{"id":22972,"date":"2014-02-15T09:00:00","date_gmt":"2014-02-15T09:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=22972"},"modified":"2014-02-15T09:00:00","modified_gmt":"2014-02-15T09:00:00","slug":"richtig-gut-und-trotzdem-erfolglos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=22972","title":{"rendered":"Richtig gut und trotzdem erfolglos"},"content":{"rendered":"<p>Blackberry modernisiert sein Betriebssystem. Auch die \u00fcberarbeitete Unterst\u00fctzung von Android-Programmen soll die Plattform attraktiver machen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Fr\u00fcher hat man versch\u00e4mt herumgedruckst und erkl\u00e4rt, dass es sich um ein Dienstger\u00e4t handele. So gro\u00df war der Abstand zwischen einem Blackberry einerseits und einem Android oder iPhone andererseits. Seit genau einem Jahr ist jedoch das Blackberry-Betriebssystem 10 zusammen mit vier neu entwickelten Ger\u00e4ten im Markt. Geholfen hat das dem kanadischen Hersteller nichts. Blackberry ist abgeschlagen, es ist das am wenigsten verbreitete Smartphone-Betriebssystem. W\u00e4hrend das ebenfalls in einer Nische agierende Windows Phone von Monat zu Monat st\u00e4rker wird, bleibt die Beliebtheit von Blackberry gering.<\/p>\n<p>Und das, obwohl die NSA-Sp\u00e4haff\u00e4re den Kanadiern eine gute Gelegenheit bot, sich als besonders sichere Alternative zum Mainstream der Mitbewerber zu pr\u00e4sentieren. Jedoch hat man die Chance verpasst, sein Sicherheitskonzept rund um den Blackberry Enterprise Server noch einmal herauszustellen oder den Vorteil der Endger\u00e4te, zwischen einem sicheren Business-Abteil (\u201ePerimeter\u201c) mit Apps und Daten des Unternehmens und einer privaten Sph\u00e4re strikt zu trennen.<\/p>\n<p>Wir haben jetzt einige Wochen lang die brandneue Blackberry-Version 10.2.1 ausprobieren k\u00f6nnen, die offiziell noch nicht in Europa freigegeben ist und <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/blackberry-z30-im-test-so-gut-wie-nie-12596812.html\" target=\"_blank\">spielten sie auf das gro\u00dfe Z30<\/a>, das unseres Erachtens derzeit beste Ger\u00e4t ohne Mini-Tastatur. Wer vom alten 10er-System auf das neue wechselt, sieht markante Unterschiede erst auf den zweiten Blick. Wie gehabt wischt man mit dem Finger, Men\u00fctasten fehlen, einige Tage muss man lernen.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Verbesserungen sind erweiterte Schnelleinstellungen (etwa f\u00fcr das Ein- und Ausschalten von W-Lan, Bluetooth, NFC), die mit einem Fingerwisch vom oberen Bildschirmrand nach unten aufrufbar sind und sich zudem nun anpassen lassen. In den Schnelleinstellungen findet man ferner, ebenfalls neu, den Ger\u00e4temonitor, der detaillierte Informationen zum Akkustand oder zur CPU- und Speichernutzung zeigt. Auch die Anzeige der Batterieladung in Prozent ist eine kleine, sch\u00f6ne Nettigkeit.<\/p>\n<h2>Unterbau ist eine Runtime-Umgebung<\/h2>\n<p>Jenseits dieser kosmetischen Korrekturen soll die \u00fcberarbeitete Unterst\u00fctzung von Android-Programmen die Plattform attraktiver machen. Musste man bislang die Programmdateien aus der rivalisierenden Welt in ein kompatibles Format umwandeln, kann jetzt mit der 10.2.1 jede APK-Datei beispielsweise \u00fcber den Blackberry-Dateimanager installiert werden. Der Unterbau ist eine Runtime-Umgebung, die auf dem Android Open Source Project basiert. Viel sollte man sich von der App-Kompatibilit\u00e4t nicht versprechen, denn viele APIs (Programmierschnittstellen) sind nicht in dem offenen Bereich enthalten. Schon ein Browser wie Google Chrome lief auf unserem Ger\u00e4t nicht, andere Apps lie\u00dfen sich zwar starten, arbeiteten aber dann mehr schlecht als recht oder streikten sp\u00e4testens beim Versuch, Inhalte zu teilen oder zu speichern.<\/p>\n<p>Die charmante Idee, den App-Notstand von Blackberry mit diesem Kniff zu beseitigen, funktioniert also nicht. In dem hauseigenen Shop m\u00f6gen zwar mittlerweile mehr als 100.000 Programme bereitstehen. Aber darunter ist unendlich viel Murks, der nicht einmal das Ausprobieren lohnt. Wer zum Beispiel nach alternativen Twitter-Awendungen sucht, findet an erster Stelle ein Dutzend Programme eines Programmierers, die jeweils einen Twitter-Feed anzeigen. Im August hatte ein Nachrichtenportal berichtet, dass ein Drittel aller Blackberry-Apps von einem einzigen Hersteller in Hongkong stammen. Zeitweilig hatte das Unternehmen Blackberry 100 Dollar f\u00fcr jede eingetragene App an die Programmierer gezahlt. In der App-Welt sieht es also noch dunkel aus. Auch im Bereich Multimedia und Kamera kann ein Blackberry nur schwer begeistern.<\/p>\n<p>Um seine St\u00e4rken zu entdecken, muss man sich einige Zeit nehmen, es lohnt es sich. Der Blackberry-Hub als zentrale Anlaufstelle f\u00fcr E-Mail, verpasste Anrufe, SMS, Whats App und Meldungen aus sozialen Netzen ist ein Alleinstellungsmerkmal, das sich im Kampf gegen die Nachrichtenflut bestens bew\u00e4hrt. Ein selbstlernender und durch manuelle Korrekturen immer besser werdender Priority Hub zeigt beispielsweise auf einen Blick Wichtiges an. Mit Regeln wie \u201eIch habe die Konversation gestartet\u201c gelingt eine sehr individuelle Anpassung. Und mit einem Zweifingerzoom \u00fcber dem Nachrichtenfenster lassen sich sofort alle ungelesenen Meldungen anzeigen.<\/p>\n<p>Beim Schreiben von E-Mail, Whats-App-Nachrichten oder SMS hat Blackberry einen weiteren Pfeil im K\u00f6cher, n\u00e4mlich den intelligenten Wortvorschlag-Algorithmus, der alle vergleichbaren Assistenten weit in den Schatten stellt. W\u00e4hrend des Tippens auf der virtuellen Tastatur erscheinen sinnvolle Vorschl\u00e4ge, die man mit einem Fingerschnipp \u201enach oben\u201c ins Eingabefeld schieben kann. Die Vorschl\u00e4ge sind erstklassig, man staunt. Und nicht zuletzt: Auch die Spracherkennung arbeitet bestens, fast auf dem Niveau von Apples Siri.<\/p>\n<p>Der Blackberry ist und bleibt also ein Arbeitsger\u00e4t. Hier ist er stark wie nie und in vielen Details den Mitbewerbern \u00fcberlegen. Wer mit dem Z30 und seinem neuen Betriebssystem gesch\u00e4ftlich unterwegs ist, darf sich \u00fcber zwei weitere Extras freuen, die der Konkurrenz abermals fehlen: Mit dem vollst\u00e4ndig implementierten Bluetooth-Protokoll MAP (Message Access Profile) gelingt die Anzeige von E-Mails auf dem Bordmonitor einiger aktueller Fahrzeuge, etwa im BMW mit iDrive. Ferner funktioniert Sim Access, ein Bluetooth-Profil, das beim Einsatz im Auto das Smartphone quasi schlafen legt und dann mit eigener Mobilfunkeinheit und Au\u00dfenantenne erstklassige Sende- und Empfangseigenschaften liefert. Wir haben das mit dem Z30 im \u015akoda Superb ausprobiert und uns auf diese Weise von vielen Funkl\u00f6chern verabschiedet.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/blackberry-richtig-gut-und-trotzdem-erfolglos-12782034.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/blackberry-richtig-gut-und-trotzdem-erfolglos-12782034.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blackberry modernisiert sein Betriebssystem. 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