{"id":21825,"date":"2014-01-09T13:35:01","date_gmt":"2014-01-09T13:35:01","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=21825"},"modified":"2014-01-09T13:35:01","modified_gmt":"2014-01-09T13:35:01","slug":"autos-im-internet-nicht-zwangslaufig-billiger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=21825","title":{"rendered":"Autos im Internet nicht zwangsl\u00e4ufig billiger"},"content":{"rendered":"<p>Daimler hat es einmal probiert, Daimler hat damit begonnen: Immer \u00f6fter werden Neuwagen im Internet angeboten. In der Praxis kann der traditionelle Handel die Schn\u00e4ppchen im Netz aber h\u00e4ufig durchaus schlagen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>19.900 Euro f\u00fcr einen fabrikneuen Volvo V40 T2, Benziner, Schaltgetriebe, deutsche Ausf\u00fchrung, volle Garantie. Das Angebot aus dem Internet kann sich sehen lassen. Der Hersteller selbst verlangt 2600 Euro mehr. Wenn man sich auf den einschl\u00e4gigen Internet-Portalen wie Mobile.de oder Autoscout24 umsieht, kann man rasch den Eindruck gewinnen, dass nirgendwo Neuwagen g\u00fcnstiger angeboten werden. Das kann tats\u00e4chlich zutreffen, wenn etwa Agenturen \u00fcber diese Portale Autos von solchen H\u00e4ndlern vermarkten, die die vom Hersteller vorgegebenen Absatzzahlen noch nicht erreicht haben. Die m\u00fcssen H\u00e4ndler aber schaffen, wenn sie die damit verbundenen Bonuszahlungen f\u00fcr alle von ihnen verkauften Autos nicht verlieren wollen.<\/p>\n<p>Im Fall des Volvos der Golf-Klasse tr\u00fcgt allerdings der Eindruck, die Netzplattform sei der g\u00fcnstigste Weg zum neuen Wagen. F\u00fcr 19.900 Euro bietet beispielsweise auch der Wiesbadener Volvo-Vertragsh\u00e4ndler Haese den kompakten V40 an, mit derselben Motorisierung wie die Netzkonkurrenz, aber mit einer umfangreicheren Ausstattung inklusive Leichtmetall- statt Stahlfelgen und nobler Audioanlage. Die \u00dcberf\u00fchrungs- und Zulassungskosten \u00fcbernimmt das Familienunternehmen, das seit 40 Jahren am Markt ist, auch noch. Alles in allem ergibt sich so ein Preisvorteil von mehr als 4200 Euro f\u00fcr den Kunden. Um das Angebot der Kundschaft n\u00e4herzubringen, nutzt freilich auch Haese den eigenen Internet-Auftritt.<\/p>\n<h2>Der pers\u00f6nliche Kontakt<\/h2>\n<p>Seniorchef Horst Haese ist sich sicher, dass K\u00e4ufer in aller Regel auch bei den klassischen station\u00e4ren H\u00e4ndlern \u00e4hnlich attraktive Angebote finden, wie sie auf den Internetplattformen zu entdecken sind. Eine echten Kundenbindung, die f\u00fcr beide Seiten von Vorteil sei, bilde sich ohnehin nur im pers\u00f6nlichen Kontakt. Sie aber mache sich am Ende auch f\u00fcr den Kunden bezahlt, beispielsweise durch unentgeltliche Dienstleistungen wie den Hol- und Bringservice.<\/p>\n<p>Jochen Steinbach, der ein Renault- und Dacia-Autohaus in Frankfurt betreibt, sieht die Konkurrenz im Internet pragmatisch. Wenn etwa ein Frankfurter ein Auto kaufen wolle und das Modell von einer Agentur in Berlin ein paar hundert Euro g\u00fcnstiger angeboten werde, dann n\u00fctze das dem Kunden am Ende nicht viel, sagt er. Der Zeit- und Reiseaufwand zehre den Preisvorteil in aller Regel auf. Bei seiner zweiten Marke Dacia sind Steinbach zufolge die Preise ohnehin \u00fcberall fast identisch. Der Kauf via Internet k\u00f6nne f\u00fcr einzelne Kunden allenfalls dann sinnvoll sein, wenn irgendwo genau das Modell mit der gew\u00fcnschten Ausstattung angeboten werde, das der \u00f6rtliche H\u00e4ndler nicht beschaffen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>F\u00fcr Kaufwillige taugt das Internet derzeit zumindest daf\u00fcr, sich mehr \u00dcbersicht \u00fcber die Preise und vielleicht gelegentlich ein automobiles Schn\u00e4ppchen zu verschaffen. F\u00fcr den station\u00e4ren Handel kann es allerdings durchaus noch zu einer Bedrohung werden. Dann n\u00e4mlich, wenn die gro\u00dfen Autobauer ihre Fahrzeuge \u00fcber eigene Internetplattformen vertreiben, ohne dabei die H\u00e4ndler einzubinden. Als BMW im vergangenen Jahr von entsprechenden Pl\u00e4nen berichtete, hagelte es denn auch Proteste der H\u00e4ndler, die ohnehin schon \u00fcber zu geringe Renditen klagen. Ungeachtet dessen wird nun zumindest der neue Elektro-BMW i3 via Netz vertrieben. Die Branche konnte mit dem Absatz von Neuwagen zuletzt nicht zufrieden sein (siehe Grafik), sie sucht neue Wege zur Absatzsteigerung. Vor allem beim Kampf um junge Kunden setzt nun auch Mercedes auf das Internet. Die Schwaben betreiben dies umfassender als BMW mit der Plattform connection-online.mercedes-benz.com. Dabei wird zwar nicht die ganze Produktpalette angeboten, aber immerhin alle Modellreihen, die f\u00fcr die junge Zielgruppe relevant sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<h2>F\u00fcr Opel ein alter Hut<\/h2>\n<p>Nach Ansicht von J\u00fcrgen Karpinski, Pr\u00e4sident des hessischen Kraftfahrzeuggewerbes und Chef der Frankfurter Auto-Schmitt-Gruppe, ist die Vermarktung \u00fcber das Internet dann nicht bedenklich, wenn die Hersteller die H\u00e4ndler einbinden. Dann sei das in heutiger Zeit sogar ein logischer Schritt, sagt er. Allerdings ist Karpinski sicher, dass das Gros der Kunden ein Auto auch in Zukunft eben nicht wie eine CD oder \u00e4hnliche Dinge \u00fcber das Internet kaufen werde. Der Kunde wolle die Farbe eines Autos in Wirklichkeit sehen, nicht nur am Bildschirm. Er wolle das Auto bei der Probefahrt sp\u00fcren, und er wolle am Ende auch die Sicherheit haben, dass das Auto von Fachleuten gewartet werde. Das alles k\u00f6nne ein H\u00e4ndler aber nur dann leisten, wenn der Hersteller ihm die M\u00f6glichkeit gebe, die Kosten f\u00fcr Vorf\u00fchrwagen, Werkst\u00e4tten und sonstige Dienstleistungen auch in Zukunft zu erwirtschaften.<\/p>\n<p>Eine Steigerung der Margen der Hersteller durch den Internetvertrieb auf Kosten der H\u00e4ndler k\u00f6nne am Ende nicht funktionieren. F\u00fcr Opel ist die Vermarktung im Netz gewisserma\u00dfen ein alter Hut, wie ein Sprecher wissen l\u00e4sst. Mit dem Kleinwagen Corsa habe man das vor Jahren schon einmal versucht. Besonders vielversprechend ist der Test wohl nicht verlaufen. Jedenfalls setzen die R\u00fcsselsheimer bei ihrer Aufholjagd nach schweren Jahren weiter voll auf H\u00e4ndler.<\/p>\n<p>Ferdinand Dudenh\u00f6ffer, Professor f\u00fcr Automobilwirtschaft an der Universit\u00e4t Duisburg-Essen, h\u00e4lt es dennoch f\u00fcr m\u00f6glich, dass die gro\u00dfen Autokonzerne auf mittlere Sicht einen eigenen Internetvertrieb aufbauen, dabei allerdings die H\u00e4ndler beteiligen. F\u00fcr kleinere mittelst\u00e4ndische Autoh\u00e4user seien die Vertriebsvorgaben der Autobauer ohnedies schon heute kaum mehr zu erf\u00fcllen. F\u00fcr sie empfehle es sich, auf Wartung und Dienstleistung zu setzen, statt viel Kapital aufzuwenden, etwa f\u00fcr eine Vorf\u00fchrwagenflotte, nur um am Ende doch geringe Margen beim Neuwagenverkauf zu erzielen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/aufwand-zehrt-ersparnis-auf-autos-im-internet-nicht-zwangslaeufig-billiger-12743490.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/aufwand-zehrt-ersparnis-auf-autos-im-internet-nicht-zwangslaeufig-billiger-12743490.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Daimler hat es einmal probiert, Daimler hat damit begonnen: Immer \u00f6fter werden Neuwagen im Internet angeboten. 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