{"id":22958,"date":"2014-02-14T12:38:50","date_gmt":"2014-02-14T12:38:50","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=22958"},"modified":"2014-02-14T12:38:50","modified_gmt":"2014-02-14T12:38:50","slug":"eine-pandemie-konnte-sich-entwickeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=22958","title":{"rendered":"\u201eEine Pandemie k\u00f6nnte sich entwickeln\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eBeunruhigend\u201c findet der Marburger Influenza-Forscher Hans-Dieter Klenk, wie sich das H7N9-Virus in den ersten Wochen in China ausgebreitet hat. Eine neue Ver\u00f6ffentlichung aus China gibt Spekulationen neue Nahrung.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die chinesische Gesundheitsbeh\u00f6rde ist endg\u00fcltig alarmiert: Im Januar hat man schon ann\u00e4hernd 130 Infektionen mit dem Vogelgrippevirus H7N9 registriert, fast genau so viel wie im gesamten Fr\u00fchjahr 2013, darunter sind fast zwei Dutzend Todesopfer und im  Osten und S\u00fcden Chinas breiten sich die Viren in den Gefl\u00fcgelbest\u00e4nden bis an die Grenzen aus. Und nun noch auch dieses Statement: \u201eUnsere Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass sich eine Pandemie ausbreiten k\u00f6nnte\u201c.<\/p>\n<p>Das Zitat stammt aus der j\u00fcngsten Ver\u00f6ffentlichung, die das nationale \u201eCenter for Disease Control and Prevention\u201c in Peking vor wenigen Stunden auf der Publikationsplattform <a href=\"http:\/\/www.eurosurveillance.org\/ViewArticle.aspx?ArticleId=20699\">\u201eEurosurveillance\u201c <\/a>herausgegeben hat. Was dort erscheint, hat h\u00f6chste Priorit\u00e4t f\u00fcr Infektiologen weltweit. Inhalt des Artikels sind die genetischen Analysen von Proben aus elf Provinzen und St\u00e4dten des Landes. Das Ergebnis gibt den Virusforschern zu denken &#8211; insbesondere, was die genetischen Varianten aus den Provinzen Zhejiang, Guangdong und Jiangsu betrifft. Offenbar ist es seit dem M\u00e4rz 2013  zu Neukombinationen gekommen, sogenannten Reassortanten\u201c, die &#8211; so die chinesischen Wissenschaftler &#8211; \u201edie Viren anpassungsf\u00e4higer und pathogener\u201c macht. Mit anderen Worten: Die Viren sind gef\u00e4hrlicher f\u00fcr den Menschen geworden.<\/p>\n<p>Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die in ihrem aktuellen <a href=\"http:\/\/www.flutrackers.com\/forum\/showthread.php?p=525335#post525335\">Dossier<\/a> vom heutigen Freitag \u00fcber drei acht weitere klinische Einweisungen berichtet (drei Patienten im kritischen Zustand) beh\u00e4lt trotzdem die Warnstufe bei: \u201eDie Risikolage hat sich nicht ver\u00e4ndert.\u201c Das spiegelt vor allem die Infektiosit\u00e4t zwischen Menschen wieder: \u201eBisher ist eine leichtere \u00dcbertragung von Mensch zu Mensch nicht zu erkennen\u201c, so die WHO. Die \u00dcbertragung geschieht immer noch fast ausschlie\u00dflich durch Kontakt mit infiziertem &#8211; aber selten selbst erkrankten &#8211; Gefl\u00fcgel.<\/p>\n<h2>Verschleppte Erreger<\/h2>\n<p>Das ist jetzt zum ersten Mal auch auf einer Gefl\u00fcgelfarm in Malaysia beobachtet worden. Mit den V\u00f6geln wird das Virus offenbar immer effizienter verschleppt. Auch durch Reisen von Infizierten  beobachtet man immer wieder Verschleppungen der Erreger, wie bei dem j\u00fcngsten Fall eines<a href=\"http:\/\/7thspace.com\/headlines\/452624\/imported_human_case_of_avian_influenza_ah7n9_in_hong_kong_under_chp_investigation.html\"> 65j\u00e4hrigen Mannes,<\/a> der sich offenbar durch ein Schlachth\u00fchnchen in Kaiping in Guangdong angesteckt und die Viren dann nach Hong-Kong verschleppt hat, wo er wenige Tage sp\u00e4ter mit hohem Fieber in die Klinik eingewiesen wurde. Dass der Mann allerdings Familienangeh\u00f6rige angesteckt haben k\u00f6nnte, wird derzeit ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Die \u00dcbertragung zwischen Menschen wird auch durch die neuen chinesischen Analysen der Viren nicht konkret in Frage gestellt. Den Forschern bereitet aber Kopfzerbrechen, dass sich inzwischen offenbar sechs Gene aus dem Influenzavirus-Stamm H9N2 insbesondere in den in Zhejiang verbreiteten Viren eingekreuzt haben. Diese Varianten sind inzwischen auch in der Region Shanghai, in Guangdong und Hong-Kong aufgetaucht. \u201eEs ist dringend erforderlich, die \u00dcberwachung dieser Virusvarianten nun zu verst\u00e4rken\u201c, schreiben die Wissenschaftler. <\/p>\n<h2>Vorsicht mit Pandemiewarnungen<\/h2>\n<p>Das glaubt auch der Marburger Virologe, Hans-Dieter Klenk, einer der weltweit besten Kenner der H7N9-Genetik. \u201eDie Gefahr einer Pandemie durch neue H7N9-Rekombinanten halte ich f\u00fcr klar gr\u00f6\u00dfer als durch die j\u00fcngst aufgetauchten Influenza-St\u00e4mme H10N8 oder H6N1.\u201c Solche neuen Funde seien vor allem darauf zur\u00fcck zu f\u00fchren, dass die chinesische Infrastruktur zur Analyse der Viren immer besser ausgebaut w\u00fcrde. Klenk ist auch nach dem Bericht \u00fcber neue H7N9-Mutationen vorsichtig: \u201eGene von H9N2 hat man in den letzten Jahren schon mehrfach entdeckt, in H7N9, aber auch in H10N8. Deshalb w\u00e4re ich vorsichtig mit Pandemiewarnungen\u201c, sagt Klenk.<\/p>\n<p>Das Problem allerdings ist, dass er und seine Kollegen nicht genau definieren k\u00f6nnen, mit welchen Mutationen genau sich ein Virus sich genetisch zu einem pandemief\u00e4higen Erreger entwickelt. \u201cDazu brauchen wir epidemiologische Daten. Wenn wir Cluster, also H\u00e4ufungen, finden, kann schnell eine gef\u00e4hrliche Situation entstehen.\u201c  Reichen die neuen Zahlen mit vermehrten Ansteckungen in den ersten Wochen des Jahres vor allem in der \u00f6stlichen Provinz Zhejiang? Klenk: \u201eDie H\u00e4ufung ist schon beunruhigend.\u201c  Solange allerdings fast nur sporadische Infektionen nach Gefl\u00fcgelkontakt auftreten und die Mensch-zu-Mensch-\u00dcbertragung so extrem selten ist wie in den zur\u00fcckliegenden Monaten, fehlen ihm Hinweise auf eine akute Gefahr.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/h7n9-neue-vogelgrippe-variante-eine-pandemie-koennte-sich-entwickeln-12801946.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/h7n9-neue-vogelgrippe-variante-eine-pandemie-koennte-sich-entwickeln-12801946.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eBeunruhigend\u201c findet der Marburger Influenza-Forscher Hans-Dieter Klenk, wie sich das H7N9-Virus in den ersten Wochen in China ausgebreitet hat. 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