{"id":21512,"date":"2014-01-05T12:22:53","date_gmt":"2014-01-05T12:22:53","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=21512"},"modified":"2014-01-05T12:22:53","modified_gmt":"2014-01-05T12:22:53","slug":"endlich-mal-gelande-wagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=21512","title":{"rendered":"Endlich mal Gel\u00e4nde wagen"},"content":{"rendered":"<p>Gel\u00e4ndeuntersetzung, Differentialsperren, Allradantrieb &#8211; nur mit einem perfekt ausgestatteten Gel\u00e4ndewagen kann die Abenteuerlust befriedigt werden. Ein Training kann dennoch nicht schaden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Auch ein acht Jahre alter VW Touareg V6 besitzt die Attribute eines Alles\u00fcberwinders. Denn dank Untersetzungsgetriebe und Hinterachssperre k\u00f6nnte der Volkswagen Gebirge und W\u00fcsten unter die R\u00e4der nehmen. Im braven Alltagsbetrieb als Gesch\u00e4ftsfahrzeug wird die aufwendige Allradtechnik allerdings nicht ben\u00f6tigt. Besitzer Michael Sauer geht es so wie mehr als 90 Prozent aller Gel\u00e4ndewagenbesitzer. Die Technik ist da, doch sie wird fast nie gebraucht. Allenfalls im Winter, falls mal Schnee liegt, profitiert man vom Allradantrieb.<\/p>\n<p>Doch Sauer und sein treuer Touareg tr\u00e4umen von mehr. Aber einfach so durchs Unterholz bolzen verbietet sich von selbst. Und bevor sich der Inhaber eines Installationsbetriebs mit seinem Dienstwagen auf Abwege begibt, will er es lernen.<\/p>\n<p>Das geht zum Beispiel auf einem abgesperrten Gel\u00e4nde eines Kreidesteinbruchs in W\u00fclfrath bei D\u00fcsseldorf. Dort betreibt das Unternehmen APS sozusagen eine Gel\u00e4ndewagenfahrschule. Auf einer Fl\u00e4che von 120.000 Quadratmetern wurden 800 Tonnen Sand und mehr als 2.500 Tonnen Steine bewegt, um einen einzigartigen Gel\u00e4ndewagenparcours zu erschaffen. So stellt man sich ein Panzer\u00fcbungsgel\u00e4nde vor. Aber niemand muss hier Angst um sein eigenes Blech haben, denn gefahren wird mit aktuellen Gel\u00e4ndewagenmodellen von Land Rover. Und stets ist ein erfahrener Trainer mit an Bord, der die beste Fahrweise erkl\u00e4rt und die notwendigen Sicherheitshinweise gibt.<\/p>\n<p>Aber bevor es losgeht, muss geb\u00fcffelt werden. Im Schulungsgeb\u00e4ude erl\u00e4utert \u201eLead Instructor\u201c Dieter Neldner (mehrfach bei der Camel Trophy dabei gewesen) die Grundlagen moderner Allradtechnik. In verst\u00e4ndlichen Worten und mit Hilfe von Lichtbildern erkl\u00e4rt er Fachbegriffe und geht auf individuelle Fragen ein. F\u00fcr einige \u00fcberraschend ist die Erkenntnis, dass mit einem Simpel-Allradantrieb, wie er in einigen SUV verbaut ist, nicht immer ein Fortkommen im Gel\u00e4nde gew\u00e4hrleistet ist.<\/p>\n<h2>Ein mulmiges Gef\u00fchl in der Magengegend<\/h2>\n<p>So kann es durchaus sein, dass ein solch allradgetriebenes Fahrzeug regungslos verharrt, wenn nur ein einzelnes Rad auf besonders rutschigem Untergrund zum Stehen kommt. Neldner erl\u00e4utert, dass die Motorkraft \u00fcber die Differentiale konstruktionsbedingt immer an die R\u00e4der mit der schlechtesten Bodenhaftung gelangt.<\/p>\n<p>                \t                                                <!--\/\/ End Fullscreen Foto \/\/-->    <\/p>\n<p>Diesem Zustand k\u00f6nnen selbstsperrende Differentiale oder Gel\u00e4ndefahrprogramme entgegenwirken. Am wirksamsten sind aber mechanische Sperren. Gerade deren Einsatz will allerdings gelernt sein. In engen Kurven wirken bei eingelegten Achssperren immense Kr\u00e4fte aufgrund der unterschiedlichen Wege zwischen innerem und \u00e4u\u00dferem Rad. Auf hartem Untergrund beginnen die R\u00e4der zu radieren. Das kann in bestimmten Situationen zum Kontrollverlust \u00fcber das Fahrzeug f\u00fchren, schlimmstenfalls zur Zerst\u00f6rung mechanischer Komponenten. Deshalb werden heutzutage Achssperren nur noch bei wenigen Gel\u00e4ndewagen wie beispielsweise dem Mercedes-Benz G verbaut.<\/p>\n<p>Nach viel Theorie geht es endlich ab ins Gel\u00e4nde. Schon die ersten Meter sorgen f\u00fcr ein mulmiges Gef\u00fchl in der Magengegend. Was auf Bildern und im Wagen dramatisch wirkt, ist in Wirklichkeit harmlos. Bei 35 Grad Seitenneigung scheint das Kippen f\u00fcr die Fahrzeugpassagiere in jedem Moment m\u00f6glich. \u201eWas unser Gef\u00fchl sagt, ist falsch\u201c, erl\u00e4utert Neldner. \u201eTats\u00e4chlich sind mehr als 45 Grad Seitenneigung m\u00f6glich, erst danach wird es kritisch.<\/p>\n<h2>Ein Wasserschlag kann den Motor zerst\u00f6ren<\/h2>\n<p>Wieder in Horizontallage, geht es scharf rechts durch ein Wasserloch, bevor der Land Rover Discovery dem grauverhangenen Himmel entgegenstrebt. Bei eingelegter Allraduntersetzung kriecht der Wagen die Steilstrecke munter empor. Mit einem Stra\u00dfen-SUV w\u00e4re das wegen des fehlenden Untersetzungsgetriebes nicht zu schaffen. \u201eWir bew\u00e4ltigen hier H\u00e4nge mit 110 Prozent Steigung\u201c, sagt Neldner. \u201eWichtig ist immer, den Schwung zu erhalten, um nicht im Hang stehenzubleiben.\u201c Kurz zu den Prozenten: 45 Grad sind 100 Prozent (100 Meter Stra\u00dfe auf 100 H\u00f6henmeter). 200 Prozent w\u00e4re ein Winkel von rund 64 Grad.<\/p>\n<p>                \t                                                <!--\/\/ End Fullscreen Foto \/\/-->    <\/p>\n<p>Oben angekommen, geht es gleich wieder steil nach unten durch verwinkeltes Gel\u00e4uf. Schlammiger Untergrund wechselt ab mit sandigen B\u00f6den. Und jetzt beginnt die elektronische Zauberei. Auf Anweisung des Instruktors w\u00e4hlt der Touareg-Besitzer und Land-Rover-Novize per Schalter das Fahrprogramm \u201eausgefahrene Wege\u201c. Ohne weiteres Zutun bremst die Elektronik das Fahrzeug auf eine angemessen niedrige Geschwindigkeit ein. An einem gras\u00fcberwucherten Abhang ist die Grenze erreicht. Ein Schild warnt vor der Weiterfahrt f\u00fcr Unbefugte. \u201eBei N\u00e4sse kann das hier lebensgef\u00e4hrlich sein.\u201c Wir verweilen einen kurzen Moment, denn von hier oben hat man die beste Aussicht auf das Fahrgel\u00e4nde. \u00c4hnlich einer Modelleisenbahn dr\u00e4ngt sich alles auf engstem Raum. Wir erkennen eine rustikale Holzbr\u00fccke, die \u00fcber ein Blockhaus f\u00fchrt, Steintreppen wechseln sich ab mit Verwindungsstrecken. Eine Fahrzeugwippe steht bereit, um das Balancegef\u00fchl der Probanden zu trainieren, auch Ger\u00f6llg\u00e4rten versprechen Nervenkitzel.<\/p>\n<p>Aber vorher geht es noch zum Schlammteich. Das Lenkrad fest im Griff und mit gleichm\u00e4\u00dfigem Schwung geht es durch das tr\u00fcbe Gew\u00e4sser. Mehr als 80 Zentimeter Wassertiefe vertr\u00e4gt ein Discovery, aber zu schnelle Fahrt kann fatale Konsequenzen haben. Die Gischtfont\u00e4ne sieht dann besonders spektakul\u00e4r aus, aber es droht ein Wasserschlag, der den Motor zerst\u00f6ren kann: Sobald Wasser statt Luft angesaugt wird, ist Schluss mit lustig.<\/p>\n<h2>Auch exotische Off-Road-Reisen werden angeboten<\/h2>\n<p>Zum Abschluss simuliert Neldner die Bedingungen auf winterlichen Stra\u00dfen mittels einer schr\u00e4g stehenden Rollenbahn. Gefahrlos kann man hier die Wirkung des Allradantriebes auf Schnee buchst\u00e4blich erfahren. Mit einem zufriedenen L\u00e4cheln f\u00e4hrt Sauer zur\u00fcck nach Hause, nicht ohne vorher wenigstens ein kurzes St\u00fcck seinen VW abseits der Stra\u00dfen auszuprobieren. Er hat viel gelernt, und es hat ihm gefallen. Jetzt ist er begierig, das Erlernte in die Praxis umzusetzen. Vielleicht schon im Skiurlaub am S\u00fcdhang der Alpen. Dort soll ja m\u00e4chtig Schnee liegen.<\/p>\n<p>Das vom Autor begleitete Training findet nach Voranmeldung in kleinen Gruppen auch an Wochenenden statt. Beginn ist jeweils um 10 Uhr. Gefahren wird bis zum sp\u00e4ten Nachmittag. Der Unkostenbeitrag betr\u00e4gt 435 Euro f\u00fcr eine Einzelperson. Sitzen zwei im Auto, kostet es 515 Euro, zu Dritt 595 Euro. Ein Mittagscatering ist im Preis inbegriffen. Empfehlenswert ist das Training f\u00fcr Unerfahrene, es gibt aber auch Aufbaukurse zur Vertiefung der gewonnenen Kenntnisse. Alle Instruktoren bei APS sind nach strengen Richtlinien zertifiziert und werden in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden auf den neuesten Stand der Fahrzeugtechnik weitergebildet. Den Teilnehmern wird am Ende des Trainings eine Urkunde ausgeh\u00e4ndigt. Neben dem F\u00fchrerschein sollte man wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk mitbringen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zukunft plant APS-Besitzer Dag Rogge auch allgemeine Fahrtrainings mit Stra\u00dfenfahrzeugen. Dazu soll auf dem benachbarten Grundst\u00fcck ein modernes Fahrsicherheitsgel\u00e4nde entstehen. Die Vertr\u00e4ge sind bereits unterzeichnet. Die Bauarbeiten werden in K\u00fcrze beginnen. In Zusammenarbeit mit Land Rover Deutschland bietet Rogge auch gef\u00fchrte Off-Road-Reisen an. Im Programm sind exotische Ziele wie Island und Namibia. Preise und Informationen findet man im Internet unter der Adresse www.landrover-experience.de<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/offroad-endlich-mal-gelaende-wagen-12737485.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/offroad-endlich-mal-gelaende-wagen-12737485.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gel\u00e4ndeuntersetzung, Differentialsperren, Allradantrieb &#8211; nur mit einem perfekt ausgestatteten Gel\u00e4ndewagen kann die Abenteuerlust befriedigt werden. 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