{"id":23365,"date":"2014-02-24T13:00:00","date_gmt":"2014-02-24T13:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=23365"},"modified":"2014-02-24T13:00:00","modified_gmt":"2014-02-24T13:00:00","slug":"finanzminister-pier-carlo-padoan-dieser-professor-soll-italiens-wirtschaft-retten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=23365","title":{"rendered":"Finanzminister Pier Carlo Padoan: Dieser Professor soll Italiens Wirtschaft retten"},"content":{"rendered":"<p>Pier Carlo Padoan ist der wichtigste Mann im Kabinett des neuen italienischen Ministerpr\u00e4sidenten Renzi. Seine bewegte Karriere f\u00fchrte ihn schon einmal in die Politik. Ein Portr\u00e4t.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Pier Carlo Padoan, Italiens neuer Schatz- und Finanzminister, hat es nicht geschafft, rechtzeitig zur Vereidigung der Regierung von Matteo Renzi in Rom zu sein. <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/rom-neuer-italienischer-regierungschef-renzi-vereidigt-12814836.html\">Als am Samstag alle anderen Minister vor dem Staatspr\u00e4sidenten standen<\/a>, war Padoan noch auf dem R\u00fcckflug vom G20-Treffen in Sydney, das er als stellvertretender Generalsekret\u00e4r und Chefvolkswirt der OECD besucht hatte. Daf\u00fcr sind die Erwartungen an ihn nun, da er in Rom sein Amt antritt, umso gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p class=\"AutorenModul\"><span class=\"autorBox clearfix\" itemprop=\"author\">                                                <img title='Tobias Piller' height='55' alt='Tobias Piller' width='55' class='media left' src='http:\/\/media1.faz.net\/ppmedia\/redaktion\/631223374\/1.1126087\/avatarAuthor\/tobias-piller-tp.jpg' \/><span class=\"autorTxt\"><a href=\"\/redaktion\/tobias-piller-11809154.html\" title=\"Tobias Piller\" rel=\"author\">Autor: Tobias Piller, Jahrgang 1962, Wirtschaftskorrespondent f\u00fcr Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.<span class=\"Winkel\"> <\/span><\/a><span class=\"shareAutor\"><a onclick=\"follow_1_1809154()\" class=\"autorFolgen\" title=\"Tobias Piller folgen\"> <\/a>                    <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Padoan soll durchaus als ein vergleichsweise grauer Fachmann daherkommen und nicht zu viele Star-All\u00fcren entwickeln wie das etwa der jahrelang amtierende Minister Giulio Tremonti getan hatte, der seinen Titel in \u201eMinister f\u00fcr Wirtschaft und Finanzen\u201c \u00e4nderte und damit zum Patron \u00fcber alle Wirtschaftsfragen der Regierung Berlusconi aufgestiegen war. Andererseits bringt ihm seine bisherige Experten-Position auch schon Kritik ein: Die Opposition sieht Padoan als den verl\u00e4ngerten Arm der m\u00e4chtigen internationalen Wirtschaftsorganisationen, die Italien \u00fcber viele Jahre in Sparpolitik gefangen gehalten h\u00e4tten.<\/p>\n<h2>Umstrittenes aus der Vergangenheit<\/h2>\n<p>Anders als viele andere italienische \u00d6konomen und Politiker hat Padoan seine Kindheits- und Schuljahre in Nordamerika verbracht, wo sein Vater als Architekt arbeitete. Das bringt ihm nun den Ruf ein, im Gegensatz zu vielen anderen italienischen Politikern wenigstens ordentlich Englisch zu sprechen. Danach kam aber der Aufstieg zum Wirtschaftsprofessor mit einem Bekenntnis zur damaligen kommunistischen Partei, die in den siebziger und achtziger Jahren auch diejenigen Reformer anzog, die Italien vom Filz der Christdemokraten und Sozialisten befreien wollten. Diese eher linke Orientierung hinderte Padoan nicht daran, mit vielerlei Lehrauftr\u00e4gen in aller Welt Erfahrungen zu sammeln \u2013 beim Europakolleg in Br\u00fcssel und Warschau, in Br\u00fcssel, Buenos Aires und Tokio.<\/p>\n<p>Wegen dieser Erfahrungen holte ihn 1998 der damalige Ministerpr\u00e4sident Massimo D\u2019Alema als Wirtschaftsberater und Verhandlungsf\u00fchrer. Dieser Umstand wird Padoan noch heute vorgehalten, gilt D\u2019Alema doch noch immer als der Machiavelli der Kommunisten und ihrer vielen Nachfolgeparteien. Eigentlich sollte der Wirtschaftsberater Padoan dabei helfen, den verkn\u00f6cherten Teil der Linken von einer Wende zu mehr Marktwirtschaft zu \u00fcberzeugen. Doch die angestrebten Reformen sind weder D\u2019Alema noch dem nachfolgenden Ministerpr\u00e4sidenten Giuliano Amato gelungen.<\/p>\n<p>Padoan ging deshalb zun\u00e4chst von 2001 bis 2005 als Exekutivdirektor zum Internationalen W\u00e4hrungsfonds. Danach war er wieder kurze Zeit in Rom, als Direktor von D\u2019Alemas Denkfabrik \u201eItalianieuropei\u201c, um schlie\u00dflich von 2007 an als stellvertretender Generaldirektor und Chefvolkswirt zur OECD in Paris zu gehen. Von dort wollte Padoan gerade auf die Position des Pr\u00e4sidenten des italienischen Statistikamtes wechseln, das Ernennungsverfahren war indes noch nicht ganz abgeschlossen.<\/p>\n<p>Nun tauscht Padoan die eigentlich angestrebte Idealposition f\u00fcr einen nachdenklichen Studiosus der \u00d6konomie gegen <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/italien\/italien-gebt-uns-ein-normales-land-12805136.html\">einen turbulenten Posten in der italienischen Politik<\/a> ein. In seiner ersten Rolle als Politiker muss er gleich die beiden mit viel b\u00fcrokratischem Eigenleben agierenden Institutionen des Schatzamtes und des Finanzministeriums leiten. Zugleich wird Padoan konfrontiert mit vielerlei \u00c4u\u00dferungen aus der Vergangenheit, als er sich etwa f\u00fcr mehr Steuern auf Erbschaft, Verm\u00f6gen und Zinsen ausgesprochen hat sowie f\u00fcr Steuersenkungen auf Arbeitslohn. Dass er andererseits Vorteile darin sah, dass sich Italien zuletzt an die Grenzwerte f\u00fcr das Haushaltsdefizit gehalten und damit Vertrauen an den Finanzm\u00e4rkten gewonnen habe, ver\u00e4rgerte wiederum die besonders ausgabenorientierten Keynesianer in Nordamerika.<\/p>\n<p>In seiner letzten Einleitung zur halbj\u00e4hrlichen Wirtschaftsprognose der OECD, die im November erschienen ist, hat Padoan noch f\u00fcr grundlegende wirtschaftliche Reformen geworben, \u201edie mehr Arbeitspl\u00e4tze, aber auch mehr Zuversicht schaffen und damit den Reformprozess selbst verst\u00e4rken\u201c.<\/p>\n<p>Nun steht Padoan aber erst einmal vor der schwierigen Aufgabe, die vielen Fallstricke der italienischen Politik zu vermeiden. Und in dem jungen, international unerfahrenen Kabinett Platz f\u00fcr eine n\u00fcchterne Analyse der italienischen Wettbewerbsposition aus internationaler Sicht zu schaffen.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle\" id=\"NotLoggedIn_1_1809154\">Bitte melden Sie sich zun\u00e4chst <a href=\"\/mein-faz-net\/?redirectUrl=%2Faktuell%2Fwirtschaft%2Feurokrise%2Ffinanzminister-pier-carlo-padoan-dieser-professor-soll-italiens-wirtschaft-retten-12817023.html\">hier<\/a> an.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle\" id=\"LoggedInAlreadyAdded_1_1809154\">Sie folgen Tobias Piller bereits.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle\" id=\"LoggedInNew_1_1809154\">Sie folgen jetzt Tobias Piller.<\/p>\n<p class=\"Small\" id=\"LoggedIn_1_1809154\">Eine \u00dcbersicht aller Autoren und Leser, denen Sie folgen, finden Sie unter dem Men\u00fcpunkt <a href=\"\/mein-faz-net\/meine-autoren\/\">&#8222;Meine Autoren&#8220;<\/a> bei Mein FAZ.NET.<\/p>\n<p class=\"BoxTitle ErrMsg\" id=\"error_1_1809154\">Die Aktion konnte nicht durchgef\u00fchrt werden. Es trat ein Fehler auf.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/finanzminister-pier-carlo-padoan-dieser-professor-soll-italiens-wirtschaft-retten-12817023.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/finanzminister-pier-carlo-padoan-dieser-professor-soll-italiens-wirtschaft-retten-12817023.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pier Carlo Padoan ist der wichtigste Mann im Kabinett des neuen italienischen Ministerpr\u00e4sidenten Renzi. Seine bewegte Karriere f\u00fchrte ihn schon einmal in die Politik. 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