{"id":23092,"date":"2014-02-17T11:13:59","date_gmt":"2014-02-17T11:13:59","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=23092"},"modified":"2014-02-17T11:13:59","modified_gmt":"2014-02-17T11:13:59","slug":"im-netz-ist-musik-drin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=23092","title":{"rendered":"Im Netz ist Musik drin"},"content":{"rendered":"<p>Helene Fischer oder Bruce Springsteen auf CD? Das braucht niemand mehr. Von Spotify &#038; Co. werden ihre Lieder gestreamt. Ein aberwitziger Wettstreit entbrennt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das h\u00f6ren wir uns doch gleich mal an: Nach kleinen Finger\u00fcbungen auf dem Smartphone-Display ist das neue Album von Bruce Springsteen gefunden, und \u201eHigh Hopes\u201c spielt zun\u00e4chst am Taschentelefon und wenig sp\u00e4ter auf mehreren Lautsprechern im ganzen Haus, die mit W-Lan angebunden sind. Dass diese \u00dcbung so kinderleicht ist, erkl\u00e4rt den Erfolg des Musik-Streamings in aller Welt.<\/p>\n<p>Man verzichtet auf jedweden Ballast: auf den physikalischen Datentr\u00e4ger, etwa die Audio-CD, auf seinen Einkauf im ohnehin selten gewordenen Plattenladen und auf die verkabelte Musikanlage mitsamt Verst\u00e4rker. Und nicht zuletzt: Man verzichtet sogar darauf, die Musik zu besitzen, sei es als Schallplatte, Silberscheibe oder MP3-Datei. Allein das legale H\u00f6ren von Musik ist in den entsprechenden Abonnements enthalten, indes f\u00fcr ein riesiges Repertoire von 20 Millionen und mehr Titeln. F\u00fcr den Zugriff auf fast alle aktuellen St\u00fccke zahlt man monatlich um die zehn Euro bei den verschiedenen Anbietern, das Gesch\u00e4ft brummt mit zweistelligen Wachstumsraten.<\/p>\n<p>Der Platzhirsch Spotify, 2006 in Schweden gegr\u00fcndet, dominiert den internationalen Markt. Spotify ist mittlerweile in mehr als 50 L\u00e4ndern vertreten, zu den sechs Millionen zahlenden Abonnenten kommen weitere 18 Millionen Nutzer, die das Angebot werbefinanziert verwenden. Wahrscheinlich sind es deutlich mehr zahlende Kunden, denn die Angaben wurden seit M\u00e4rz vergangenen Jahres nicht mehr aktualisiert. Die Ums\u00e4tze explodieren: 2011 waren es 188 Millionen Euro in aller Welt, ein Jahr sp\u00e4ter mehr als doppelt so viel: 434 Millionen Euro. Aber Spotify hat noch nie Gewinn erwirtschaftet, 2011 lag der Verlust bei 45 Millionen Euro, 2012 bei 59 Millionen Euro. In diesem Gesch\u00e4ft geht es nur um Gr\u00f6\u00dfe und Wachstum. Viele kleine Anbieter und selbst manche gro\u00dfe Namen sind bereits vom Markt verschwunden. Napster hei\u00dft jetzt Rhapsody und versinkt ebenso in der Bedeutungslosigkeit wie der bekannteste deutsche Anbieter Simfy. Music Unlimited von Sony gilt als Flop, \u00e4hnlich trist ist Xbox Music von Microsoft aufgestellt. Google startete Ende vergangenen Jahres und kombiniert seine Flatrate mit einem Cloud-Angebot, bei dem man bis zu 20.000 Titel auf Google-Server schieben kann. Apple bietet keine Flatrate an, in Amerika l\u00e4sst sich iTunes Radio unentgeltlich mit Werbe-Einblendungen nutzen, Ger\u00fcchten zufolge demn\u00e4chst auch in Deutschland.<\/p>\n<h2>Ums\u00e4tze bestenfalls ein \u201eFluss der Cents\u201c<\/h2>\n<p>Auf Augenh\u00f6he mit Spotify spielt Deezer, ein franz\u00f6sischer Streaming-Dienst, der 2007 gegr\u00fcndet wurde und neben 20 Millionen Mitgliedern weitere f\u00fcnf Millionen Abonnenten hat. Die immensen Einnahmen der Streaming-Anbieter gehen zu 70 Prozent zur\u00fcck an Verwertungsgesellschaften und Musikfirmen, f\u00fcr jeden \u201egestreamten\u201c Song werden zwischen 0,6 und 0,9 Cent ausgezahlt. Die K\u00fcnstler und Urheber werden damit aber nicht reich, denn sie wiederum erhalten nur einen Bruchteil der Aussch\u00fcttungen von Verlagen und Verwertern. Die Ums\u00e4tze seien bestenfalls ein \u201eFluss der Cents\u201c (\u201eRiver of Nickels\u201c), lautet die Klage.<\/p>\n<p>Nur die gro\u00dfen, marktf\u00fchrenden Musiklabels profitierten vom Streaming, hei\u00dft es hinter den Kulissen. Sie haben die Rechte auf ein Repertoire, das den Gro\u00dfteil aller Streams abdeckt. Bei Spotify, das mit mehreren Milliarden Dollar bewertet wird, kauften sich die \u201eMajors\u201c schon vor f\u00fcnf Jahren mit einem Anteil von 18 Prozent ein &#8211; und zahlten damals so gut wie nichts. K\u00fcnstler, die unabh\u00e4ngig von einem Labelvertrag bei Spotify einsteigen wollen, erhalten zwar 90 Prozent der generierten Streaming-Ums\u00e4tze, m\u00fcssen aber hohe Einmalzahlungen an Mittelsm\u00e4nner (\u201eAggregatoren\u201c) leisten. Irgendjemand ist also immer mit an Bord. Wie das Streaming-Gesch\u00e4ftsmodell auf Dauer funktionieren kann, ist eine spannende Frage. Denn mit jedem neuen Nutzer wachsen die Verbindlichkeiten gegen\u00fcber den Labels. Alle Anbieter wollen derzeit ganz schnell und ganz kr\u00e4ftig wachsen, koste es, was es wolle. Es werden dabei Millionen verbrannt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/streaming-mit-spotify-co-im-netz-ist-musik-drin-12806047.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/streaming-mit-spotify-co-im-netz-ist-musik-drin-12806047.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helene Fischer oder Bruce Springsteen auf CD? Das braucht niemand mehr. Von Spotify &#038; Co. werden ihre Lieder gestreamt. Ein aberwitziger Wettstreit entbrennt.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":50086,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[476,454],"tags":[5347,468,490,2977,266,319,2978,482],"class_list":["post-23092","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-computer-internet","category-technik-motor","tag-amerika","tag-apple","tag-apple-itunes","tag-bruce-springsteen","tag-deutschland","tag-microsoft","tag-napster","tag-nokia"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23092","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23092"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23092\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/50086"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/de.newseurope.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}