{"id":21815,"date":"2014-01-08T09:58:03","date_gmt":"2014-01-08T09:58:03","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=21815"},"modified":"2014-01-08T09:58:03","modified_gmt":"2014-01-08T09:58:03","slug":"intel-will-nicht-wieder-etwas-verpassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=21815","title":{"rendered":"Intel will nicht wieder etwas verpassen"},"content":{"rendered":"<p>Der Halbleiterkonzern leidet unter seiner schwachen Position im Smartphone-Gesch\u00e4ft. Der neue Vorstandsvorsitzende Brian Krzanich nimmt sich nun die n\u00e4chsten Zukunftsm\u00e4rkte vor &#8211; und zeigt sich offen f\u00fcr Partner die nicht Mircrosoft hei\u00dfen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der amerikanische Halbleiterhersteller Intel blickt auf ein turbulentes Jahr zur\u00fcck. Im Fr\u00fchjahr wechselte das Unternehmen die F\u00fchrung aus, Brian Krzanich r\u00fcckte auf den Posten des Vorstandsvorsitzenden und ersetzte Paul Otellini. Krzanich \u00fcbernahm einen Konzern auf Schrumpfkurs, der in der Vergangenheit feststeckte. Das wichtigste Einsatzgebiet der Intel-Mikroprozessoren, Personalcomputer wie Laptops und Desktop-Rechner, ist zu einem Krisenmarkt geworden. Die heutigen Wachstumsfelder mobiler Ger\u00e4te wie Smartphones und Tabletcomputer hat Intel dagegen zu sp\u00e4t und nicht beherzt genug erschlossen, und der Konzern l\u00e4uft jetzt einem R\u00fcckstand auf Konkurrenten wie Qualcomm hinterher. Die Vers\u00e4umnisse des Unternehmens hat Krzanich nach seinem Antritt auch freim\u00fctig zugegeben.<\/p>\n<p>Jetzt hat er bei seinem bislang gr\u00f6\u00dften Auftritt als Intel-Chef Entschlossenheit verbreitet, nicht wieder etwas zu verpassen. Krzanich bestritt am Montagabend die Er\u00f6ffnungsrede der CES und hatte damit den prominentesten Rednerplatz, den die Messe zu bieten hat. Er versuchte, das Publikum zu \u00fcberzeugen, dass Intel anders als im Smartphone-Gesch\u00e4ft wieder eine tonangebende Rolle spielen kann, wenn es um die n\u00e4chsten Zukunftsm\u00e4rkte geht. Und er zeigte sich offen f\u00fcr neue Partnerschaften jenseits der traditionell engen Verbindung von Intel zum Softwarekonzern Microsoft.<\/p>\n<h2>Computer nehmen andere Formen an als bisher<\/h2>\n<p>Vernetzung und am K\u00f6rper tragbare elektronische Ger\u00e4te (\u201eWearables\u201c), zwei der zentralen Themen auf der CES, spielten auch bei Krzanich eine gro\u00dfe Rolle. Der Intel-Chef beschrieb \u201eeine neue \u00c4ra\u201c, in der Computer ganz andere Formen als bisher annehmen. Computer seien nicht mehr nur etwas, das man \u201eauf dem Tisch stehen hat, in der Hand h\u00e4lt oder in der Hosentasche hat\u201c. Krzanich stellte eine ganze Reihe von \u201eWearables\u201c vor, darunter Kopfh\u00f6rer, die mit Sensoren am Ohr den Puls messen. Auch eine Computeruhr gab es zu sehen. Krzanich hob deren \u201eGeofencing\u201c-Funktion hervor, die zum Beispiel Eltern benachrichtigen kann, wenn ihre Kinder auf dem Weg zur Schule von der vorgesehenen Route abweichen. Intel nennt diese Produkte \u201eReferenzdesigns\u201c, was den Schluss nahelegt, dass der Konzern sie nicht selbst vermarkten will, sondern auf Partner hofft. Auf Kooperationen zielt Intel auch mit dem Minicomputer \u201eEdison\u201c ab, der die Form einer Speicherkarte hat. Krzanich demonstrierte, wie der Computer in Babykleidung integriert werden kann, zum Beispiel um die Atmung des Kindes zu messen. Krzanich k\u00fcndigte mit Blick auf Wearables au\u00dferdem Partnerschaften mit dem amerikanischen Modedesignerverband sowie einigen Modeh\u00e4ndlern an. Offenbar ist sich Intel bewusst, dass zu den gr\u00f6\u00dften Kritikpunkten an vielen bisherigen \u201eWearables\u201c deren Aussehen geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Smartphones tauchten in der Rede von Krzanich so gut wie gar nicht auf. Damit lie\u00df der Intel-Chef einen der gr\u00f6\u00dften momentanen Schwachpunkte des Konzerns au\u00dfen vor. \u00dcber Tabletcomputer sprach er aber schon. Dabei konzentrierte er sich auf Kombinationsger\u00e4te, die sich von Laptops in Tablets verwandeln lassen.<\/p>\n<h2>Allianz mit dem taiwanischen Hersteller Asus<\/h2>\n<p>Zusammen mit dem taiwanischen Computerhersteller Asus hat Intel f\u00fcr solche Ger\u00e4te eine Allianz geschmiedet, die Z\u00fcndstoff birgt. Intel und Asus zeigten ein Ger\u00e4t, das nicht nur eine Mischung aus Laptop und Tablet ist, sondern zus\u00e4tzlich auch Betriebssysteme kombiniert. Der Rechner l\u00e4uft sowohl mit Windows von Microsoft als auch mit der zu Google geh\u00f6renden Software Android. Die Nutzer k\u00f6nnen per Tastendruck von Windows zu Android und wieder zur\u00fcck wechseln, das Umschalten dauert nur wenige Sekunden. Die Hereinnahme von Android bringt Nutzern unter anderem den Vorteil, dass sie dadurch Zugang zu einer gr\u00f6\u00dferen Zahl von Softwareanwendungen (\u201eApps\u201c) bekommen. Dass Windows sich auf diesem Ger\u00e4t den Platz mit Android teilen muss, ist ein weiteres Signal daf\u00fcr, wie sich das einst so enge und unter dem Namen \u201eWintel\u201c bekannte B\u00fcndnis zwischen Microsoft und Intel gelockert hat. Umgekehrt arbeitet auch Microsoft seit einiger Zeit verst\u00e4rkt mit anderen Chipherstellern als Intel zusammen.<\/p>\n<p>Zum Schluss seiner Rede griff Krzanich noch ein Menschenrechtsthema auf, das die ganze Branche besch\u00e4ftigt. Rohstoffe, die in elektronischen Produkten eingesetzt werden, kommen oft aus der von einem B\u00fcrgerkrieg ersch\u00fctterten Demokratischen Republik Kongo. Der Krieg wird zum Teil aus dem Handel mit diesen Mineralien finanziert. Wie Krzanich sagte, hat Intel sichergestellt, dass in diesem Jahr jeder einzelne Mikroprozessor \u201ekonfliktfrei\u201c ist, also dass in der Produktion keine Rohstoffe zum Einsatz kommen, die den Konflikt in dem Land finanzieren. Krzanich forderte den Rest der Elektronikindustrie auf, sich der Initiative von Intel anzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/ces-2014-intel-will-nicht-wieder-etwas-verpassen-12741236.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/ces-2014-intel-will-nicht-wieder-etwas-verpassen-12741236.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Halbleiterkonzern leidet unter seiner schwachen Position im Smartphone-Gesch\u00e4ft. 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