{"id":21112,"date":"2013-12-17T17:20:29","date_gmt":"2013-12-17T17:20:29","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=21112"},"modified":"2013-12-17T17:20:29","modified_gmt":"2013-12-17T17:20:29","slug":"kauf-dir-einen-roboter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=21112","title":{"rendered":"Kauf dir einen Roboter"},"content":{"rendered":"<p>Google hat gro\u00dfe Pl\u00e4ne und wird zu einem Hersteller von Robotern. Amazon ist es schon. Das sollte Anbieter von Industrierobotern ebenso interessieren wie Kinder zu Weihnachten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Wir sind die Roboter. Die Gruppe Kraftwerk hat davon schon vor Jahrzehnten gesungen. Die Japaner sind von den kleinen und gro\u00dfen Helferlein schon lange fasziniert. Die Deutschen haben nicht nur ihre eigenen Fabriken unter anderem mit faszinierenden Industrierobotern des Herstellers Kuka vollgestellt. Und jetzt folgt, zumindest mit der Macht der \u00f6ffentlichen Schlagzeilen, die amerikanische Westk\u00fcste, das Silicon Valley. Und wenn Google, Amazon &#038;amp- Co. einsteigen, geht es nat\u00fcrlich nicht um irgendwelche Maschinen, die Windschutzscheiben einsetzen, sondern um Roboter, die so schnell laufen k\u00f6nnen wie die schnellsten L\u00e4ufer der Welt.<\/p>\n<p>Usain Bolt geht allerdings fr\u00fcher die Puste aus als den Maschinen. Paketzusteller werden nie so ausdauernd wie Drohnen sein, Lagerarbeiter bei Amazon nie so effizient wie die Roboter, die der f\u00fchrende Online-H\u00e4ndler der Welt derzeit ebenfalls entwickelt. In diesen Tagen geht es in der Roboterwelt aber vor allem um Google. <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/netzwirtschaft\/kauf-von-boston-dynamics-google-startet-mit-robotern-durch-12711064.html\">Das Unternehmen hat den Kauf des Unternehmens Boston Dynamics abgeschlossen<\/a>. Das noch recht kleine Unternehmen aus Massachusetts ist vor allem daf\u00fcr bekannt, dass es Roboter mit gutem Gleichgewichtssinn entwickelt hat \u2013 und entsprechende Prototypen f\u00fcr das amerikanische Milit\u00e4r. Die Videos, die sich von den entsprechenden Robotern im Internet finden lassen und dort schon sehr viele Fans gefunden haben, sind beeindruckend.<\/p>\n<h2>Keine halben Sachen<\/h2>\n<p>Es ist, wie Google es selbst formuliert, ein \u201eMoonshot\u201c-Projekt, also ein Vorhaben, das \u2013 wie einst die Fahrt zu Mond \u2013 die Grenzen des technisch M\u00f6glichen ausloten soll. \u00d6ffentlich wurde das gesamte Projekt erst vor wenigen Wochen, und geleitet wird es von keinem Geringeren als von Andy Rubin, dem Vater des inzwischen marktf\u00fchrenden Smartphone-Betriebssystems Android, das Apple und Microsoft m\u00e4chtig Kopfzerbrechen bereitet. Dabei macht der Internetkonzern, der schon selbstfahrende Autos auf Stra\u00dfen und Parkpl\u00e4tze geschickt hat, keine halben Sachen. Vielmehr wurden in den vergangenen Monaten schon sieben Spezialunternehmen gekauft, die zum Beispiel Greifarme oder Sehsysteme entwickeln. Wie viel Geld Google f\u00fcr die einzelnen Unternehmen ausgegeben hat, ist nicht bekannt- wohl aber, dass Amazon im vergangenen Jahr f\u00fcr den Lagerroboterhersteller Kiva Systems 750 Millionen Dollar bezahlt hat. Es geht hier also nicht um Kleinigkeiten.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"610\" height=\"343\" src=\"\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/w40e1u0T1yg?rel=0\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe> <\/p>\n<p>Boston Dynamics wurde im Jahr 1992 von Marc Raibert gegr\u00fcndet, einem ehemaligen Professor am Massachusetts Institute of Technology. Zu den Robotern, mit denen das Unternehmen seither f\u00fcr Aufsehen gesorgt hat, geh\u00f6rt das Modell \u201eBig Dog\u201c. Das ist ein sehr schwerer, vierbeiniger Roboter, der beladen durch unwegsames Gel\u00e4nde und sogar auf Schnee und Eis laufen kann \u2013 besser als ein Mensch es unter solchen Bedingungen jemals k\u00f6nnte. Hinzu kommen Modelle wie \u201eCheetah\u201c, die nach dem Vorbild von Wildkatzen besonders schnell laufen k\u00f6nnen. Derzeit arbeitet Boston Dynamics an menschen\u00e4hnlichen Roboter-Modellen wie \u201ePetman\u201c und \u201eAtlas\u201c, die zum Beispiel nach Naturkatastrophen oder Unf\u00e4llen wie im japanischen Atomkraftwerk Fukushima eingesetzt werden sollen.<\/p>\n<p>Letzteres ist die Spezialit\u00e4t von \u201eAtlas\u201c, der im Rahmen eines Auftrags im Wert von 10,8 Millionen Dollar f\u00fcr die \u201eDarpa Robotics Challenge\u201c entwickelt wird \u2013 hier hoffen die Ingenieure zudem auf ein Preisgeld von 2 Millionen Dollar. \u201eCheetah\u201c wiederum ist das Modell, vor dem sich Usain Bolt auf einem Laufband f\u00fcrchten m\u00fcsste \u2013 und das zu Recht.<\/p>\n<h2>Spektrum der Zuk\u00e4ufe deckt gro\u00dfe Bandbreite ab<\/h2>\n<p>Die Zusammenarbeit mit der Darpa, der Forschungsagentur des amerikanischen Verteidigungsministeriums, ist f\u00fcr Boston Dynamics schon lange Unternehmensalltag. Darauf allein wird das Haus unter der neuen F\u00fchrung des milliardenschweren Unternehmens Google nun aber nicht mehr angewiesen sein. Raibert sagte der \u201eNew York Times\u201c, die \u00fcber die Transaktion zuerst berichtet hatte, er sei begeistert, dass Google und Rubin \u201esehr, sehr gro\u00df\u201c denken k\u00f6nnten und die Mittel h\u00e4tten, das auch umzusetzen.<\/p>\n<p><!--\/\/ End Fullscreen Foto \/\/-->    <\/p>\n<p>Welche Pl\u00e4ne nun \u201egro\u00df\u201c gedacht werden k\u00f6nnen, bleibt hingegen offen. Bisher deckt das Spektrum der Zuk\u00e4ufe eine gro\u00dfe Bandbreite ab, zum Beispiel das Unternehmen Schaft, das einen humanoiden Roboter bauen will. Ebenfalls zu Google geh\u00f6rt nun Industrial Perception, ein Entwickler von Sichtsystemen sowie mechanischen Armen zum Beladen und Entladen von Lastwagen. Auf menschen\u00e4hnliche Roboter und Arme spezialisieren sich auch Meka and Redwood Robotics.<\/p>\n<p>Es sollen aber wohl keine Roboter auf den Markt kommen, die einmal von Endverbrauchern gekauft werden, hei\u00dft es in den Berichten. Vielmehr ziele Google zum Beispiel auf die Industrieproduktion ab. Und da k\u00f6nnte die ganze angebliche Science Fiction dann doch auch f\u00fcr etablierte Roboterhersteller wie zum Beispiel Kuka ein Feld werden, das es im Auge zu behalten gilt. Ein m\u00f6gliches Einsatzgebiet f\u00fcr die Google-Roboter sei zum Beispiel die heute noch zum gro\u00dfen Teil manuelle Fertigung elektronischer Ger\u00e4te, ist zu h\u00f6ren.<\/p>\n<h2>Kampf um gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Effizienz<\/h2>\n<p>Denkbar sind aber auch Anwendungen im Online-Handel wie etwa eine automatisierte Auslieferung. Das w\u00e4re dann ganz wie bei Amazon, einem Unternehmen, das l\u00e4ngst als Wettbewerber von Google betrachtet werden muss. Denn auch Google hat in Amerika Pilotprojekte zum Thema \u201esame day delivery\u201c begonnen, also der Zustellung von im Internet bestellter Ware noch am selben Tag. Denkt man derartige Vorhaben in gr\u00f6\u00dferen Dimensionen, ist f\u00fcr die Anbieter jede Art von funktionierender Automatisierung wertvoll.<\/p>\n<p>Der Einsatz von Robotern und Automatisierungstechnik ist auch f\u00fcr andere Unternehmen aus der IT-Branche interessant, geht es doch \u00fcberall um den Kampf um die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Effizienz. Ablesen l\u00e4sst sich die Bedeutung auch an den gro\u00dfen Summen, die hier investiert werden. Apple zum Beispiel steckt im laufenden Gesch\u00e4ftsjahr in entsprechende Systeme 10,5 Milliarden Dollar, der koreanische Wettbewerber Samsung ist mit einem Investitionsprogramm von 22 Milliarden Dollar in diesem Bereich vertreten. So viel Geld lockt neue Anbieter auf den Plan. Und so wie Autohersteller pl\u00f6tzlich Google auf die Liste ihrer Wettbewerber setzen mussten, trifft dies nun auch auf Funac oder ABB zu, die neben Kuka den Markt f\u00fcr Industrieroboter dominieren. Ernst sollten sie die Amerikaner nehmen. Denn auch Rubin verglich sein Roboterprojekt zuletzt mit dem von Google entwickelten selbstfahrenden Auto, das sich zun\u00e4chst nach \u201eScience Fiction\u201c angeh\u00f6rt habe, nun aber recht nahe an der Realit\u00e4t sei. Laut Google k\u00f6nnten die Autos schon im Jahr 2017 ihr Marktdeb\u00fct haben.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise ist es daher eine gute Idee, seinen Kindern zu Weihnachten keine Spielekonsole, sondern einen Roboterbausatz zu schenken. Die lassen sich selbst programmieren und zusammenbauen, ganze Meisterschaften finden rund um sie und mit ihnen statt. Und die Baus\u00e4tze sind nicht so teuer, wie die Unternehmen, die Google nun gekauft hat. Die Kinder k\u00f6nnen sich zudem damit motivieren, dass auch Boston Dynamics immer wieder an Roboterwettbewerben teilnimmt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/google-plaene-kauf-dir-einen-roboter-12714212.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/google-plaene-kauf-dir-einen-roboter-12714212.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Google hat gro\u00dfe Pl\u00e4ne und wird zu einem Hersteller von Robotern. Amazon ist es schon. 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