{"id":22002,"date":"2014-01-22T13:41:00","date_gmt":"2014-01-22T13:41:00","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=22002"},"modified":"2014-01-22T13:41:00","modified_gmt":"2014-01-22T13:41:00","slug":"eu-kommission-erntet-viel-kritik-fur-klimaplane","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=22002","title":{"rendered":"EU-Kommission erntet viel Kritik f\u00fcr Klimapl\u00e4ne"},"content":{"rendered":"<p>40 Prozent weniger Aussto\u00df von Kohlendioxid bis 2030, aber weniger F\u00f6rderung f\u00fcr erneuerbare Energien: Umweltverb\u00e4nde zerrei\u00dfen die Klimaschutz-Pl\u00e4ne der EU-Kommission in der Luft. Ende 2015 soll ein neues internationales Klimaschutzabkommen in Kraft treten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die EU-Kommission will im Kampf gegen den Klimawandel den Aussto\u00df von Kohlendioxid bis 2030 um 40 Prozent drosseln, erneuerbare Energien aber nicht so stark f\u00f6rdern wie von Umweltsch\u00fctzern erhofft. Kommissionspr\u00e4sident Jose Manuel Barroso nannte die Ziele am Mittwoch ambitioniert, aber machbar. Greenpeace kritisierte, dass die EU-Klimapolitik vor einem Scherbenhaufen stehe, weil die Vorschl\u00e4ge nicht ehrgeizig genug seien. Die deutsche Energiewirtschaft lobte dagegen, dass nun verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen f\u00fcr Unternehmen m\u00f6glich seien.<\/p>\n<p>Der Anteil von erneuerbaren Energietr\u00e4gern soll nach den Vorstellungen der Br\u00fcsseler Beh\u00f6rde auf 27 Prozent steigen, wobei die Kommission den Mitgliedsstaaten aber Flexibilit\u00e4t einr\u00e4umen will. \u201eEs ist gut, dass erneuerbare Energien \u00fcberhaupt eine Rolle spielen\u201c, sagte der CDU-Europa-Parlamentarier Peter Liese. \u201eAber die Kommission bleibt die Antwort schuldig, wie das europ\u00e4ische Ziel erreicht werden soll und vor allem wie die Probleme der Kosten f\u00fcr die Verbraucher und die mangelnde Koordinierung der Mitgliedsstaaten gel\u00f6st werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Details der Kommissions-Pl\u00e4ne waren schon zuvor auf Widerstand im EU-Parlament und einiger Staaten wie Deutschland gesto\u00dfen, die sich f\u00fcr ambitioniertere Ziele starkgemacht hatten. Bis sich die EU-Institutionen auf ein gemeinsames Paket geeinigt haben, d\u00fcrften angesichts des langwierigen EU-Gesetzgebungsverfahrens und der unterschiedlichen Positionen aber noch Jahre vergehen.<\/p>\n<p>Die neuen Ziele sollen die alten Regeln ersetzen, die neben dem CO2-Aussto\u00df bis 2020 einen Anteil der Erneuerbaren von 20 Prozent und eine Erh\u00f6hung der Energie-Effizienz von ebenfalls 20 Prozent vorsehen (siehe Grafik von <a href=\"http:\/\/de.statista.com\/\">Statista<\/a>). Alle Zahlen gelten im Vergleich zum Niveau von 1990. Bis 2050 soll in der EU fast gar kein Kohlendioxid mehr ausgesto\u00dfen werden, um die Erderw\u00e4rmung zu bremsen.<\/p>\n<p>Zur Energie-Effizienz legte die Kommission am Mittwoch keinen Vorschlag vor, sondern will diesen Aspekt bis Mitte des Jahres weiter pr\u00fcfen. EU-Energiekommissar G\u00fcnther Oettinger sagte, dass dies aber ein wichtiger Baustein f\u00fcr die EU bleibe.<\/p>\n<h2>Weltweit f\u00fchrend oder doch zu wenig?<\/h2>\n<p>Nach Ansicht Barrosos zeigen die Vorschl\u00e4ge, dass die EU ihre F\u00fchrungsrolle in der globalen Klimapolitik beibehalten und zugleich die Wirtschaft unterst\u00fctzen sowie Jobs schaffen k\u00f6nne. Dagegen kritisierten die Gr\u00fcnen im Europa-Parlament die Pl\u00e4ne scharf: \u201eDie anvisierten Ziele werden die Entwicklung der Erneuerbaren zum Erliegen bringen und bleiben weit hinter dem zur\u00fcck, was f\u00fcr den Klimaschutz notwendig ist\u201c, sagte die Fraktionsvorsitzende Rebecca Harms. Sie appellierte mit Blick auf die Energiewende in Deutschland an Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich mit den \u201emageren Vorgaben\u201c nicht zufrieden zu geben. Der Deutsche Naturschutzring forderte eine Reduzierung des CO2-Aussto\u00dfes um 55 Prozent, einen Anteil der Erneuerbaren von 45 Prozent und Energie-Einsparungen von 40 Prozent. EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard kritisierte die Ansichten mancher Nichtregierungsorganisationen indes als realit\u00e4tsfremd.<\/p>\n<p>Neben den Zielen f\u00fcr 2030 ist der Emissionshandel die zweite wichtige S\u00e4ule des EU-Klimaschutzes. Die Kommission will deshalb ab 2021 Verschmutzungsrechte der Industrie dem Markt automatisch entziehen und so die Preise f\u00fcr die CO2-Zertifikate stabilisieren. Durch eine Erh\u00f6hung der Preise sollen die Betriebe wieder mehr Anreize zum Einsatz klimaschonender Technologien erhalten. Die Kommission will demnach unter bestimmten Bedingungen dem Markt bis zu zw\u00f6lf Prozent der CO2-Papiere entrei\u00dfen.<\/p>\n<p>Zur umstrittenen F\u00f6rderung von Schiefergas, dem sogenannten Fracking, ver\u00f6ffentlichte die Kommission nur unverbindliche Empfehlungen. Barroso machte aber klar, dass EU-Regeln bei Gesundheits- und Umweltschutz eingehalten werden m\u00fcssten. Oettinger hatte sich wiederholt f\u00fcr die Pr\u00fcfung der Fracking-Methode ausgesprochen, bei der \u00d6l und Gas mittels Druck und Chemikalien aus dem Gestein gepresst werden. Vor allem \u00f6stliche EU-L\u00e4nder, die fast zu 100 Prozent von Gas-Importen aus Russland abh\u00e4ngig sind, wollen dieses Verfahren \u00fcbernehmen. In den USA gibt es seit Jahren einen Fracking-Boom, Kritiker weisen dagegen auf Umweltsch\u00e4den und Risiken f\u00fcr Erdreich und Wasserversorgung hin.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/europaeische-union\/co2-ausstoss-soll-bis-2030-um-40-prozent-sinken-eu-kommission-erntet-viel-kritik-fuer-klimaplaene-12764121.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/europaeische-union\/co2-ausstoss-soll-bis-2030-um-40-prozent-sinken-eu-kommission-erntet-viel-kritik-fuer-klimaplaene-12764121.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>40 Prozent weniger Aussto\u00df von Kohlendioxid bis 2030, aber weniger F\u00f6rderung f\u00fcr erneuerbare Energien: Umweltverb\u00e4nde zerrei\u00dfen die Klimaschutz-Pl\u00e4ne der EU-Kommission in der Luft. 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