{"id":23535,"date":"2014-03-04T11:12:20","date_gmt":"2014-03-04T11:12:20","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=23535"},"modified":"2014-03-04T11:12:20","modified_gmt":"2014-03-04T11:12:20","slug":"un-ernahrungsstudie-schlagt-alarm-gleicher-reicher-gefahrlicher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=23535","title":{"rendered":"UN-Ern\u00e4hrungsstudie schl\u00e4gt Alarm: Gleicher, reicher, gef\u00e4hrlicher"},"content":{"rendered":"<p>Forscher haben im Auftrag der UN die Ern\u00e4hrungsgewohnheiten der vergangenen 50 Jahre untersucht. Sie sind beunruhigt. Die \u201eVerwestlichung\u201c der Welt sei f\u00fcr die Menschheit eine ebenso gro\u00dfe Gefahr wie der Hunger.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dass es inzwischen mehr \u00fcberern\u00e4hrte Menschen als hungernde gibt auf der Welt, ist kein Ruhmesblatt der j\u00fcngeren menschlichen Evolution, sondern ein Menetekel. Auf diesem Standpunkt jedenfalls stehen die Fachleute der Vereinten Nationen, die jetzt eine Analyse der weltweiten Ern\u00e4hrungsgewohnheiten der vergangenen f\u00fcnzig Jahre in mehr als 150 L\u00e4ndern vorgelegt und mit einem klaren Appell versehen haben: Eine Kurskorrektur sei dringend n\u00f6tig.<\/p>\n<p class=\"AutorenModul\"><span class=\"autorBox clearfix\" itemprop=\"author\">                                                <img title='Joachim  M\u00fcller-Jung' height='55' alt='Joachim  M\u00fcller-Jung' width='55' class='media left' src='http:\/\/media0.faz.net\/ppmedia\/aktuell\/2777636387\/1.1370288\/avatarAuthor\/autorenportraet-mueller-jung-joachim.jpg' \/><span class=\"autorTxt\"><a href=\"\/redaktion\/joachim-mueller-jung-11104385.html\" title=\"Joachim  M\u00fcller-Jung\" rel=\"author\">Autor: Joachim  M\u00fcller-Jung, Jahrgang 1964, Redakteur im Feuilleton, zust\u00e4ndig f\u00fcr das Ressort \u201eNatur und Wissenschaft\u201c.<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><span class=\"shareAutor\"><a href=\"https:\/\/plus.google.com\/107172417633486243834?rel=author\" class=\"autorGP\" title=\"Joachim  M\u00fcller-Jung auf Google+\"> <\/a><a onclick=\"follow_1_1104385()\" class=\"autorFolgen\" title=\"Joachim  M\u00fcller-Jung folgen\"> <\/a>                    <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Die wichtigste Botschaft lautet: Mehr von allem kann nicht die L\u00f6sung sein. Die Leute nehmen immer mehr Kalorien auf, mehr Proteine und Fett, sie geben sich mit einer immer kleineren Liste von Hauptnahrungsmitteln zufrieden und  lassen eine klare Vorliebe f\u00fcr energiedichte Nahrungsmittel wie Fleisch, Pflanzen\u00f6le, zuckerhaltige Lebensmittel und Milchprodukte erkennen.<\/p>\n<p>Damit spielen die Wissenschaftler, die unter der Leitung von kanadischen und niederl\u00e4ndischen Agrarexperten arbeiteten, auf die zunehmende Verwestlichung der Ern\u00e4hrungsgewohnheiten an.  Die Folgen dieses globalen Trends sind nach ihrer Auffassung in den wohlhabenden L\u00e4ndern deutlich sp\u00fcrbar, vor allem aber in den schnell wachsenden L\u00e4ndern wie China, den s\u00fcdostasiatischen Staaten und im s\u00fcdlichen Afrika zuletzt immer st\u00e4rker hervorgetreten: Fettsucht verbunden mit Diabetes schon im mittleren Alter, Herzkreislaufleiden und die Zunahme bestimmter Tumorarten, insbesondere Darmkrebs. Es sind aber nicht nur direkte Auswirkungen: \u201eDie Vereinheitlichung hat  auch dazu gef\u00fchrt, dass die Vielfalt in der Zusammensetzung der mikrobiellen Darmflora abgenommen hat, was die Gesundheit zus\u00e4tzlich negativ beeinflusst\u201c, schreiben die Autoren um Colin Khoury vom Center for Tropical Agriculture (CIAT) in den<a href=\"http:\/\/www.pnas.org\/content\/early\/2014\/02\/26\/1313490111.abstract\"> \u201eProceedings\u201c <\/a>der amerikanischen nationalen Akademie der Wissenschaften. Das CIAT ist eine Forschungsagentur der Weltern\u00e4hrungsorganisation FAO.<\/p>\n<p>Die Sorge der Wissenschatfler gilt einem Trend hin zu einer Art Weltstandardnahrung. Weizen etwa ist inzwischen in mehr als 97 Prozent der L\u00e4nder eins der wichtigsten Grundnahrungsmittel, Reis in 90 Prozent und Sojabohnen in mehr als 75 Prozent. Verloren haben hingegen Roggen, Hirse und zahlreiche \u00fcber viele Generationen kultivierte lokale Sorten. Die steigende Uniformit\u00e4t der Kulturen hat ihren Preis. Sie macht die Landwirtschaft anf\u00e4lliger, f\u00fcrchtet der Welttreuhandfonds f\u00fcr Kulturpflanzenvielfalt \u201cGlobal Crop Diversit Trust\u201c, der in Bonn ans\u00e4ssig ist. \u201cDie Homogenit\u00e4t  im globalen Nahrungsmittelkorb verbunden mit dem Klimawandel in vielen Teilend er Welt setzt sie Gefahren wie D\u00fcrren, Krankheiten und Insektensch\u00e4dlingen immer st\u00e4rker aus\u201c, sagt Luigi Guarino vom Global Trust.<\/p>\n<p>In der Studie wurden 52 Kulturen untersucht, die rund 90 Prozent der weltweiten Kalorienaufnahme abdecken. Diese Kulturen konzentrieren sich mittlerweile auf 94 Nutzpflanzenarten aus 37 Familien. Nimmt man die Pro-Kopf-Vielfalt vor allem in einigen Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern, so hat zwar die Zahl der verf\u00fcgbaren Nahrungspflanzen in vielen einzelnen L\u00e4ndern zugenommen. Die starke Dominanz etwa von Reis in S\u00fcdostasien oder von Kokosnussfett auf den Pazifischen Inseln hat nachgelassen. Aber in ihrer Zusammensetzung gleichen sich die Anbausysteme immer st\u00e4rker an &#8211; und zwar an die Kombination vor allem derjenigen Kulturen, die zum Repertoire der  gr\u00fcnen Revolution z\u00e4hlen. Es wird also immer mehr produziert, aber immer mehr vom Gleichen.CIAT-Direktor Andy Jarvis fordert deshalb auch von den gro\u00dfen Organisaitonen der Vereinten Nationen eine Korrektur in der \u00d6ffentlichkeitsarbeit: \u201cGenauso wichtig wie die seit Jahrzehnten geh\u00f6rte Botschaft, dass wir mehr Nahrungsmittel f\u00fcr eine wachsende Weltbev\u00f6lkerung  produzieren m\u00fcssen, ist die Botschaft, dass wir eine vielf\u00e4ltigere Nahrungsmittelbasis ben\u00f6tigen.\u201c<\/p>\n<p>Die wachsende Abh\u00e4ngigkeit von ein paar Dutzend Nutzpflanzensorten bereitet den Ern\u00e4hrungsspezialisten Kopfzerbrechen. Sie haben einen f\u00fcnfteiligen Aktionsplan vorgelegt, der vor allem ein Ziel verfolgt: Die genetische Vielfalt und damit die Widerstandskraft der Kulturen zu st\u00e4rken. Das gilt vor allem f\u00fcr Nutzpflanzen wie die Banane, von der weltweit inzwischen nur noch einige wenige Sorten verwendet werden.Notwendig sei k\u00fcnftig auch die Z\u00fcchtung neuer Sorten, m\u00f6glichst durch Einkreuzung auch von lokalen Variet\u00e4ten, die vermehrt Mikron\u00e4hrstoffe wie Eisen und Zink enthalten und damit helfen k\u00f6nnten, Mangelern\u00e4hrung zu verhindern.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle\" id=\"NotLoggedIn_1_1104385\">Bitte melden Sie sich zun\u00e4chst <a href=\"\/mein-faz-net\/?redirectUrl=%2Faktuell%2Fwissen%2Fmensch-gene%2Fun-ernaehrungsstudie-schlaegt-alarm-gleicher-reicher-gefaehrlicher-12830761.html\">hier<\/a> an.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle\" id=\"LoggedInAlreadyAdded_1_1104385\">Sie folgen Joachim  M\u00fcller-Jung bereits.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle\" id=\"LoggedInNew_1_1104385\">Sie folgen jetzt Joachim  M\u00fcller-Jung.<\/p>\n<p class=\"Small\" id=\"LoggedIn_1_1104385\">Eine \u00dcbersicht aller Autoren und Leser, denen Sie folgen, finden Sie unter dem Men\u00fcpunkt <a href=\"\/mein-faz-net\/meine-autoren\/\">&#8222;Meine Autoren&#8220;<\/a> bei Mein FAZ.NET.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle ErrMsg\" id=\"error_1_1104385\">Die Aktion konnte nicht durchgef\u00fchrt werden. Es trat ein Fehler auf.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/un-ernaehrungsstudie-schlaegt-alarm-gleicher-reicher-gefaehrlicher-12830761.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/un-ernaehrungsstudie-schlaegt-alarm-gleicher-reicher-gefaehrlicher-12830761.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forscher haben im Auftrag der UN die Ern\u00e4hrungsgewohnheiten der vergangenen 50 Jahre untersucht. Sie sind beunruhigt. 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