{"id":22222,"date":"2014-01-28T08:47:11","date_gmt":"2014-01-28T08:47:11","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=22222"},"modified":"2014-01-28T08:47:11","modified_gmt":"2014-01-28T08:47:11","slug":"der-erste-porsche-war-ein-elektroauto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=22222","title":{"rendered":"Der erste Porsche war ein Elektroauto"},"content":{"rendered":"<p>Gut 70 Jahre galt der Egger-Lohner C.2 als verschollen. Es ist das allererste Fahrzeug, das Ferdinand Porsche konstruierte: im Jahr 1898.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Als die R\u00e4der gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts laufen lernen, sieht es eine Zeitlang so aus, als mache der elektrische Antrieb das Rennen, nicht der Verbrennungsmotor. Die Elektrizit\u00e4t ist noch eine neue Kraft, welche die Menschen \u00fcber Geb\u00fchr in ihren Bann zieht. Beim Wiener Unternehmen \u201eBela Egger &#038;amp- Co.\u201c, 1896 in \u201eVereinigte Elektrizit\u00e4ts AG\u201c umfirmiert, arbeitet schon seit 1893 der junge Ferdinand Porsche. Schnell wird das Talent des Autodidakten, der abends noch Vorlesungen an der Technischen Universit\u00e4t besucht, sichtbar. Doch an stromernde Autos denkt bei Egger keiner \u2013 noch nicht.<\/p>\n<p>Als der Wiener Kutschenfabrikant Jacob Lohner erkennt, dass die Zeit der Pferde als Transportmittel zu Ende geht, kommt es zu einer Zusammenarbeit mit Egger. Lohner hat Studienreisen durch Amerika und Europa unternommen, er will sowohl Benzin- als auch Elektrokutschen bauen. Die geringere L\u00e4rm- und Abgasbelastung wird schon damals als Vorteil elektrisch betriebener Fahrzeuge genannt. Egger soll die Elektrotechnik f\u00fcr die Kutschen des zwanzigsten Jahrhunderts liefern.<\/p>\n<h2>Wie eine Kutsche ohne Pferde<\/h2>\n<p>Schon am ersten elektrischen Fahrzeug arbeitet der nun 23 Jahre alte Porsche mit, doch mit gelenkten Hinterr\u00e4dern und einem Elektromotor vorn ist das Konzept weit von der Praxis entfernt. Das n\u00e4chste Elektromobil konstruiert Porsche selbst. Der Egger-Lohner C.2 rollt Ende Juni 1898 erstmals \u00fcber Wiener Stra\u00dfen. In wichtige Bauteile wie die Radnaben schl\u00e4gt Porsche die Bezeichnung \u201eP1\u201c ein \u2013 sein erstes Auto.<\/p>\n<p>Obwohl es auf den ersten Blick wie eine Kutsche ohne Pferde aussieht, steckt es voller Ideen: Vorderachsschenkel-Lenkung, den 130 Kilo schweren, achteckigen E-Motor (Oktagon) hat Porsche ebenfalls selbst konstruiert. Das Triebwerk h\u00e4ngt sto\u00dfged\u00e4mpft an der Hinterachse. Die Leistung betr\u00e4gt 3 PS, sie ist kurzfristig auf 5 PS steigerbar. Die Kraft wird mit einem einstufigen Differentialgetriebe \u00fcber Zahnkr\u00e4nze auf die innen verzahnten Radnaben \u00fcbertragen. Ein \u201eController\u201c (schon damals als Anglizismus) bietet 12 Fahrstufen (sechs vor, zwei zur\u00fcck, vier Bremsstufen).<\/p>\n<p>Die Passagiere in der zweiten Sitzreihe sitzen \u00fcber dem 500 Kilogramm schweren Batteriekasten. Die Blei-Akkus, \u201eSystem Tudor\u201c, 44-Zellen-Akkumulator, 120 Amperestunden, machen eine Reichweite von rund 80 Kilometern bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km\/h m\u00f6glich. In der Spitze sind mit den 5 PS kurzfristig 35 km\/h drin. Das 1,35 Tonnen wiegende Fahrzeug ist \u00fcberraschende 2,55 Meter kurz und hat einen Radstand von 1,60 Meter.<\/p>\n<p>Gebremst wird mit Bandbremsen (wie damals bei einer Kutsche) oder nach einen Druck auf den Lenkradkranz elektrisch \u2013 im Prinzip kann man von einem Zweikreis-Bremssystem sprechen. Auf das Fahrgestell konnten verschiedene Aufbauten (offen oder geschlossen) gesetzt werden, die Holzr\u00e4der hatten schon Luftreifen. Eine mechanische Bremse gegen das R\u00fcckw\u00e4rtsrollen l\u00e4sst sich Porsche zudem einfallen: ein Dorn, der sich in der Stra\u00dfe festkrallen soll, sichert das Fahrzeug. Hintergrund: Die Lohner-Fabrik (zu Hoch-Zeiten entstehen dort j\u00e4hrlich 20000 Pferdekuschen) steht in einem f\u00fcr Wiener Verh\u00e4ltnisse bergigen Stadtteil, mit dem R\u00fcckw\u00e4rtsrollen hatte es bei Fahrversuchen immer wieder Probleme gegeben.<\/p>\n<p>Im September 1899 gewinnt Porsche mit seinem P1 in Berlin nach gut anderthalb Stunden mit 18 Minuten Vorsprung eine Wettfahrt f\u00fcr Elektromobile. Die Distanz hatte 40 Kilometer betragen, es ging nach Zehlendorf und zur\u00fcck, die Chronisten schreiben von einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25,8 km\/h. Wenn man so will, ist das Porsches erster Sieg in einem Rennen. Anlass war die \u201eInternationale Motorwagen-Ausstellung\u201c, bei der 120 Unternehmen ihre Autos zeigten, 19 Hersteller davon hatten sich auf E-Mobile konzentriert. Porsche hatte drei Schiedsrichter an Bord, mehr als die H\u00e4lfte der anderen Teilnehmer kam nicht ins Ziel.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/sensationeller-fund-der-erste-porsche-war-ein-elektroauto-12770729.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/sensationeller-fund-der-erste-porsche-war-ein-elektroauto-12770729.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut 70 Jahre galt der Egger-Lohner C.2 als verschollen. 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