{"id":23753,"date":"2014-03-12T22:38:34","date_gmt":"2014-03-12T22:38:34","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=23753"},"modified":"2014-03-12T22:38:34","modified_gmt":"2014-03-12T22:38:34","slug":"mammographie-screening-auf-dem-richtigen-kurs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=23753","title":{"rendered":"Mammographie-Screening: Auf dem richtigen Kurs"},"content":{"rendered":"<p>Inzwischen werden mehr kleine Tumore mit guter Prognose entdeckt: Eine erste Bilanz des Mammographie-Screenings in Deutschland.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Mit dem bev\u00f6lkerungsweiten, qualit\u00e4tsgesicherten Mammographie-Screening werden in Deutschland mehr kleinere Brusttumore mit besserer Prognose und ohne Befall der Lymphknoten entdeckt als vor dem Screening. Mit diesem Ergebnis aus dem dritten Evaluationsbericht sieht die Kooperationsgemeinschaft Mammographie das deutsche Screening auf dem richtigen Kurs. Vorgestellt wurde der Bericht mit den Leistungszahlen f\u00fcr 2010 auf dem Krebskongress in Berlin. Vorrangiges Ziel ist zwar die Senkung der Brustkrebssterblichkeit, aber da es dazu erst in vier Jahren Resultate geben wird, beurteilt die Kooperationsgemeinschaft Mammographie die Qualit\u00e4t des deutschen Screenings bis dahin mit Fr\u00fchindikatoren. Einer davon ist die Verteilung der Tumorstadien. Bei einem erfolgreichen Screening sollten mehr kleinere Tumore mit g\u00fcnstigerer Prognose gefunden werden, die schonender behandelt werden k\u00f6nnen und bei denen eher mit einer Heilung zu rechnen ist.<\/p>\n<p>\u201eAchtzig Prozent der 2010 entdeckten invasiven Karzinome waren kleiner als zwei Zentimeter und bei 78 Prozent waren die Lymphknoten noch nicht befallen\u201c, sagte Karin Bock vom Referenzzentrum Mammographie S\u00fcdwest bei der Vorstellung des Berichtes in Berlin. Vor dem Screening waren nur 49 Prozent der entdeckten Karzinome kleiner als zwei Zentimeter und nur 57 Prozent waren ohne Lymphknotenbefall. Auch der Anteil der entdeckten Krebsvorstufen und Fr\u00fchkarzinome hat durch das Screening zugenommen. Er liegt jetzt bei knapp zwanzig Prozent. Vor dem Beginn des bev\u00f6lkerungsweiten Screenings hatten diese sehr fr\u00fchen Stadien nur einen Anteil von sieben Prozent an den entdeckten Karzinomen. Die Kritiker des Mammographie-Screenings sehen diesen Anstieg allerdings kritisch, denn vermutlich w\u00e4ren eine Reihe dieser Krebsvorstufen nie aufgefallen und m\u00fcssten auch nicht behandelt werden. Die Frauen mit solchen lebenslang unauff\u00e4lligen Krebsvorstufen werden durch das Screening unn\u00f6tig zu Brustkrebspatientinnen gemacht. Wie der Evaluationsbericht weiter zeigt, waren 35 Prozent der 2010 im Screening entdeckten Karzinome weniger als einen Zentimeter gro\u00df. Vor dem Screening hatten nur vierzehn Prozent diese Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<h2>Mehr Folge- als Erstuntersuchungen<\/h2>\n<p>Dem Bericht liegen 1,2 Millionen Erstuntersuchungen und 1,5 Millionen Folgeuntersuchungen zugrunde. Damit gibt es zum ersten Mal mehr Folge- als Erstuntersuchungen in Deutschland. Bei einer Folgeuntersuchung nehmen Frauen nach zwei Jahren wieder am Screening teil. 2010 wurden insgesamt 17501 Tumore entdeckt. 13834 waren invasive Karzinome, die bereits in das umgebende Gewebe eingedrungen waren. Die Teilnehmerrate liegt seit Beginn des Screenings nahezu unver\u00e4ndert bei 54 Prozent und bleibt damit hinter den Anforderungen der EU-Leitlinie zur\u00fcck. Diese sehen eine Teilnehmerrate von 70 bis 75 Prozent vor. 2010 hatten von tausend Frauen, die zur Erstuntersuchung kamen, acht Frauen Brustkrebs. Von tausend Frauen, die zu einer Folgeuntersuchung kamen, hatten f\u00fcnf bis Frauen sechs Brustkrebs. Bei einer Erstuntersuchung war bei 7,1 Prozent der Frauen eine weitere Abkl\u00e4rung n\u00f6tig, bei den Folgeuntersuchungen lag dieser Anteil bei 3,1 Prozent. Die EU-Leitlinien sehen als Mindestanforderungen einen Wert von unter f\u00fcnf Prozent vor und empfehlen einen Wert von unter drei Prozent.<\/p>\n<p>Alexander Katalinic vom Institut f\u00fcr Sozialmedizin und Epidemiologie des Universit\u00e4tsklinikums Schleswig-Holstein wies bei der Vorstellung des Evaluationsberichts auf die Entwicklungen bei der Entdeckungsrate hin. Sie ist ein weiterer Fr\u00fchindikator. Die Einf\u00fchrung des Screenings hat zun\u00e4chst zu einem deutlichen Anstieg der neu diagnostizierten Brustkrebsf\u00e4lle in Deutschland gef\u00fchrt. Auf diesen Anstieg folgt jetzt aber wieder ein R\u00fcckgang. Dieser Trend sei nicht \u00fcberraschend, sagte Katalinic in Berlin. Beim Start eines bev\u00f6lkerungsweiten Screenings werden auch solche Tumore entdeckt, die ohne Screening erst sp\u00e4ter erkannt werden. Deshalb steige die Zahl der Neuerkrankungen zun\u00e4chst an. Wenn das Programm etabliert sei, gehe die Zahl wieder zur\u00fcck, weil die bereits beim ersten Screening entdeckten Erkrankungen dann nicht mehr als Neuerkrankungen auftreten, so Katalinic.<\/p>\n<p>Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie wertet die Ver\u00e4nderung bei der Verteilung der Tumorstadien sowie den Anstieg und den R\u00fcckgang der Brustkrebsneuerkrankungen bei den Frauen im Screening-Alter als erste messbare Effekte des Mammographie-Screenings. Sie wird das Programm in Zukunft j\u00e4hrlich und nicht mehr im Zweijahres-Rhythmus evaluieren. Der Bericht <a href=\"http:\/\/newsroom.mammo-programm.de\">kann auf der Internetseite http:\/\/newsroom.mammo-programm.de<\/a> der Kooperationsgemeinschaft Mammographie unter der Rubrik \u201ePublikationen\u201c eingesehen werden.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/mammographie-screening-auf-dem-richtigen-kurs-12836760.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/mammographie-screening-auf-dem-richtigen-kurs-12836760.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inzwischen werden mehr kleine Tumore mit guter Prognose entdeckt: Eine erste Bilanz des Mammographie-Screenings in Deutschland.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":50086,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[525,429],"tags":[292,266],"class_list":["post-23753","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medizin","category-wissen","tag-berlin","tag-deutschland"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23753","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23753"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23753\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/50086"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23753"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23753"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23753"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}