{"id":23572,"date":"2014-03-08T10:58:44","date_gmt":"2014-03-08T10:58:44","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=23572"},"modified":"2014-03-08T10:58:44","modified_gmt":"2014-03-08T10:58:44","slug":"krise-in-der-ukraine-frankreich-ubt-sich-in-zuruckhaltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=23572","title":{"rendered":"Krise in der Ukraine: Frankreich \u00fcbt sich in Zur\u00fcckhaltung"},"content":{"rendered":"<p>Pr\u00e4sident Hollande tritt in der Ukraine-Krise weniger forsch auf als in fr\u00fcheren Konflikten. Daf\u00fcr gibt es gute Gr\u00fcnde, auch wirtschaftliche. Ohnehin hatte sich Frankreich bisher kaum f\u00fcr die Zukunft des Landes interessiert.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Sein Vorg\u00e4nger Nicolas Sarkozy hatte sich in der Kaukasus-Krise 2008 zum Chefvermittler aufgeschwungen und eine forsche Krisendiplomatie verk\u00f6rpert. Fran\u00e7ois Hollande dagegen f\u00e4llt im Kr\u00e4ftemessen mit Russland durch Zur\u00fcckhaltung und eine gewisse Diskretion auf. Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident begr\u00fcndet die Vorsicht mit dem Bestreben, die fragile Einheit Europas zu bewahren. \u201eEuropa muss weiterhin mit einer Stimme sprechen\u201c, sagte Hollande in Br\u00fcssel. Die R\u00fccksichtnahme auf die europ\u00e4ischen Partner bedeutet nicht, dass der Pr\u00e4sident nicht auch den direkten Draht zu den wichtigsten Protagonisten in der Krise suchen w\u00fcrde. Am Freitag empfing er den ukrainischen Oppositionspolitiker Vitali Klitschko sowie den fr\u00fcheren ukrainischen Au\u00dfenminister Petro Poroschenko im Elys\u00e9e-Palast.<\/p>\n<p class=\"AutorenModul\"><span class=\"autorBox clearfix\" itemprop=\"author\">                                                <img title='Michaela Wiegel' height='55' alt='Michaela Wiegel' width='55' class='media left' src='http:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/redaktion\/3930647086\/1.1126635\/avatarAuthor\/michaela-wiegel-mic.jpg' \/><span class=\"autorTxt\"><a href=\"\/redaktion\/michaela-wiegel-11104455.html\" title=\"Michaela Wiegel\" rel=\"author\">Autorin: Michaela Wiegel, Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><span class=\"shareAutor\"><a href=\"https:\/\/plus.google.com\/115219641427853200595?rel=author\" class=\"autorGP\" title=\"Michaela Wiegel auf Google+\"> <\/a><a onclick=\"follow_1_1104455()\" class=\"autorFolgen\" title=\"Michaela Wiegel folgen\"> <\/a>                    <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Zuvor hatte er mit dem russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin telefoniert und sich ausf\u00fchrlich mit dessen Au\u00dfenminister Sergej Lawrow unterhalten. Auch traf er mit dem ukrainischen Interimsau\u00dfenminister in Paris zusammen. Doch setzte sich Hollande nicht als Chefunterh\u00e4ndler in Szene, wie dies Sarkozy w\u00e4hrend der Georgien-Krise vorgef\u00fchrt hatte. Selbst als dank der lange geplanten Libanon-Konferenz der Elys\u00e9e-Palast zum Schauplatz der internationalen Krisendiplomatie wurde, verzichtete Gastgeber Hollande darauf, sich mit einem Presseauftritt zu exponieren. Dabei hat der Pr\u00e4sident in der Vergangenheit wiederholt gezeigt, dass er es nicht scheut, auf internationalem Parkett Farbe zu bekennen. In der Syrien-Krise etwa preschte er im vergangenen Jahr weit vor, lie\u00df einen milit\u00e4rischen Vergeltungsschlag vorbereiten und wurde schlie\u00dflich von Pr\u00e4sident Obama desavouiert. Seither ist er vorsichtiger geworden.<\/p>\n<h2>Wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel<\/h2>\n<p>Hollande ist von der Entwicklung in der Ukraine \u00fcberrascht worden. Anders als die Bundeskanzlerin, die im November vor dem Bundestag das geplante Partnerschaftsabkommen mit der EU erl\u00e4uterte, unterrichtete Premierminister Jean-Marc Ayrault die Nationalversammlung nicht dar\u00fcber. \u00dcberhaupt stie\u00df die Zukunft der Ukraine in der \u00f6ffentlichen Meinung nur auf geringes Interesse. Hollande hob wiederholt hervor \u2013 um die erweiterungsm\u00fcden Franzosen zu beruhigen \u2013, dass eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine nicht angestrebt werde. Als die Unterzeichnung des EU-Partnerschaftsabkommens beim Gipfeltreffen von Vilnius Ende November scheiterte, interessierte sich Paris gerade mehr f\u00fcr die Zuspitzung der Lage in der Zentralafrikanischen Republik.<\/p>\n<p>Das ist inzwischen anders. Aber der Pr\u00e4sident \u00fcberl\u00e4sst das Terrain lieber seinem Au\u00dfenminister Laurent Fabius. Dieser hat Russland am Freitag mit weiteren Sanktionen gedroht, sollte es in der Krim-Krise nicht einlenken. Die neuen Sanktionen k\u00f6nnten russische Gesch\u00e4ftsleute und \u201ePersonen im Umfeld von Wladimir Putin\u201c treffen, sagte Fabius im Radiosender France Info. \u201eEs k\u00f6nnten Konten eingefroren, Termine abgesagt und Visa verweigert werden\u201c, sagte Fabius.<\/p>\n<p>Die Krise sei \u201evielleicht die schwerste seit dem Kalten Krieg\u201c, so der Au\u00dfenminister. Auch f\u00fcr Frankreich stehen bei einer strikten Sanktionspolitik mit Repressalien von russischer Seite wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel. Anders als Deutschland ist das Land in der Energieversorgung relativ unabh\u00e4ngig von Russland, was sich vor allem mit der resoluten Atomkraftstrategie des Landes erkl\u00e4rt. Doch franz\u00f6sische Gro\u00dfbanken wie die Soci\u00e9t\u00e9 G\u00e9n\u00e9rale oder Cr\u00e9dit Agricole, der Luxusg\u00fcterhersteller LVMH, franz\u00f6sische Weing\u00fcter sowie der Automobilkonzern Renault sind in Russland stark engagiert. Frankreich hat mit Russland zudem den Verkauf von zwei der hochmodernen Hubschraubertr\u00e4ger vom Typ Mistral vereinbart. Das unter Sarkozy besiegelte Gesch\u00e4ft war damals auf harsche Kritik in den baltischen Staaten und in Amerika gesto\u00dfen. Der erste Hubschraubertr\u00e4ger, der auf den Namen \u201eWladiwostok\u201c getauft werden soll, wird schon im Herbst in Saint-Nazaire fertiggestellt. Das zweite Kriegsschiff soll 2017 \u00fcbergeben werden. In Saint-Nazaire geht unter der Belegschaft schon die Sorge um, dass das Milliardengesch\u00e4ft noch platzen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle\" id=\"NotLoggedIn_1_1104455\">Bitte melden Sie sich zun\u00e4chst <a href=\"\/mein-faz-net\/?redirectUrl=%2Faktuell%2Fpolitik%2Feuropaeische-union%2Fkrise-in-der-ukraine-frankreich-uebt-sich-in-zurueckhaltung-12836490.html\">hier<\/a> an.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle\" id=\"LoggedInAlreadyAdded_1_1104455\">Sie folgen Michaela Wiegel bereits.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle\" id=\"LoggedInNew_1_1104455\">Sie folgen jetzt Michaela Wiegel.<\/p>\n<p class=\"Small\" id=\"LoggedIn_1_1104455\">Eine \u00dcbersicht aller Autoren und Leser, denen Sie folgen, finden Sie unter dem Men\u00fcpunkt <a href=\"\/mein-faz-net\/meine-autoren\/\">&#8222;Meine Autoren&#8220;<\/a> bei Mein FAZ.NET.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle ErrMsg\" id=\"error_1_1104455\">Die Aktion konnte nicht durchgef\u00fchrt werden. 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