f6\u00dftenteils der sogenannten Jamnaja-Kultur angeh\u00f6rten. Diese Population kennen Arch\u00e4ologen aufgrund zahlreicher, meist mit Ocker gef\u00e4rbter Gr\u00e4ber, die unter Grabh\u00fcgeln angelegt wurden. Die arch\u00e4ologisch bedeutsamen Bestattungen der Jamnaja-Kultur liegen in der Steppenzone zwischen dem Fluss Ural und den \u00f6stlichen Karpaten vor und datieren zwischen 5100 und 4400 vor heute.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle\" id=\"NotLoggedIn_1_1104298\">Bitte melden Sie sich zun\u00e4chst <a href=\"\/mein-faz-net\/?redirectUrl=%2Faktuell%2Fwissen%2Fmensch-gene%2Fpartnerwahl-der-ur-europaeer-vom-jungen-boom-der-blonden-und-blauaeugigen-12841719.html\">hier<\/a> an.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle\" id=\"LoggedInAlreadyAdded_1_1104298\">Sie folgen Manfred Lindinger bereits.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle\" id=\"LoggedInNew_1_1104298\">Sie folgen jetzt Manfred Lindinger.<\/p>\n<p class=\"Small\" id=\"LoggedIn_1_1104298\">Eine \u00dcbersicht aller Autoren und Leser, denen Sie folgen, finden Sie unter dem Men\u00fcpunkt <a href=\"\/mein-faz-net\/meine-autoren\/\">&#8222;Meine Autoren&#8220;<\/a> bei Mein FAZ.NET.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle ErrMsg\" id=\"error_1_1104298\">Die Aktion konnte nicht durchgef\u00fchrt werden. Es trat ein Fehler auf.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/partnerwahl-der-ur-europaeer-vom-jungen-boom-der-blonden-und-blauaeugigen-12841719.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/partnerwahl-der-ur-europaeer-vom-jungen-boom-der-blonden-und-blauaeugigen-12841719.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere europ\u00e4ischen Vorfahren hatten eine dunklere Pigmentierung von Haut, Haaren und Augen. Dann war pl\u00f6tzlich heller gefragt. 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