{"id":22966,"date":"2014-02-14T13:17:12","date_gmt":"2014-02-14T13:17:12","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=22966"},"modified":"2014-02-14T13:17:12","modified_gmt":"2014-02-14T13:17:12","slug":"mit-seitenblick-auf-die-schickeria","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=22966","title":{"rendered":"Mit Seitenblick auf die Schickeria"},"content":{"rendered":"<p>Keiner unterbietet die Preise von Dacia. Der Sandero Stepway ist daf\u00fcr der j\u00fcngste Beweis &#8211; und jetzt kommt sogar etwas Lifestyle ins Spiel.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Es ist noch nicht lange her, da traten Runzelfalten auf die Stirn anspruchsvoller Autofahrer, wenn am Stammtisch das Wort Dacia fiel. Viel mehr als ein m\u00fcdes L\u00e4cheln hatten ambitionierte Chauffeure kaum \u00fcbrig f\u00fcr die grobgestrickte Ostware.<\/p>\n<p>Aber den Rum\u00e4nen kam die Wirtschaftskrise zupass, zu kaum schlagbaren Preisen rollten neue Dacia auf die Parkpl\u00e4tze jener, die sich sonst, wenn \u00fcberhaupt, mit einem Gebrauchtwagen h\u00e4tten zufriedengeben m\u00fcssen. Und heute gestattet Renault der Billig-Tochtermarke sogar einen Hauch von Esprit und Design. Der im vorigen Jahr erneuerte Dacia Sandero macht jetzt sogar beim hochattraktiven Spiel der Maskentr\u00e4ger mit, die Karnevalssaison l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Als vermeintlicher Off-Roader sticht auch er \u00fcber den Preis jene mit Gel\u00e4nde-Optik aufgeh\u00fcbschten Wagen aus, die als T\u00f6chter anderer Marken Cross, Scout oder Outdoor hei\u00dfen. 13 790 Euro kostet die so spezialisierte Spitzenversion des Sandero Stepway nach einer Preissenkung um 200 Euro zu Beginn des Jahres, daf\u00fcr gibt es einen 1,5-Liter-Dieselmotor mit 90 PS (66 kW) und auf 4,08 Meter L\u00e4nge jede Menge serienm\u00e4\u00dfige Sonderausstattung (der Basis-Sandero mit 1,2-Liter-Motor und 75 PS kostet sogar nur 6890 Euro).<\/p>\n<p>Der Schein tr\u00fcgt, ein bisschen zumindest. Der Sandero kommt als Stepway in gewohnter Manier, n\u00e4mlich mit reinem Frontantrieb. Immerhin ist seine mit Kunststoffschwellern und angedeutetem Unterfahrschutz sowie einer Dachreling im Off-Road-Trimm gehaltene Karosserie um vier Zentimeter h\u00f6hergelegt. Der Gewinn an Bodenfreiheit verspricht zumindest auf schlechten Wegen Vorteile.<\/p>\n<p>Der Blick ins Innere offenbart freilich einen Teil der alten Laster. V\u00f6llig unverkleidet, wartet die Ladekante schroff vor dem wenigstens 320 Liter gro\u00dfen Kofferraum darauf, feine Taschen und Koffer zu besch\u00e4digen. Wie ein Rammsporn droht der Schlie\u00dfzapfen dem Gep\u00e4ck. Der Mechanismus, mit dem sich die geteilt umlegbare R\u00fcckbank nach vorn klappen und das Transportvolumen auf immerhin 1200 Liter steigern l\u00e4sst, k\u00f6nnte aus einem leichten Armeelastwagen der Vorkriegszeit stammen, aber er funktioniert tadellos und \u00fcberraschend leichtg\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Vorn hat Dacia den Sandero feiner eingekleidet als seinen Vorg\u00e4nger. Die scharfen Grate an den Kunststoffverkleidungen sind verschwunden, Damen d\u00fcrfen wieder ins Handschuhfach fassen, ohne um den Nagellack f\u00fcrchten zu m\u00fcssen. Selbst die skeptische Begutachtung der Plastikdeckel unter der Lenkradverstellung offenbart mehr Sorgfalt bei Materialwahl und dessen Formgebung. Die Oberfl\u00e4chen wirken schlicht, aber nicht so billig wie bisher.<\/p>\n<p>Die Schalttafel ist aufger\u00e4umt, die Funktionen der einzelnen Bedienelemente erkl\u00e4ren sich selbst. Alles findet sich dort, wo wir es erwarten, oder ist zumindest klar und eindeutig gekennzeichnet. Der Lehre von der Aussagekraft des Symbols wird eine gesteigerte Aufmerksamkeit zuteil. Einzig die Taste der Hupe ist wie in tr\u00fcben Vorzeiten in das Ende des Blinkerhebels integriert, eine h\u00f6chst unbeliebte Stelle daf\u00fcr. Die Funktion des Komfortblinkens durch Antippen des Hebels fehlt ebenfalls, die Tasten f\u00fcr die Bedienung der elektrischen Fensterheber sitzen tief in der Mittelkonsole, auch diese Position ist die denkbar schlechteste. Daf\u00fcr brilliert der Sandero zumindest im Ausstattungsniveau Prestige mit einem serienm\u00e4\u00dfigen Navigationssystem samt CD-Radio, dessen Bildschirm in g\u00fcnstiger H\u00f6he die Mittelkonsole dominiert. Der Farbmonitor ist wunderbar ablesbar und spiegelt bei Sonneneinstrahlung nicht. Sieben Zoll misst die Bildschirmdiagonale, da braucht es keine \u00fcberschlanken Finger, um das Touchscreen-Display zu bedienen. Der Bordcomputer ist ebenfalls integriert, er gibt sinnvolle Reiseinformationen \u00fcber Fahrzeit, Verbrauch und Reichweite.<\/p>\n<p>Die ist bei einem Normverbrauch von 4,0 Liter Diesel f\u00fcr 100 Kilometer und einem Tankvolumen von 50 Liter sehr beachtlich. Theoretisch kommt der Stepway damit 1250 Kilometer weit, er emittiert dabei 105 g\/km CO2. Der Praxiswert liegt ein gutes St\u00fcck dar\u00fcber. 5,2 Liter d\u00fcrfen es schon sein, wenn man den Vierzylinder nicht allzu kr\u00e4ftig fordert. Bei 6,8 Liter auf 100 Kilometer lag unser h\u00f6chster Verbrauchswert, bei 4,1 Liter der niedrigste. Der Diesel arbeitet kernig und nicht besonders leise, aber wir bewegen uns in der Kompaktklasse und wollen nicht zu kritisch sein. Das Durchzugsverm\u00f6gen ist anst\u00e4ndig, 220 Newtonmeter bei 1750 Umdrehungen in der Minute machen den Dacia munter, ohne dass die Schaltarbeit mit dem F\u00fcnfganggetriebe zur Dauerbesch\u00e4ftigung wird, die G\u00e4nge lassen sich hinreichend genau und leicht wechseln. 11,8 Sekunden dauert der Sprint von 0 auf 100 km\/h. Der Federungskomfort ist gut, allerdings wankt die Karosserie in Kurven kr\u00e4ftig, und der Fahrtwind heult ab 130 km\/h um die Streben der Dachreling. F\u00fcr aerodynamische Feinarbeit war beim Stepway offenbar kein \u00fcppiges Budget vorgesehen. Lenkung und Bremsen lassen sich mit Feingef\u00fchl bedienen, zumindest hier zeigt der geschminkte Sandero nicht mehr die Gene eines Billigautos.<\/p>\n<p>Wohl aber bei den Sitzen. Sie bieten weder Seitenf\u00fchrung, noch erm\u00f6glichen sie eine bequeme K\u00f6rperhaltung. Ihr metallenes Innenleben dr\u00fcckt heftig durch die zarte Ummantelung aus d\u00fcrftigen Polstern und d\u00fcnnen Bez\u00fcgen. Entgegen allen Erkenntnissen zur korrekten Sitzhaltung und Sicherheit raten wir zum Einsatz von zus\u00e4tzlichen Auflagematten, die l\u00e4ngere Strecken ertr\u00e4glicher machen.<\/p>\n<p>Der Sandero Stepway ist ein wichtiges Modell f\u00fcr Dacia, um sich emporzuarbeiten. Der Pseudo-Off-Roader sieht gut aus, ist in der Prestige-Version komplett ausgestattet und verrichtet seine Aufgaben mit Zuverl\u00e4ssigkeit und einem gewissen Komfortangebot. Billiger k\u00f6nnen das vermutlich nur die Chinesen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/dacia-sandero-stepway-mit-seitenblick-auf-die-schickeria-12794409.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/dacia-sandero-stepway-mit-seitenblick-auf-die-schickeria-12794409.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keiner unterbietet die Preise von Dacia. 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