{"id":22819,"date":"2014-02-11T14:17:52","date_gmt":"2014-02-11T14:17:52","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=22819"},"modified":"2014-02-11T14:17:52","modified_gmt":"2014-02-11T14:17:52","slug":"wie-sicher-ist-der-genmais","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=22819","title":{"rendered":"Wie sicher ist der Genmais?"},"content":{"rendered":"<p>Der umstrittene Genmais 1507 steht vor einer Zulassung in der EU. Damit stellt sich f\u00fcr viele die Frage: Wie steht es um die Sicherheit? Zwei neue Genpflanzen-Studien zeigen, weshalb die Bundesregierung die Neuerung nicht ablehnt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Was die amerikanischen Insektenkundler in diesen Tagen \u00fcber die gentechnisch aufger\u00fcsteten Nutzpflanzen, \u00fcber Mais und Baumwolle vor allem, zu sagen haben, wollen viele in Europa nicht h\u00f6ren. Die Entomologen-Gesellschaft ist sich ganz sicher: Genpflanzen mit eingebautem Insektenvernichtungsmittel sind harmlos &#8211; harmloser jedenfalls als viele der herk\u00f6mmlich auf den Feldern verspr\u00fchten Insektiziden. Und das soll nicht nur f\u00fcr den Menschen gelten, was toxikologisch hinl\u00e4nglich getestet und f\u00fcr \u00d6kolandwirte auch der Grund ist, das betreffende Bt-Gift gerne zu verwenden. Nein, auch f\u00fcr die N\u00fctzlinge auf den Feldern gibt es Entwarnung. Zwei neue wissenschaftliche Belege daf\u00fcr hat der Insektenkunde-Verband jetzt in Fachjournalen vorgestellt.<\/p>\n<p>Bei den beiden Studien ging es um verschiedene Bt-Gifte, die in in den allermeisten Genpflanzen verwendet werden. Bt-Toxine stammen aus dem im Boden vorkommenden Bakterium Bacillus thuriengiensis. F\u00fcr die gr\u00fcne Gentechnik werden Nutzpflanzen mit einem Gen aus dem Bakterium ausgestattet, das die Bauanleitung f\u00fcr ein spezielles Protein &#8211; das Bt-Toxin- Molek\u00fcl &#8211; tr\u00e4gt. Bei der zum allgemeinen Anbau verhandelten Genmaissorte 1507 der amerikanischen Firma DuPont Pioneer, die als Futtermittel sch\u00f6n l\u00e4ngst nach Europa importiert wird,  handelt es sich um das Toxin Cry1F. Wie die oft nur leicht ver\u00e4ndert aufgebauten ebenfalls h\u00e4ufig verwendeten Cry1Ac oder Cry1Ab aus anderen Bt-Pflanzen, wird dieses spezielle Bt-Giftmolek\u00fcl  als harmloses, dreigliedriges Protein produziert. Seine aktive, giftige Wirkung entfaltet es erst, wenn es in den Darm bestimmter Fra\u00dfinsekten gelangt, wo es die Darmwand praktisch durchl\u00f6chert. Mehr als 170 nat\u00fcrlich vorkommende Bt-Gift-Varianten sind bekannt.<\/p>\n<p>In Genpflanzen wird ein Teil davon verwendet. Das geschieht durch den gezielten Einbau des entsprechenden Gens in das Erbgut der Nutzpflanze, und zwar so, dass es sich in den Zellen der f\u00fcr die Fra\u00dfinsekten attraktiven Bl\u00e4tter anreichert. Je nachdem, welche Genkonstrukte eingebaut werden und in welchen Kombinationen (etwa Resistenz verleihende Gene gegen spezielle Unkrautvernichtungsmittel wie bei Genmais 1507), erhalten die Genpflanzen unterschiedliche Bezeichnungen der Hersteller. Mehr als 70 Millionen Hektar  werden inzwischen jedes Jahr mit Nutzpflanzen angebaut, die  gentechnisch mit Bt-Giften aufger\u00fcstet worden sind.  <\/p>\n<p>Seit vielen Jahren h\u00e4lt allerdings die Debatte an, inwiefern die in Genpflanzen angereicherten Bt-Gifte beim Verzehr f\u00fcr n\u00fctzliche Insekten sch\u00e4dlich sein k\u00f6nnten. Eine entscheidende Metaanalyse dazu ist schon mehr als f\u00fcnf Jahre alt. Michelle Marvier von der Santa Clara University in Kalifornien und Peter Karveia, wissenschaftlicher Leiter einer  der gr\u00f6\u00dften amerikanischen Naturschutzorganisationen hatten sie mit 42 Einzelstudien vorgenommen und res\u00fcmierten: Nicht-Zielorganismen des Insektengiftes werden auf Feldern mit Genpflanzen weniger gesch\u00e4digt als auf \u00c4ckern, die mit Insektenvernichtungsmitteln bespr\u00fcht werden. Nur der v\u00f6llige Verzicht auf Insektizide schneidet \u00f6kologisch besser ab, allerdings fallen dann die Ertr\u00e4ge f\u00fcr den Landwirt deutlich geringer aus.<\/p>\n<p>In den beiden neuen Studien haben die amerikanischen Entomologen um Anthony Shelton von der renommierten Cornell University die Wirkung auf zwei Raubwanzenarten sehr detailliert untersucht. Diese N\u00fctzlinge sorgen auf den Feldern, insbesondere auch auf Mais- und Baumwollfeldern, f\u00fcr die nat\u00fcrliche Kontrolle von Sch\u00e4dlingen &#8211; Raupen etwa. Die Wissenschaftler haben die Sch\u00e4dlinge im Labor an Bt-Bl\u00e4ttern fressen lassen, und zwar ganz gezielt solche Larven, die inzwischen widerstandsf\u00e4hig gegen das Bt-Gift sind und deshalb auch das Toxin zum Teil anreichern. Getestet wurden drei unterschiedliche Bt-Toxine, darunter auch das in Genmais 1507 verwendete Cry1F.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/neue-studien-nuetzlinge-ohne-schaden-wie-sicher-ist-der-genmais-12796064.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/mensch-gene\/neue-studien-nuetzlinge-ohne-schaden-wie-sicher-ist-der-genmais-12796064.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der umstrittene Genmais 1507 steht vor einer Zulassung in der EU. Damit stellt sich f\u00fcr viele die Frage: Wie steht es um die Sicherheit? 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