{"id":21829,"date":"2014-01-08T09:34:20","date_gmt":"2014-01-08T09:34:20","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=21829"},"modified":"2014-01-08T09:34:20","modified_gmt":"2014-01-08T09:34:20","slug":"vier-wege-zwolf-stimmen-starker-auftritt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=21829","title":{"rendered":"Vier Wege, zw\u00f6lf Stimmen, starker Auftritt"},"content":{"rendered":"<p>Ein Profi-Ausstatter baut In-Ear-H\u00f6rer, an denen auch das Publikum Spa\u00df hat. Der Spa\u00df ist freilich nicht billig.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Viele Rockstars alter Schule teilen heute das traurige Schicksal des sp\u00e4ten Beethoven: Sie h\u00f6ren nicht mehr viel und brauchen daheim eine sehr, sehr laute Klingel. Denn als die ergrauten Herren noch ihre wilden Zeiten hatten, lie\u00dfen sie sich auf der B\u00fchne von Monitor-Lautsprechern umwehen, um ihre eigene Stimme wahrnehmen zu k\u00f6nnen. Und diese Schallwerfer mussten stets noch lauter r\u00f6hren als der Rest des akustischen Infernos &#8211; mit unvermeidlichen Langzeitfolgen. Heute ist das alles anders: Von Madonna bis Pink: Sie alle tragen zierliche Kopfh\u00f6rer, die das Au\u00dfenohr mit ma\u00dfgefertigten Anpassungen komplett abschlie\u00dfen, um mit ertr\u00e4glichen Pegeln und hoher Klangtreue zu Geh\u00f6r zu bringen, was das Mikrofon einf\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Solche individuellen Anfertigungen sind nicht f\u00fcr ein Taschengeld zu haben- in der HiFi-Welt haben sie sich deshalb, von wenigen Vertriebsversuchen abgesehen, nie wirklich etabliert. Ultimate Ears, ein amerikanischer Ausr\u00fcster f\u00fcr Profi-Musiker, der aber auch die HiFi-Kundschaft f\u00fcr sich entdeckt hat, will das \u00e4ndern und bietet seine Ma\u00df-Kollektion jetzt auch Kunden an, die Konzerte eher vor der B\u00fchne erleben. Die In-Ear-Monitore, wie der Hersteller sie nennt, kann man bei Musikalien-H\u00e4ndlern ordern oder in Berlin einkaufen: Ultimate Ears hat k\u00fcrzlich in Prenzlauer Berg in einer alten Brauerei ein exklusives Spezialgesch\u00e4ft f\u00fcr seine Pretiosen er\u00f6ffnet. Bevor der H\u00f6rspa\u00df beginnen kann, muss zun\u00e4chst ein H\u00f6rger\u00e4teakustiker einen Ohrabdruck nehmen und das Ergebnis an den Hersteller schicken. Nach etwa zwei Wochen ist dann der pers\u00f6nliche H\u00f6rer fertig.<\/p>\n<h2>Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die hohen Kosten<\/h2>\n<p>Wir haben die Prozedur \u00fcber uns ergehen lassen &#8211; und uns f\u00fcr die praktische Erprobung ganz unbescheiden das Top-Modell der Kollektion ausgesucht, UE 18 Pro genannt. Sein Preis von 1469 Euro ordnet das H\u00f6rger\u00e4t in die absolute Luxusklasse ein- das gilt selbst vor dem Hintergrund, dass die 1000-Euro-Marke in der Kopfh\u00f6rer-Szene seit geraumer Zeit keine Schreckensgrenze mehr ist. Was man daf\u00fcr bekommt, weckt f\u00fcr die Kosten allerdings ein gewisses Verst\u00e4ndnis. Das beginnt mit der Technik: Wie in dieser Ger\u00e4tegattung \u00fcblich sitzen im Inneren der H\u00f6rer sogenannte Balanced-Armature-Schallwandler, deren winzige Membranen ohne die mechanische Last einer Schwingspule auskommen. Ein kleiner Anker, der dem Feld eines Magneten und einer mit ihm verbundenen Spule ausgesetzt ist, sorgt f\u00fcr den Antrieb: Flie\u00dft musikalischer Wechselstrom durch die Spule, ger\u00e4t der Anker in Schwingung und bringt somit auch die Membran ins Vibrieren. Schallwandler dieser Art lassen sich mit extrem kleinen Bauformen fertigen, haben wegen ihrer geringen bewegten Masse ein nat\u00fcrliches Talent f\u00fcr feine Schwingungen und machen selbst aus kleinen Musiksignalen beachtlichen Schalldruck.<\/p>\n<p>In-Ear-H\u00f6rer der High-End-Klasse verteilen den Schall gern auch auf zwei oder drei unterschiedlich abgestimmt Balanced-Armature-Elemente, um nach dem Mehrwegeprinzip bestimmte Frequenzbereiche an speziell optimierte Mechanik zu delegieren. Das Verfahren ist vom Lautsprecherbau hinl\u00e4nglich bekannt. Frequenzweichen sorgen dann daf\u00fcr, dass jeder Wandler nur den f\u00fcr ihn bestimmten Teil des Tonspektrums bekommt. Das Modell UE 18 treibt das Mehrwegeprinzip auf die Spitze: In jeder kleinen H\u00f6rkapsel sitzen sechs Wandler. Einer bestreitet die h\u00f6chsten Obert\u00f6ne, ein anderer H\u00f6hen und obere Mitten, gleich zwei Wandler inszenieren die Grundt\u00f6ne, und zwei weitere sind f\u00fcr das Tieftonfundament zust\u00e4ndig. Wir haben es also mit der aufwendigsten In-Ear-Konstruktion zu tun, die je gebaut wurde. \u00dcber separate Schallkan\u00e4le in den aus hartem Kunststoff gefertigten Ohr-Anpassteilen gelangen tiefe und hohe T\u00f6ne getrennt nach au\u00dfen, um Intermodulationen vorzubeugen.<\/p>\n<h2>Atmet den Geist von Luxus<\/h2>\n<p>Auch die \u00e4u\u00dfere Erscheinung des H\u00f6rers atmet den Geist von Luxus. Die durchscheinenden Kunststoffteile kann man in allen Farben des Regenbogens ordern. Und jenes Deckpl\u00e4ttchen, das beim Tragen aus dem Ohr herausschaut, gibt es ebenfalls in unterschiedlichen einfarbigen Varianten, aber auch mit Holzintarsien und anderen dekorativen Materialien. Die Anschlusskabel gleichen geflochtenen Kordeln- so sollen sie sich mechanischer Eigenger\u00e4usche enthalten. \u00dcber spezielle, vergoldete Steckverbindungen an den H\u00f6rkapseln lassen sich die Leitungen austauschen, wenn sie sich im Laufe ihres Lebens einmal einen Wackelkontakt zugezogen haben. Biegsame, transparente Kunststoffr\u00f6hrchen umh\u00fcllen die oberen Kabelenden, um die H\u00f6rer wie Brillenb\u00fcgel sicher in den Ohren zu halten. Und zur Aufbewahrung dient ein stabiles K\u00e4stchen mit eingraviertem Namenszug.<\/p>\n<p>Der Klang dieser H\u00f6rer ist angemessen spektakul\u00e4r &#8211; sogar dann, wenn ein iPhone den Sound liefert: Schalldruck produzieren die Edel-St\u00f6psel in H\u00fclle und F\u00fclle, ganz so, wie es sich f\u00fcr Profi-Utensilien geh\u00f6rt. Vor allem aber verbl\u00fcffen die H\u00f6rer mit ihrer \u00fcberbordenden Klangf\u00fclle. So farbstarke, \u00fcberaus \u00fcppige Grundt\u00f6ne, so gro\u00dfm\u00e4chtige B\u00e4sse haben wir noch keinem mobilen H\u00f6rer entlocken k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich bringt das Ger\u00e4t auch Frische und Obertonglanz ins Spiel, aber eher im Stil der feinen englischen Art: Schrille T\u00f6ne liegen ihm nicht so sehr. Seine ganz besonderen Talente liegen un\u00fcberh\u00f6rbar in den Disziplinen Wucht und Volumen: Kontrab\u00e4sse schrummen mit glaubw\u00fcrdiger Gr\u00f6\u00dfe, Bass Drums schleudern heftigste Druckwellen in den virtuellen Raum. Von dieser Abstimmung profitieren, finden wir, Freunde von Rockgewittern ebenso wie Anh\u00e4nger klassischer Werke: Die kleinen H\u00f6rer verleihen dem Konzert einfach Kraft und Gr\u00f6\u00dfe. Viel weniger allerdings haben wir auch nicht erwartet.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/audio-video\/in-ear-hoerer-ue-18-pro-von-ultimate-ears-vier-wege-zwoelf-stimmen-starker-auftritt-12738678.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/audio-video\/in-ear-hoerer-ue-18-pro-von-ultimate-ears-vier-wege-zwoelf-stimmen-starker-auftritt-12738678.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Profi-Ausstatter baut In-Ear-H\u00f6rer, an denen auch das Publikum Spa\u00df hat. 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