{"id":21747,"date":"2014-01-09T18:00:00","date_gmt":"2014-01-09T18:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=21747"},"modified":"2014-01-09T18:00:00","modified_gmt":"2014-01-09T18:00:00","slug":"europas-banken-droht-flut-von-strafen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=21747","title":{"rendered":"Europas Banken droht Flut von Strafen"},"content":{"rendered":"<p>Analysten von JP Morgan sch\u00e4tzen, dass die zahlreichen Finanzskandale europ\u00e4ische Investmentbanken zusammen 21 Milliarden Euro kosten werden. Die Deutsche Bank hat die gr\u00f6\u00dften Risiken.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Skandal um manipulierte Zinss\u00e4tze, milliardenschwere Strafen wegen krummer Gesch\u00e4fte im amerikanischen Hypothekenmarkt, der Verdacht auf illegale Absprachen im Devisenhandel \u2013 die Banken k\u00e4mpfen an so vielen rechtlichen Fronten wie lange nicht mehr. Analysten des amerikanischen Konkurrenten JP Morgan Cazenove sch\u00e4tzen, dass die S\u00fcnden der Vergangenheit allein die sechs f\u00fchrenden europ\u00e4ischen Investmentbanken bis Ende n\u00e4chsten Jahres insgesamt 21,1 Milliarden Euro kosten werden. Bisher habe die Mehrzahl der Institute daf\u00fcr in ihren Bilanzen nicht ausreichend Vorsorge getroffen. Es drohen weitere Belastungen in Milliardenh\u00f6he.<\/p>\n<p>Ganz oben auf der Liste von Europas Finanzs\u00fcndern steht nach dem Urteil der Analysten die Deutsche Bank: Der deutsche Branchenprimus hat erst kurz vor Weihnachten in den Vereinigten Staaten eine Strafzahlung von 1,4 Milliarden Euro wegen verlustreicher Hypothekenanleihen aufgebrummt bekommen. Anfang Dezember hatte schon die EU-Kommission sechs europ\u00e4ische und amerikanische Gro\u00dfbanken eine Rekordgeldbu\u00dfe auferlegt, weil sie jahrelang die Libor- und Euriborzinss\u00e4tze im internationalen Kreditgesch\u00e4ft manipuliert haben. Die h\u00f6chste Rechnung musste mit 725 Millionen Euro die Deutsche Bank begleichen.<\/p>\n<h2>Jain und Fitschen unter Druck<\/h2>\n<p>Die Ermittlungen in Europa und den Vereinigten Staaten gehen weiter. Der Aufwand f\u00fcr Strafen und Vergleiche werde sich deshalb bei der Frankfurter Gro\u00dfbank bis 2015 auf insgesamt 6,5 Milliarden Euro summieren, warnt JP Morgan. Nur dem britischen Konkurrenten Barclays drohen mit 6,4 Milliarden Euro \u00e4hnlich hohe Kosten. Die Belastungen durch die Skandale k\u00f6nnten bei der Deutschen Bank in den drei Gesch\u00e4ftsjahren bis Ende 2015 den Konzerngewinn um mehr als ein Drittel zu schm\u00e4lern. JP Morgan sch\u00e4tzt, dass das Institut in den kommenden beiden Jahren weitere R\u00fcckstellungen von 2 Milliarden Euro f\u00fcr die Bereinigung der Skandale bilden muss. Auch bei der Schweizer UBS und bei Barclays rechnen die Analysten mit hohen zus\u00e4tzlichen Kosten.<\/p>\n<p>Trotz der gro\u00dfen Rechtsrisiken h\u00e4lt JP Morgan die Aktien der europ\u00e4ischen Investmentbanken f\u00fcr unterbewertet. Die bef\u00fcrchteten weiteren Zahlungen seien in den Aktienkursen mittlerweile \u201eeingepreist\u201c, glaubt der Analyst Abouhossein. 2013 schnitten die europ\u00e4ischen Investmentbanken an der B\u00f6rse viel schlechter ab als die Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten: Der Aktienkurs der Deutschen Bank stieg um rund 2 Prozent, der von Barclays um 5 Prozent. Die Aktion\u00e4re des amerikanischen Konkurrenten Morgan Stanley konnten sich dagegen \u00fcber einen Kursgewinn von 62 Prozent freuen. Das Papier von Goldman Sachs legte um 30 Prozent zu.<\/p>\n<p>Bei der Deutschen Bank geraten die beiden Ko-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und J\u00fcrgen Fitschen immer st\u00e4rker unter Druck: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/vorwurf-finanzaufsicht-deutsche-bank-hat-libor-affaere-nicht-angemessen-aufgearbeitet-12738055.html\">Die deutsche Finanzaufsichtsbeh\u00f6rde Bafin attestiert der F\u00fchrungsriege mangelnden Aufkl\u00e4rungswillen<\/a>. Jain war fr\u00fcher lange Jahre f\u00fcr das Anleihe- und Devisengesch\u00e4ft verantwortlich, das die Ermittler nun durchleuchten. Wegen des Libor-Skandals hat im Jahr 2012 schon der damalige Barclays-Chef Bob Diamond seinen Posten verloren. Fitschen wiederum ist in den langwierigen Rechtsstreit um die Pleite des M\u00fcnchner Medienkonzerns Kirch verstrickt.<\/p>\n<h2>Trost f\u00fcr Aktion\u00e4re<\/h2>\n<p>Brisant k\u00f6nnten f\u00fcr die Bankenbranche in den kommenden Jahren vor allem die Untersuchungen der Aufsichtsbeh\u00f6rden im Devisenmarkt werden. \u201eDa haben wir derzeit die gr\u00f6\u00dften rechtlichen Bedenken\u201c, sagt Kian Abouhossein, Bankenexperte von JP Morgan. Seit dem vergangenen Jahr laufen auf beiden Seiten des Atlantiks Ermittlungen zu dubiosen Preisspr\u00fcngen im W\u00e4hrungshandel. Die Deutsche Bank ist in diesem Gesch\u00e4ft etwa gleichauf mit der amerikanischen Citigroup das f\u00fchrende Kreditinstitut. Die Bafin sieht bisher keine Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass H\u00e4ndler deutscher Banken an den vermuteten Devisentricksereien beteiligt waren.<\/p>\n<p>Ein Trost zumindest bleibt den Aktion\u00e4ren der gebeutelten europ\u00e4ischen Banken: Amerikanische Kreditinstitute werden noch sehr viel st\u00e4rker zur Kasse gebeten. Seit dem Sommer 2012 hat allein der Marktf\u00fchrer JP Morgan Strafen von umgerechnet mehr als 18 Milliarden Euro bezahlt. Erst am Montag wurde bekannt, dass der Konzern als Hausbank des verurteilten Finanzbetr\u00fcgers Bernard Madoff umgerechnet knapp 1,5 Milliarden Euro Strafe zahlen muss. Die Nummer zwei, Bank of America, kosteten die Fehltritte der vergangenen Jahre bisher sogar rund 37 Milliarden Euro.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktien\/folge-der-finanzskandale-europas-banken-droht-flut-von-strafen-12744856.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktien\/folge-der-finanzskandale-europas-banken-droht-flut-von-strafen-12744856.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Analysten von JP Morgan sch\u00e4tzen, dass die zahlreichen Finanzskandale europ\u00e4ische Investmentbanken zusammen 21 Milliarden Euro kosten werden. 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