{"id":23644,"date":"2014-03-03T18:57:24","date_gmt":"2014-03-03T18:57:24","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=23644"},"modified":"2014-03-03T18:57:24","modified_gmt":"2014-03-03T18:57:24","slug":"artenschutz-im-klimawandel-die-ersten-klima-opfer-sind-schmetterlinge-und-blauwale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=23644","title":{"rendered":"Artenschutz im Klimawandel: Die ersten Klima-Opfer sind Schmetterlinge und Blauwale"},"content":{"rendered":"<p>Ein neues Klima-Abkommen, das zur Zeit ausgehandelt wird, n\u00fctzt nicht nur dem Menschen. Vor allem Wildtiere ben\u00f6tigen \u00f6kologische Stabilit\u00e4t. Schaffen wir die Klimawende?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wenn die bedrohten Arten der Welt w\u00e4hlen k\u00f6nnten, wohin die Wanderung im Jahr 2015 geht, w\u00fcrden sie wahrscheinlich an Paris denken. Denn die Regierungen der Welt haben sich verpflichtet, im kommenden Jahr in der franz\u00f6sischen Hauptstadt ein neues universales Abkommen \u00fcber den Klimawandel zu unterzeichnen &#8211; eins, das den Planeten und seine Bewohner vor gef\u00e4hrlicher und unkontrollierter globaler Erw\u00e4rmung bewahren soll.<\/p>\n<p>Das Abkommen kommt keinen Augenblick zu fr\u00fch f\u00fcr Monarchfalter, Buckelwal, Eisb\u00e4r, Meeresschildkr\u00f6te und unz\u00e4hlige andere Lebewesen, die seit Jahrtausenden entlang alter Zugwege gewandert sind und dabei Hunderte und Tausende von Kilometern zur\u00fcckgelegt haben.<\/p>\n<p>Der Klimawandel, der mit der Verbrennung fossiler Energietr\u00e4ger einhergeht, wirkt sich bereits auf viele Tiere und Pflanzen in vielf\u00e4ltiger Weise aus. Ohne den dringend notwendigen \u00dcbergang unserer Wirtschaft und Lebensweise zu einer kohlenstoffarmen, gr\u00fcnen Wirtschaft k\u00f6nnte dies den R\u00fcckgang und sogar das Aussterben einiger Arten bedeuten. Am 3. M\u00e4rz gab es den ersten Welt-Wildtier-Tag der Vereinten Nationen. Den Eisb\u00e4ren in der Arktis indessen macht bereits seit mehreren Jahren die tauende, schmelzende und d\u00fcnnere Eisdecke zu schaffen, was ihnen die Jagd und Futtersuche zunehmend erschwert.<\/p>\n<p>Derweil beeinflussen w\u00e4rmere Str\u00e4nde den Bruterfolg von Meeresschildkr\u00f6ten. K\u00fchlere Str\u00e4nde bringen \u00fcberwiegend m\u00e4nnliche, warme hingegen zumeist weibliche Jungtiere hervor. Wissenschaftler beobachten, dass Meeresschildkr\u00f6tenpopulationen zunehmend weiblich werden. Dies wirkt sich auf die Fortpflanzung und m\u00f6glicherweise auf das \u00dcberleben einiger Arten aus, die bereits ihre Lebensr\u00e4ume verloren haben und starke Verluste in Fischernetzen erlitten haben. Gro\u00dfe Bartenwale wie der Blauwal, das gr\u00f6\u00dfte Lebewesen der Erde, m\u00fcssen l\u00e4ngere Strecken zwischen ihren Futterpl\u00e4tzen in w\u00e4rmeren Gew\u00e4ssern und ihren Brutpl\u00e4tzen in k\u00fchleren Teilen des Meeres bew\u00e4ltigen. Krill, die Hauptnahrungsquelle von Walen, ist infolge der Erw\u00e4rmung und Versauerung der Ozeane durch den Klimawandel und die Zunahme von Kohlendioxid in der Meeresumwelt r\u00fcckl\u00e4ufig.<\/p>\n<p>Viele Zugv\u00f6gel, die bei ihren Marathonreisen auf Feuchtgebiete und Seen f\u00fcr Nahrung und Rast angewiesen sind, m\u00fcssen mit immer knapperen S\u00fc\u00dfwasserressourcen auskommen. Schuld daran sind die Trockenlegung von Feuchtgebieten zu landwirtschaftlichen Zwecken, die Anspr\u00fcche einer wachsenden Bev\u00f6lkerung sowie anhaltende und extreme Wetterereignisse infolge des Klimawandels.<\/p>\n<p>Und es trifft nicht nur die V\u00f6gel: Die gr\u00f6\u00dfte Wanderung der Welt &#8211; so genannt, weil sie die einzige ist, die vom Weltraum aus sichtbar ist &#8211; mit Tausenden von Gnus und anderen Tieren auf Wanderschaft \u00fcber die afrikanischen Serengeti-Ebenen k\u00f6nnte bald der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Unsere Generation k\u00f6nnte die letzte sein, die dies erlebt, da der Klimawandel zunehmend schwere D\u00fcrren \u00fcber dem Horn von Afrika verursacht, die in einigen F\u00e4llen gro\u00dfe Populationen von Gnus und Antilopen ausgel\u00f6scht haben, die wiederum Nahrungsquelle f\u00fcr andere gef\u00e4hrdete wandernde Tierarten wie Geparden und L\u00f6wen sind. Die Menschheit hat wenig Zeit, um dies zu korrigieren. In Paris darf es nicht nur um ein Abkommen zwischen allen Nationen gehen. Es muss ein gehaltvolles Abkommen im Einklang mit den wissenschaftlichen Fakten sein.<\/p>\n<p>Die Treibhausgasemissionen in der Atmosph\u00e4re, die sich auf dem h\u00f6chsten Stand seit 800 000 Jahren befinden, m\u00fcssen so weit verringert werden, dass wir um die Mitte dieses Jahrhunderts alle in einer kohlenstoffneutralen Welt leben. Nur so kann das Ziel der Nationen, n\u00e4mlich eine globale Erw\u00e4rmung in diesem Jahrhundert, auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, erreicht werden.<\/p>\n<p>Derzeit dr\u00e4ngt der Emissionsverlauf den Planeten und seine Menschen auf einen Abweg, in dem die Welt vier Grad Celsius oder noch w\u00e4rmer ist und somit Mensch und Natur bedroht. Die gute Nachricht ist, dass wir \u00fcber alle Technologien, Strategien und Wege f\u00fcr eine sicherere, weniger riskante Zukunft verf\u00fcgen. In St\u00e4dten, Gemeinden, Unternehmen und L\u00e4ndern gibt es eine echte Welle der Aktion und eine Dynamik der Ver\u00e4nderung, die Vertrauen aufbauen und Kippschalter in Richtung positiver Ver\u00e4nderung umlegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Dezember n\u00e4chsten Jahres kann Paris zur Stadt werden, in der mit einem neuen Klima-Abkommen eine neue und wegweisend Reise in eine weit ges\u00fcndere und sicherere Zukunft beginnt. Eine Zukunft, in der die Menschheit den Weg zu einer kohlenstoffarmen Gesellschaft einschl\u00e4gt und damit eine positive Perspektive f\u00fcr mehr als sieben Milliarden Menschen schafft. Dabei kann sie auch dazu beitragen, sicherzustellen, dass eines der Naturwunder, die gro\u00dfen Tierwanderungen, auch k\u00fcnftige Generationen begeistern und in Erstaunen versetzen kann.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/natur\/artenschutz-im-klimawandel-die-ersten-klima-opfer-sind-schmetterlinge-und-blauwale-12830289.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/natur\/artenschutz-im-klimawandel-die-ersten-klima-opfer-sind-schmetterlinge-und-blauwale-12830289.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein neues Klima-Abkommen, das zur Zeit ausgehandelt wird, n\u00fctzt nicht nur dem Menschen. Vor allem Wildtiere ben\u00f6tigen \u00f6kologische Stabilit\u00e4t. 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