{"id":21823,"date":"2014-01-09T18:29:23","date_gmt":"2014-01-09T18:29:23","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=21823"},"modified":"2014-01-09T18:29:23","modified_gmt":"2014-01-09T18:29:23","slug":"grunderzeit-beim-fernbusverkehr-halt-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=21823","title":{"rendered":"Gr\u00fcnderzeit beim Fernbusverkehr h\u00e4lt an"},"content":{"rendered":"<p>Noch v\u00f6llig unbekannte Unternehmen bestimmen den Markt f\u00fcr den Fernbusverkehr. Das Angebot ist gro\u00df. Am Knotenpunkt Frankfurt kommt es regelm\u00e4\u00dfig zum Durcheinander an der S\u00fcdseite des Hauptbahnhofs.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ausgerechnet die Pioniere haben sich \u00fcberrollen lassen. Wie hatte die Deutsche Touring darum gek\u00e4mpft, einen Linienverkehr innerhalb Deutschlands aufzubauen. Wie hatten sich die Manager im Unternehmen gefreut, als ihre Busse wenigstens in der Nacht von Frankfurt nach Hamburg fahren durften \u2013 tags\u00fcber wurde es ihnen untersagt. Wie hatten sie sich ge\u00e4rgert, als ihnen die Deutsche Bahn verbieten wollte, zus\u00e4tzlich einen Linienverkehr zwischen Frankfurt und Dortmund einzurichten. Doch seit dem 1.Januar 2013, an dem die Fesseln f\u00fcr den Omnibusfernverkehr innerhalb Deutschlands gefallen sind, h\u00e4lt sich die Deutsche Touring, die ihren Sitz am Rebstock in Frankfurt hat, zur\u00fcck. Sie f\u00e4hrt weiterhin nahezu ausschlie\u00dflich ins Ausland, vorzugsweise auf den Balkan.<\/p>\n<p>Und so bestimmen vor Jahresfrist noch v\u00f6llig unbekannte Unternehmen den Markt, auf dem nach wie Gr\u00fcnderzeitstimmung herrscht. Frankfurt ist binnen weniger Monate zum Knotenpunkt eines f\u00fcr Deutschland neuen Verkehrsangebots geworden: Wer will, kann von der S\u00fcdseite des Hauptbahnhofs mit dem Linienbus nicht nur in Metropolen wie Hamburg, Berlin und M\u00fcnchen reisen, sondern auch nach Speyer, Schwetzingen und Kaiserslautern. Die Faustregel: Fahrten mit dem Omnibus dauern l\u00e4nger als mit der Eisenbahn. Daf\u00fcr sind sie aber billiger.<\/p>\n<h2>Preisen bleiben nicht so billig<\/h2>\n<p>Die Deutsche Bahn hat bisher nicht erkennbar auf die neue Herausforderung reagiert. Man werde sich bei der Bilanz-Pressekonferenz des Konzerns am 21.M\u00e4rz dazu \u00e4u\u00dfern, hei\u00dft es. Etwas anders sieht es bei den Mitfahrzentralen aus. Das Unternehmen Carpooling, das unter anderem die Internetplattform <i>mitfahrgelegenheit.de<\/i> betreibt, k\u00fcndigte Mitte Dezember eine gro\u00dfe Plakatkampagne an und f\u00fchlte sich zu dem Hinweis bem\u00fc\u00dfigt, dass das Mitfahren in einem anderen Auto nach wie vor die billigste M\u00f6glichkeit sei, durch Deutschland zu kommen. \u201eEine Fahrt im Fernbus kostet im Durchschnitt neun Cent pro Kilometer, eine Mitfahrgelegenheit nur sechs Cent.\u201cTats\u00e4chlich sind mit der Liberalisierung des Fernbusmarktes weder die Mitfahrb\u00f6rsen zusammengebrochen, noch fahren die ICE leer durchs Land. So kann man zum Beispiel an einem Freitag f\u00fcr eine Fahrt von Frankfurt nach M\u00fcnchen zwar zwischen etwa 15 Busverbindungen w\u00e4hlen, doch die Deutsche Bahn bietet ungef\u00e4hr 30 Verbindungen, und jeder ICE fasst ein Vielfaches der Fahrg\u00e4ste, die in einen Omnibus passen.<\/p>\n<p>Die Fahrt nach M\u00fcnchen kostet, wenn man zwei Wochen im voraus bucht, bei den verschiedenen Omnibus-Unternehmen gerade einmal zwischen 18 und 21 Euro. Die Deutsche Bahn verlangt als Sparpreis 29 Euro, im Regelfall aber deutlich mehr. Bei den \u00e4u\u00dferst niedrigen Preisen f\u00fcr eine Busfahrt wird es jedoch kaum bleiben, wenn sich der Markt erst konsolidiert hat und einige Teilnehmer ausgeschieden sind, womit alle rechnen.<\/p>\n<h2>Busse f\u00fcr vermeintliche Gruppenreise<\/h2>\n<p>Dass die Deutsche Touring aus Frankfurt schon jetzt nicht dabei ist, liegt an einem der Eigent\u00fcmer der GmbH. Ungef\u00e4hr ein F\u00fcnftel der Anteile geh\u00f6rt dem britischen Unternehmen National Express, das selbst mit der Marke City2city in den deutschen Markt eingestiegen ist. So bleibt der Deutschen Touring blo\u00df, deren Tickets zu verkaufen.<\/p>\n<p>Auch ein zweites Busunternehmen aus dem Rhein-Main-Gebiet, das wie die Deutsche Touring zun\u00e4chst ganz vorne dabei war, wurde schlie\u00dflich doch auf die Pl\u00e4tze verwiesen: die von drei Studenten gegr\u00fcndete Dein Bus.de GmbH mit ihrer Zentrale in Offenbach. Sie hatte schon vor der Liberalisierung Schlagzeilen gemacht, als sie Linienverkehr so organisierte, dass jede Fahrt f\u00fcr sich genommen so aussah wie eine Gruppenreise. Solcher Gelegenheitsverkehr war aber auch damals nicht verboten, w\u00e4hrend Linienverkehr bis 2012 nur zul\u00e4ssig war, wenn er die Deutsche Bahn nicht st\u00f6rte.<\/p>\n<h2>Fahrer m\u00fcssen allerhand leisten<\/h2>\n<p>Dass sich die drei Studenten tats\u00e4chlich postwendend in einem Rechtsstreit mit dem Staatskonzern wiederfanden, brachte ihnen viel Sympathie ein \u2013 bessere Startbedingungen verschaffte es ihnen nicht. Man wachse nicht so schnell wie andere, daf\u00fcr aber stetig, hei\u00dft es aus der Offenbacher Zentrale. Als Marktf\u00fchrer mit einem Anteil von ungef\u00e4hr vier Zehnteln gilt die Mein Fernbus GmbH aus Berlin. Auf Platz zwei folgt die Deutsche Bahn selbst, die schon seit eh und je nicht nur auf der Schiene unterwegs war- zu den Omnibusmarken des Konzerns z\u00e4hlt Berlinlinienbus. Das Angebot von ADAC und Deutscher Post ist zwar mit Get\u00f6se gestartet, hat jedoch zu den Branchengr\u00f6\u00dfen noch nicht aufgeschlossen.<\/p>\n<p>Bisher ist das Fernbusnetz sehr auf die gro\u00dfen St\u00e4dte ausgerichtet. Au\u00dfer in Frankfurt halten im Rhein-Main-Gebiet lediglich noch Omnibusse in Mainz, Wiesbaden, Darmstadt und Bensheim. W\u00e4hrend andere Orte weiterhin links liegen gelassen werden, herrscht an der S\u00fcdseite des Frankfurter Hauptbahnhofs ein gro\u00dfes Durcheinander. Die Busse dr\u00e4ngeln sich dort an den B\u00fcrgersteigen, von modernen Abfahrtshaltestellen, auch nur einem Regenschutz, gar einem Omnibusbahnhof kann keine Rede sein. Er wird allenfalls dann Wirklichkeit, wenn der gro\u00dfe Parkplatz einmal bebaut wird \u2013 ein Projekt, \u00fcber das seit Jahrzehnten im Rathaus geredet wird. Dort hei\u00dft es immerhin, \u00fcber eine Zwischennutzung des heutigen Parkplatzes w\u00fcrden Gespr\u00e4che mit dessen Betreiber gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Gewerkschaften halten sich mit Kritik am Omnibusfernverkehr bisher zur\u00fcck. Man macht sich zwar Sorgen um die Lenkzeiten, doch eine allgemeine Fahrerknappheit sichert zumindest die L\u00f6hne- gezahlt w\u00fcrden 2000 bis 2400 Euro brutto, hei\u00dft es. Daf\u00fcr m\u00fcssen die Fahrer allerhand leisten, manchmal sogar W\u00fcrstchen und Cola verkaufen. Ein Lokomotivf\u00fchrer w\u00fcrde sich das sch\u00e4rfstens verbitten. Noch ein Unterschied zwischen Bus und Bahn.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/pioniere-ueberrollt-gruenderzeit-beim-fernbusverkehr-haelt-an-12745049.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/pioniere-ueberrollt-gruenderzeit-beim-fernbusverkehr-haelt-an-12745049.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch v\u00f6llig unbekannte Unternehmen bestimmen den Markt f\u00fcr den Fernbusverkehr. Das Angebot ist gro\u00df. 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