{"id":21942,"date":"2014-01-14T08:00:00","date_gmt":"2014-01-14T08:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=21942"},"modified":"2014-01-14T08:00:00","modified_gmt":"2014-01-14T08:00:00","slug":"kinder-erhalten-mehr-antipsychotika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=21942","title":{"rendered":"Kinder erhalten mehr Antipsychotika"},"content":{"rendered":"<p>Der Anteil von Kindern, denen Antipsychotika verordnet werden, stieg in Deutschland innerhalb von sieben Jahren um 41 Prozent. Nicht nur Psychiater, sondern auch Kinder- und Haus\u00e4rzte verordnen die Mittel.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Anteil von Kindern und Jugendlichen, denen Antipsychotika verordnet werden, steigt in Deutschland \u2013 auch wenn die Zahlen verglichen mit Nordamerika niedriger liegen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler um Christian Bachmann von der Philipps-Universit\u00e4t Marburg und Falk Hoffmann von der Universit\u00e4t Bremen in einer Studie, die in der kommenden Ausgabe des \u201eDeutschen \u00c4rzteblattes\u201c (Bd.111, Nr. 3) erscheint und f\u00fcr die Daten der Barmer GEK ausgewertet wurden. Zwischen 2005 und 2012 stieg der Anteil der Kinder und Jugendlichen, denen die Mittel verordnet wurden, von 0,23 auf 0,32 Prozent- er nahm also um 41 Prozent zu.<\/p>\n<h2>Bei Kleinkindern r\u00fcckl\u00e4ufig<\/h2>\n<p>Insbesondere bei den Zehn- bis Neunzehnj\u00e4hrigen zeigte sich ein Zuwachs, w\u00e4hrend die Verordnungen bei den bis zu vier Jahre alten Kindern sogar sanken. Jungen wurden die Mittel h\u00e4ufiger verschrieben als M\u00e4dchen. Vor allem der Einsatz der als schonender geltenden atypischen Antipsychotika nimmt zu- die \u00e4lteren, typischen Antipsychotika l\u00f6sen motorische St\u00f6rungen aus. Die h\u00e4ufigsten Substanzen waren Risperidon und Pipamperon. Risperidon wurde am h\u00e4ufigsten bei der Aufmerksamkeits- und Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung ADHS, bei St\u00f6rungen des Sozialverhaltens, Autismus, Intelligenzminderung, Angst- und emotionalen St\u00f6rungen und depressiven St\u00f6rungen verschrieben.<\/p>\n<p>Schon fr\u00fchere Studien hatten ergeben, dass Antipsychotika weniger f\u00fcr die klassischen Indikationen wie Schizophrenie zum Einsatz kommen und vermehrt f\u00fcr andere St\u00f6rungsbilder (F.A.Z. vom 19. Juni 2013). Kinder- und Jugendpsychiater gehen davon aus, dass Kinder, die so behandelt werden, keine einfache St\u00f6rung zeigen, sondern beispielsweise eine ADHS, die durch eine St\u00f6rung der Impulskontrolle verkompliziert wird. Die Betroffenen sind stark reizbar, die Medikamente geben ihnen in Erregungsphasen ihre Kontrolle zur\u00fcck. Kritisch sehen viele Experten es allerdings, dass ganz verschiedene Arztgruppen die Medikamente verordnen. Die aktuelle Studie ergab, dass 28 Prozent aller Verordnungen durch Kinder- und Jugendpsychiater, 25 Prozent durch Kinder\u00e4rzte und 16 Prozent durch Haus\u00e4rzte erfolgten.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/studie-mit-daten-der-barmer-gek-kinder-erhalten-mehr-antipsychotika-12750098.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wissen\/medizin\/studie-mit-daten-der-barmer-gek-kinder-erhalten-mehr-antipsychotika-12750098.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Anteil von Kindern, denen Antipsychotika verordnet werden, stieg in Deutschland innerhalb von sieben Jahren um 41 Prozent. 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