{"id":21763,"date":"2014-01-08T17:37:51","date_gmt":"2014-01-08T17:37:51","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=21763"},"modified":"2014-01-08T17:37:51","modified_gmt":"2014-01-08T17:37:51","slug":"deutsche-bank-in-amerika-im-visier-der-aufsicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=21763","title":{"rendered":"Deutsche Bank in Amerika im Visier der Aufsicht"},"content":{"rendered":"<p>Die Ermittler konzentrieren sich erstmals auf Hypothekengesch\u00e4fte von Banken nach dem H\u00f6hepunkt der Finanzkrise. Diesmal geht es um die Preisfindung f\u00fcr die Anleihen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Amerikanische Aufsichtsbeh\u00f6rden ermitteln wegen m\u00f6glichen Betrugs beim Handel mit Hypothekenanleihen in den Jahren 2009 bis 2011 gegen mehrere internationale Gro\u00dfbanken, darunter auch die Deutsche Bank. Das berichtet das \u201eWall Street Journal\u201c in seiner Mittwochsausgabe. Mit dem j\u00fcngsten Vorsto\u00df bekommt die juristische Aufarbeitung der Finanzkrise offenbar eine neue Facette. Erstmals nehmen die Aufseher m\u00f6gliches Fehlverhalten der Banken nach dem H\u00f6hepunkt der Krise im Jahr 2008 unter die Lupe. Bisher hatten sich die Beh\u00f6rden vor allem auf fragw\u00fcrdige Gesch\u00e4ftspraktiken der Banken in den Jahren vor und w\u00e4hrend der Krise konzentriert.<\/p>\n<p>In Amerika werden derzeit zahlreiche Verfahren nach jahrelangen Untersuchungen au\u00dfergerichtlich beigelegt. Erst im Dezember hatte die Deutsche Bank mit einer Strafzahlung von umgerechnet 1,4 Milliarden Euro den Streit mit der amerikanischen Aufsichtsbeh\u00f6rde FHFA beendet. Die Beh\u00f6rde hatte der Deutschen Bank falsche Angaben beim Verkauf von Ramschhypotheken an die Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac vorgeworfen. Mit Hypotheken besicherte Anleihen standen wegen der geplatzten Spekulationsblase auf dem amerikanischen H\u00e4usermarkt im Mittelpunkt der Finanzkrise. Die Deutsche Bank war stark im Gesch\u00e4ft mit diesen Anleihen engagiert.<\/p>\n<p>Bei den neuen Ermittlungen, die sich in einem fr\u00fchen Stadium befinden, geht es um die von Banken f\u00fcr die Papiere verlangten Preise. Im Gegensatz zu Aktienm\u00e4rkten, wo aktuelle Preise f\u00fcr Wertpapiere \u00f6ffentlich sichtbar sind, ist der Markt f\u00fcr Hypothekenanleihen nicht transparent. Potentielle K\u00e4ufer, zu denen Hedgefonds, gro\u00dfe Verm\u00f6gensverwalter oder andere Banken geh\u00f6ren, m\u00fcssen sich h\u00e4ufig auf die Angaben der H\u00e4ndler bei den Kreditinstituten verlassen, um ehrliche Informationen \u00fcber zuvor gezahlte Preise und Geb\u00fchren zu bekommen. W\u00e4hrend und nach der Finanzkrise ist der Handel mit Hypothekenanleihen zudem stark zur\u00fcckgegangen, was die Preisfindung f\u00fcr die Papiere erschwert hat.<\/p>\n<h2>Eine lange Liste von Rechtsrisiken<\/h2>\n<p>Die B\u00f6rsenaufsicht SEC und Sigtarp, der Sonderaufseher f\u00fcr das staatliche Bankenrettungsprogramm Tarp, untersuchen nun, ob H\u00e4ndler bei Banken Papiere zu k\u00fcnstlich \u00fcberh\u00f6hten beziehungsweise gedr\u00fcckten Preisen verkauft oder erworben haben. Sigtarp ist involviert, weil einige der m\u00f6glicherweise betrogenen Institute wegen der Krise staatliche Rettungsgelder erhalten hatten. Neben der Deutschen Bank stehen auch die amerikanischen Banken JP Morgan Chase, Citigroup, Goldman Sachs und Morgan Stanley, die britischen Institute Barclays und Royal Bank of Scotland sowie die Schweizer UBS im Visier der Beh\u00f6rden. Die Aufseher haben unter Strafandrohung Informationen \u00fcber die fraglichen Gesch\u00e4fte angefordert.<\/p>\n<p>Ausgeweitet wurden die Ermittlungen, nachdem im vergangenen Jahr ein ehemaliger Anleiheh\u00e4ndler der Investmentbank Jefferies festgenommen wurde. Die Bundesstaatsanwaltschaft von Connecticut und die SEC werfen dem H\u00e4ndler Betrug vor. Er habe Investoren wiederholt belogen sowie fiktive Gesch\u00e4fte und Preise f\u00fcr Hypothekenpapiere erfunden, um seine Gewinnmarge zu steigern. Im kommenden Monat soll ein Gerichtsverfahren gegen den H\u00e4ndler beginnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Deutsche Bank sind die neuen Ermittlungen ein juristischer R\u00fcckschlag beim Versuch, die Altlasten der Krise zu bereinigen. Nach der Einigung mit der FHFA, hatten die beiden Ko-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und J\u00fcrgen Fitschen \u201eweitere Fortschritte\u201c in diesem Bereich f\u00fcr dieses Jahr angek\u00fcndigt. Die Banker m\u00fcssen eine lange Liste von Rechtsrisiken abarbeiten. Zwar hatte sich Deutschlands gr\u00f6\u00dfte Bank im Dezember mit der EU-Kommission wegen Absprachen bei Referenzzinss\u00e4tzen auf eine Strafe von 725 Millionen Euro verst\u00e4ndigt. Parallele Ermittlungen der Aufsichtsbeh\u00f6rden in den Vereinigten Staaten laufen aber noch. Dar\u00fcber hinaus gibt es verschiedene Klagen von Investoren.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/hypothekengeschaefte-deutsche-bank-in-amerika-im-visier-der-aufsicht-12743089.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/fonds-mehr\/hypothekengeschaefte-deutsche-bank-in-amerika-im-visier-der-aufsicht-12743089.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ermittler konzentrieren sich erstmals auf Hypothekengesch\u00e4fte von Banken nach dem H\u00f6hepunkt der Finanzkrise. 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