{"id":21134,"date":"2013-12-17T17:20:43","date_gmt":"2013-12-17T17:20:43","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=21134"},"modified":"2013-12-17T17:20:43","modified_gmt":"2013-12-17T17:20:43","slug":"unbemannte-flugzeuge-bis-funf-kilogramm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=21134","title":{"rendered":"Unbemannte Flugzeuge bis f\u00fcnf Kilogramm"},"content":{"rendered":"<p>Drohnen sind l\u00e4ngst im Alltagseinsatz: Sie inspizieren Br\u00fccken und \u00fcberwachen Industrieanlagen. Sie sp\u00fcren bei Gefahrstoffeins\u00e4tzen der Feuerwehr Gase auf und filmen Actionszenen f\u00fcr Sportfilme.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Sie inspizieren Br\u00fccken und \u00fcberwachen Industrieanlagen, sp\u00fcren bei Gefahrstoffeins\u00e4tzen der Feuerwehr Gase auf und filmen Actionszenen f\u00fcr Sportfilme: Gewerblich eingesetzte Drohnen haben sich in den vergangenen Jahren zu Allesk\u00f6nnern entwickelt. Jetzt sollen Drohnen auch noch den Paketbrieftr\u00e4ger spielen. Das haben in den vergangenen Tagen die Prototypen von DHL und Amazon gezeigt, auch UPS scheint Interesse an dieser Technik zu haben. Steckt dahinter mehr als \u00d6ffentlichkeitsarbeit und T\u00fcftelei?<\/p>\n<p>Immerhin will der australische Fachbuchverleih Zookal bereits ab M\u00e4rz in Sydney seine Schwarten per Drohne in die Studentenbuden liefern. Das, so hei\u00dft es auf der anderen Seite des Erdballs, w\u00e4re der erste erfolgreiche kommerzielle Einsatz von ferngesteuerten Flugger\u00e4ten \u00fcberhaupt. Und Amazon zeigt sich zuversichtlich, dass in vier bis f\u00fcnf Jahren die ersten Pakete als Luftpost zum Endkunden gelangen. Wo und wie genau das geschehen wird, dar\u00fcber darf man spekulieren.<\/p>\n<h2>Im Direktflug in den Garten des Kunden<\/h2>\n<p>Das Mittel zu diesem Zweck hat spindeld\u00fcrre Beinchen, die einen polyedrischen K\u00f6rper in mattschwarzem Lack tragen. Aus diesem Rumpf ragen acht Arme mit Rotoren: Das Ding sieht aus, wie wir uns den Couchtisch an Bord eines Klingonen-Raumschiffs vorstellen. Im Werbevideo des Online-H\u00e4ndlers schnappt sich der Oktokopter am Ende des Sortierbands ein besonders stabil verpacktes Paket und bringt es im Direktflug zum Kunden, wo die Plastikschachtel aus wenigen Zentimeter H\u00f6he im Garten abgeworfen wird.<\/p>\n<p>Filmen durfte Amazon diese sch\u00f6ne neue Welt des Interneteinkaufs aber nicht im amerikanischen Heimatmarkt. Da war die Luftfahrtbeh\u00f6rde Federal Aviation Administration (FAA) vor, die den Einsatz von Drohnen in den Vereinigten Staaten stark einschr\u00e4nkt. Strikt sind auch die juristischen Rahmenbedingungen, mit denen sich die Deutsche Post in der vergangenen Woche arrangieren musste: Der Logistikkonzern testete f\u00fcnf Werktage lang seinen sogenannten Paketkopter, der auf der vierrotorigen Drohne md4-1000 des Herstellers Microdrones aus Siegen basiert.<\/p>\n<p>                \t                                                <!--\/\/ End Fullscreen Foto \/\/-->    <\/p>\n<p>Der Paketkopter transportierte w\u00e4hrend des Versuchs Medikamente aus einer Apotheke in Bonn-Beuel \u00fcber den Rhein hinweg zum Post-Tower nach Bonn. Das Flugger\u00e4t folgte einer am Computer programmierten Route, war aber nicht v\u00f6llig autonom unterwegs. Vielmehr blieb der Quadrokopter stets im Einflussbereich der Fernsteuerung und im Sichtfeld des Piloten &#8211; wie es das Gesetzt vorschreibt. Weil die Flugstrecke f\u00fcr einen einzelnen Steuermann zu gro\u00df war, teilten sich zwei Piloten an beiden Flussufern die Aufgabe.<\/p>\n<p>Das Drohnenprojekt verfolgt die Deutsche Post DHL seit drei Monaten. Konkrete Pl\u00e4ne, den Paketkopter im Regeldienst einzusetzen, gebe es derzeit noch nicht. H\u00f6chstens f\u00fcr Spezialanwendungen wie die Auslieferung eiliger Medikamente oder Zustellungen in unwegsamen Gebieten k\u00f6nne man sich den Einsatz mittelfristig vorstellen. Gerade in Ballungsr\u00e4umen w\u00e4re derzeit der fl\u00e4chendeckende Einsatz von Drohnen auch kaum mit dem Gesetz (in diesem Fall der Luftverkehrsordnung) zu vereinbaren.<\/p>\n<h2>Aufstiegserlaubnis erforderlich<\/h2>\n<p>Denn f\u00fcr den gewerblichen Flugbetrieb mit Drohnen sei eine Aufstiegserlaubnis erforderlich, sagt William Wolfgramm von der Bezirksregierung D\u00fcsseldorf. Die Beh\u00f6rde erteilt diese Genehmigungen f\u00fcr die Regierungsbezirke D\u00fcsseldorf und K\u00f6ln &#8211; zu Letzterem geh\u00f6rt auch Bonn. Unbemannte Flugzeuge bis f\u00fcnf Kilogramm Gesamtgewicht k\u00f6nnen eine zwei Jahre lang g\u00fcltige Allgemeinerlaubnis erhalten.<\/p>\n<p>Dazu muss der Betreiber den gewerbsm\u00e4\u00dfigen Charakter der Fl\u00fcge sowie eine ausreichende Versicherung belegen. Zudem verlangt die Beh\u00f6rde den Nachweis der ausreichenden Bef\u00e4higung Bedienung des Ger\u00e4tes, beispielsweise durch ein Zertifikat des Herstellers. Ist die entsprechende Genehmigung erteilt, darf die Drohne nur auf Sicht ferngesteuert werden und maximal 100 Meter hoch fliegen &#8211; mit ausreichendem Sicherheitsabstand zu Menschen und Verkehrswegen.<\/p>\n<p>                \t                                                <!--\/\/ End Fullscreen Foto \/\/-->    <\/p>\n<p>Zudem m\u00fcssen bei Fl\u00fcgen in geschlossenen Ortschaften die Ordnungsbeh\u00f6rden informiert werden. Noch strikter sind die Vorschriften f\u00fcr Drohnen \u00fcber f\u00fcnf Kilogramm Gesamtgewicht, f\u00fcr deren Fl\u00fcge jeweils eine Einzelfallerlaubnis beantragt werden muss, die genau den Flugraum und Start- sowie Landefl\u00e4chen beschreibt.<\/p>\n<p>Einen eifrigen automatischen Flugverkehr zwischen Warenlagern und Kunden schlie\u00dfen diese Regelungen derzeit aus, und eine grundlegende \u00c4nderung ist nicht in Sicht. Hingegen gibt es andere Anwendungsbereiche, in denen Drohnen bereits heute gro\u00dfes Potenzial zeigen. \u201eWir machen die Arbeit von Menschen sicherer\u201c, sagt dazu Microdrones-Sprecher Douglas DeMaio: Die Quadrokopter des 2005 gegr\u00fcndeten Herstellers werden f\u00fcr eine gro\u00dfe Bandbreite von Anwendungen in Industrie, Katastrophenschutz und Sicherheit eingesetzt.<\/p>\n<h2>So leicht zu bedienen wie nur m\u00f6glich<\/h2>\n<p>Unter anderem lassen sich mit Drohnen komplexe Anlagen befliegen und auf Sch\u00e4den untersuchen. Auch die Forschung setzt auf solche Ger\u00e4te, sei es bei der Fotogrammetrie von W\u00e4ldern oder der Erstellung hochaufl\u00f6sender dreidimensionaler Gel\u00e4ndedarstellungen. Bauern schlie\u00dflich \u00fcberwachen auf gro\u00dfen Schl\u00e4gen die Entwicklung der Ernte, w\u00e4hrend Feuerwehren und andere Hilfsorganisationen die Drohnen bei gro\u00dfen Eins\u00e4tzen zur Lageeinsch\u00e4tzung verwenden.<\/p>\n<p>Microdrones habe die Steuerung der Flugger\u00e4te m\u00f6glichst einfach ausgelegt, sagt Douglas DeMaio. W\u00e4hrend im Modellflugsport der Reiz gerade darin besteht, die schwierige Steuerung der Hobbyger\u00e4te in den Griff zu bekommen, sollen die Profi-Drohnen so leicht zu bedienen sein wie nur m\u00f6glich. Dazu tr\u00e4gt beispielsweise die Funktion \u201ePosition Hold\u201c bei: Wenn der Pilot die Hand von der Fernbedienung nimmt, stoppt die Drohne und schwebt auf der Stelle. Eine Aufgabe f\u00fcr Laien ist das Steuern der Flugger\u00e4te dennoch nicht.<\/p>\n<p>                \t                                                <!--\/\/ End Fullscreen Foto \/\/-->    <\/p>\n<p>Das gilt besonders f\u00fcr dynamische Filmaufnahmen, die einen der gr\u00f6\u00dften Wachstumsm\u00e4rkte in diesem Segment ausmachen. In Deutschland sieht DeMaio dringenden Bedarf, die gesetzliche Regelung f\u00fcr den Einsatz von Drohnen besser zu kl\u00e4ren: Das Ziel m\u00fcsse es sein, einheitliche Standards beispielsweise hinsichtlich Sendefrequenzen, Signalverschl\u00fcsselung, Flugausbildung und Versicherung zu schaffen. Das d\u00fcrfe nicht den Bundesl\u00e4ndern \u00fcberlassen werden.<\/p>\n<p>Denn f\u00f6rderale Vielfalt in den Vorschriften werde der weiteren Entwicklung der Branche schaden. W\u00e4hrend Drohnen ferngesteuert Br\u00fccken, Windturbinen und Industrieanlagen inspizieren, bleibt der Pakettransport mit diesen Luftfahrzeugen vorerst auf dem Boden. Indes laufen schon Entwicklungen f\u00fcr sich selbst im Raum orientierende Drohnen an der ETH in Z\u00fcrich. Statt sich auf GPS zu verlassen, fliegen diese Multikopter vor allem nach den Signalen von Bordkameras, Neigungs- und Beschleunigungssensoren.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/drohnen-unbemannte-flugzeuge-bis-fuenf-kilogramm-12711434.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/auto-verkehr\/drohnen-unbemannte-flugzeuge-bis-fuenf-kilogramm-12711434.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drohnen sind l\u00e4ngst im Alltagseinsatz: Sie inspizieren Br\u00fccken und \u00fcberwachen Industrieanlagen. 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