{"id":21904,"date":"2014-01-03T21:52:40","date_gmt":"2014-01-03T21:52:40","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=21904"},"modified":"2014-01-03T21:52:40","modified_gmt":"2014-01-03T21:52:40","slug":"mehr-treffer-als-erwartet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=21904","title":{"rendered":"Mehr Treffer als erwartet"},"content":{"rendered":"<p>Konjunkturprognosen bestehen den Realit\u00e4tstest oft nicht. F\u00fcr 2013 waren sie recht erfolgreich \u2013 wenn man von Sch\u00f6nheitsfehlern absieht.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Finanzkrise hat nicht nur das Vertrauen in die Banken ruiniert. Auch die Konjunkturforscher haben in der Krise viel Kredit verspielt: Noch im Oktober 2008, knapp einen Monat nach der Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers, prognostizierten die f\u00fcnf f\u00fchrenden Forschungsinstitute in ihrer Gemeinschaftsdiagnose Wachstum f\u00fcr das folgende Jahr. Das Einbrechen der Wirtschaftsleistung um 5 Prozent sahen sie ebenso wenig kommen wie die rasche Erholung ein Jahr sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Die realit\u00e4tsfernen Prognosen in den Krisenjahren sch\u00fcrten Zweifel, ob die aufwendigen Berechnungen der Volkswirte \u00fcberhaupt zu gebrauchen sind. Doch so unpr\u00e4zise die Vorhersagen von einst, so treffend waren sie f\u00fcr das zur\u00fcckliegende Jahr 2013. Beinahe ausnahmslos sagten Forschungsinstitute, Bankenvolkswirte und internationale Institutionen das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) und die Inflationsrate recht gut voraus. Etwas st\u00e4rker schwankte die Vorhersage der Arbeitslosigkeit, die von der OECD, dem Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF) und der EU-Kommission zu optimistisch eingesch\u00e4tzt wurde.<\/p>\n<p>G\u00e4be es eine Auszeichnung f\u00fcr die genaueste Jahresprognose 2013, h\u00e4tte die Deutsche Bundesbank gute Chancen, sie zu gewinnen. Anfang Dezember bezifferten die Volkswirte der Notenbank mit Sitz Frankfurt das BIP-Wachstum auf 0,4 Prozent und die Inflation auf 1,5 Prozent. Kurz bevor die endg\u00fcltigen Zahlen f\u00fcr das abgelaufene Jahr vorliegen, scheinen beide Zahlen genau zuzutreffen. Im Jahresschnitt erwartete die Bundesbank zudem eine Arbeitslosenquote von 7,0 Prozent, tats\u00e4chlich betrug sie in den Monaten Januar bis November im Schnitt 6,9 Prozent. Auf die Nachkommastelle zutreffend war auch die Wachstumsprognose der DZ Bank. Die Preissteigerung (2,1 Prozent) und die Arbeitslosenquote (7,1) \u00fcbersch\u00e4tzen die DZ-Volkswirte etwas.<\/p>\n<p>Eine Reihe von Prognosen verpassten eine Punktlandung nur minimal: Das Kieler Institut f\u00fcr Weltwirtschaft (IfW), das Rheinisch-Westf\u00e4lische Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (RWI) und die Deutsche Bank errechneten vor Jahresfrist ein Wachstum des BIP von 0,3 Prozent. Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI), die Commerzbank (jeweils 0,5 Prozent) sowie das M\u00fcnchener Ifo-Institut und das Hallenser Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (jeweils 0,7 Prozent) waren etwas zu optimistisch.<\/p>\n<p>Mit einer Wachstumsprognose von jeweils knapp 1 Prozent lagen die internationalen Institutionen IWF und EU-Kommission ein gutes St\u00fcck \u00fcber dem tats\u00e4chlichen Wert. Sie haben ihre Prognosen aber schon im Sp\u00e4therbst abgegeben, als auch die Forschungsinstitute noch positivere Erwartungen hatten. Erst als sich abzeichnete, dass das vierte Quartal 2012 \u00fcberraschend schlecht lief, korrigierten diese ihre Sch\u00e4tzungen nach unten. Das erkl\u00e4rt auch, warum die f\u00fcnf f\u00fchrenden Forschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten noch mit 1 Prozent Wachstum rechneten und den Wert im Januar auf 0,4 Prozent herabsetzten. Vergleichsweise weit daneben lag die Prognose des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW). Im Oktober 2012 rechneten die Berliner Konjunkturforscher noch mit einem kr\u00e4ftigen Wachstumsschub von 1,6 Prozent, die Korrektur zum Jahreswechsel auf 0,9 Prozent war immer noch zu optimistisch.<\/p>\n<p>Pr\u00e4zise Prognosen bedeuten allerdings nicht, dass die Forscher die Entwicklungen in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen genau vorhersehen. Im Gegenteil \u2013 die exakte Einsch\u00e4tzung der Bundesbank beispielsweise beruht eher auf der Summe mehrerer kleiner Fehlprognosen. Im letzten Monatsbericht 2012 analysierten die Volkswirte der Bundesbank: \u201eInsbesondere eine Belebung der Investitionst\u00e4tigkeit sollte der deutschen Wirtschaft zugutekommen.\u201c Eine entscheidende Rolle f\u00fcr die leichte Belebung wiesen sie der Zunahme der Exporte zu. Doch ausgerechnet diese beiden Faktoren schw\u00e4chelten im zur\u00fcckliegenden Jahr, w\u00e4hrend der private Konsum zum Wachstumstreiber avancierte. Die wichtige Bedeutung des Konsums hat beispielsweise das DIW, trotz der insgesamt schlechteren Vorhersage, schon im Januar betont.<\/p>\n<p>Nicht ganz so genau wie f\u00fcr Deutschland fielen die Wachstumsprognosen f\u00fcr den Euroraum aus. W\u00e4hrend das Statistikamt Eurostat derzeit f\u00fcr 2013 mit einem R\u00fcckgang des BIP in den Eurol\u00e4ndern von 0,4 Prozent rechnet, erwartete die Mehrzahl der Institute und Banken ein schnelleres Abklingen der Krise und ein geringes Wachstum. Mit vorsichtigen Prognosen lagen das Ifo-Institut und die Deutsche Bank (jeweils Minus 0,2) sowie die Europ\u00e4ische Zentralbank (Minus 0,3 Prozent) besonders gut.<\/p>\n<p>Zumindest einen des in der Krise verlorengegangenen Kredits d\u00fcrften sich die Konjunkturforscher damit zur\u00fcckerk\u00e4mpft haben. F\u00fcr das neue Jahr verhei\u00dft die hohe Treffsicherheit Gutes: Fast alle Volkswirte rechnen mit knapp 2 Prozent Wachstum.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftswissen\/konjunkturprognosen-mehr-treffer-als-erwartet-12736335.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftswissen\/konjunkturprognosen-mehr-treffer-als-erwartet-12736335.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konjunkturprognosen bestehen den Realit\u00e4tstest oft nicht. 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