{"id":20877,"date":"2013-12-11T16:21:19","date_gmt":"2013-12-11T16:21:19","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=20877"},"modified":"2013-12-11T16:21:19","modified_gmt":"2013-12-11T16:21:19","slug":"die-erste-kompaktkamera-die-telefonieren-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=20877","title":{"rendered":"Die erste Kompaktkamera, die telefonieren kann?"},"content":{"rendered":"<p>Das erste Smartphone, bei der die Kamera im Fokus steht: Macht Nokia mit dem 1020 unsere kompakte Kamera \u00fcberfl\u00fcssig? Das wollen wir aber doch mal sehen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Das erste Smartphone, bei der die Kamera im Fokus steht: So spricht Nokia, in diesem Weihnachtsgesch\u00e4ft massiv f\u00fcr das Lumia 1020 trommelnd, in der Werbung ausdr\u00fccklich die \u201eSmartphonefotografen\u201c an. Und genauso soll dieses Smartphone hier betrachtet werden: zusammen mit einem wei\u00dfen Camera Grip, der aus dem an sich sch\u00f6n schlanken Handy ein dickliches Kunststoff-Unikum mit der Anmutung einer \u2013 allerdings nicht telefonierenden \u2013 Samsung Galaxy Camera macht, ausschlie\u00dflich als Kamera. Daher \u2013 zun\u00e4chst \u2013 kein Wort \u00fcber das auf einen eingefleischten Androiden allenfalls putzig, vor allem aber eher umst\u00e4ndlich wirkende Gekachel von Windows Phone 8. Stattdessen gleich zur fabelhaftesten Leistung dieser Kamera: 41 Megapixel!<\/p>\n<p>Dieser Rekordwert kann allerdings nur solche Smartphonefotografen beeindrucken, denen ein eher sinnfreier Satz aus einem sogenannten Testbericht wie \u201eDer Sensor lichtet Motive mit der enormen Aufl\u00f6sung von 41 Megapixel ab und \u00fcbertrumpft damit sogar teure Vollformat-DSLRs wie die Nikon D800\u201c runter wie \u00d6l geht. Die blo\u00dfe Angabe der gerundete Gesamtzahl der Bildpunkte sagt bei dem 1\/1,5-Zoll-Sensor des Lumia 1020 herzlich wenig. Der auch mit der Gr\u00f6\u00dfenangabe 2\/3 Zoll bezeichnete Sensor hat eine Bilddiagonale von rund 11 Millimeter und etwa 6,5 Prozent der Fl\u00e4che eines Vollformatsensors. Das ist freilich wesentlich mehr als die meisten Handy-Kameras aufweisen k\u00f6nnen. Aber die in der Tat gro\u00dfe Megapixel-Zahl macht offenbar selbst den Anbieter so trunken, dass sich gleich an mehreren Stellen des Nokia-Materials unter \u201etechnische Daten\u201c die spa\u00dfige Angabe \u201eSensorgr\u00f6\u00dfe: 41 Megapixel\u201c findet.<\/p>\n<h2>Auch 33 MP ersetzen kein Zoom-Objektiv<\/h2>\n<p>Weitere Daten der Optik, an der Carl Zeiss als Qualit\u00e4t verhei\u00dfender Name prangt: Lichtst\u00e4rke 1:2,2 bei einer Brennweite, die weitwinkligen 26 Millimeter beim Kleinbildformat entspricht. Minimale Aufnahmeentfernung: 15 Zentimeter. Vier Meter weit reicht der eingebaute Xenon-Blitz, der drei Betriebsarten kennt: zwingend an und aus sowie Automatik. Die Kamera zeichnet Jpegs auf, und zwar in mehreren verschiedenen Kamera-Modi. W\u00e4hlt man die Kachel Kamera, dann erh\u00e4lt man ein 2592\u00d71936 Bildpunkte oder rund 5 Megapixel (MP) gro\u00dfes Bild- w\u00e4hlt man hingegen die Nokia Pro Cam, dann werden zwei Aufnahmen gemacht: eine 5-MP-Aufnahme (3072\u00d71728 Bildpunkte) sowie eine Version desselben Bildes in der Gr\u00f6\u00dfe 7712\u00d74352 Bildpunkte, also rund 33,6 Megapixel. Die Dateigr\u00f6\u00dfen der Jpegs belaufen sich auf um die 2 und um die 11 Megabyte. Bei dem dritten, Nokia Smart Camera hei\u00dfenden Modus wird eine Bildsequenz gemacht und zum Zweck der weiteren Bearbeitung mit etwa 20 Megabyte Gr\u00f6\u00dfe abgespeichert sowie eine \u201eBest shot\u201c-Aufnahme des Motivs als 5-MP-Bild.<\/p>\n<p>                \t                                                <!--\/\/ End Fullscreen Foto \/\/-->    <\/p>\n<p>Um zu erl\u00e4utern, was das \u201ehochaufgel\u00f6ste\u201c Bild von 33 MP Gr\u00f6\u00dfe bedeutet, ein praktisches Beispiel: Die komplette Aufname eines langen Restauranttischs mit Salzstreuer, Besteck und Gl\u00e4sern und einem Salatteller im Zentrum wird auf die Breite eines 19-Zoll-Bildschirms gebracht. Dann meldet ein Bildbetrachter und -bearbeiter wie Picasa oder der Photoshop Elements Editor, die Abbildung besitze nur 13 Prozent der tats\u00e4chlichen Gr\u00f6\u00dfe des Bildes. Bringt man den Abbildungsma\u00dfstab nun auf 100 Prozent, dann ist von dem Restauranttisch nichts mehr zu sehen, sondern weniger als ein Viertel des Salattellers des Sitznachbarn und ein riesiger Tomatenschnitz f\u00fcllen den gesamten Bildschirm. Wer nun allerdings glaubt, solches digitale Herausvergr\u00f6\u00dfern ersetze das Zoom-Objektiv einer Kompaktkamera gleichwertig, sieht sich get\u00e4uscht. In launigen Werbespots wird zwar so getan, als stecke im Lumia 1020 ein alles heranholender, noch dazu neu erfundener Zoom. Aber die Praxis sieht anders aus. (Ganz abgesehen davon, dass rechnerisches Zoomen ein alter Hut ist und Kompaktkameras in der Regel beides bieten: einen optischen Zoom durch Brennweitenverl\u00e4ngerung des Objektivs plus einen Digitalzoom.)<\/p>\n<h2>Trotz der Bildgr\u00f6\u00dfe: Es fehlt an Details<\/h2>\n<p>Wie f\u00fcr alles digitale Zoomen, das hei\u00dft rechnerisches Vergr\u00f6\u00dfern gilt: Was an Bilddetails in den vielen Megapixeln des Lumia 1020 nicht enthalten ist, l\u00e4sst sich auch durch eine Ausschnittvergr\u00f6\u00dferung nicht hineinhexen. Man kann zwar besagten Salatteller herausvergr\u00f6\u00dfern, so dass man ein v\u00f6llig anders zugeschnittenes Bild als das urspr\u00fcngliche erh\u00e4lt. Aber wenn die H\u00e4hnchenbruststreifen neben dem Tomatenschnitz so wenig optische wie auf der Zunge sensorische Textur haben, bekommen sie die auch nicht durchs digitale Vergr\u00f6\u00dfern. \u00dcberstrahlte \u201eleere Fl\u00e4chen\u201c ohne Details m\u00f6gen dabei als winziges Detail im urspr\u00fcnglichen Gesamtbild des Tischs \u00fcberhaupt nicht weiter auffallen. Sobald man aber auf den Salatteller hineinzoomt, werden diese und andere Bildm\u00e4ngel \u2013 die verwaschene Linie am Rand der Tomatenhaut, Blattsalat, der zwar grellgr\u00fcn, sonst aber gar nichts ist, Farbs\u00e4ume \u2013 un\u00fcbersehbar.<\/p>\n<p>                \t                                                <!--\/\/ End Fullscreen Foto \/\/-->    <\/p>\n<p>Nun muss man unterscheiden: Im Nahbereich und bei guter Tageslichtbeleuchtung gelingen mit dem Lumia 1020 Aufnahmen, in die man wesentlich besser hineinzoomen kann, als in Fotos bei schlechtem Licht oder \u00fcber gr\u00f6\u00dfere Distanz. Das meint: Schneekristalle auf Holunderbeeren im Vormittagslicht aus achtzig Zentimeter Entfernung \u2013 perfekt. Die Senderskala eines R\u00f6hrenradios bei Lampenlicht aus drei Meter Entfernung \u2013 eine Katastrophe. Wer unerschrocken weiter ins Bild hineinzoomt, kommt auch prompt an den Punkt, wo man vor lauter Pixeln gar nichts mehr erkennt. Aber schon eine ganze Weile vorher bemerkt man, dass den Bildern trotz ihrer enormen Gr\u00f6\u00dfe die Details fehlen. Spasseshalber musste eine Kompaktkamera von 2007 \u2013 diese Jahreszahl spielt in der Nokia-Werbung auch eine gewisse Rolle \u2013 gegen das Kameramodul des Lumia antreten. Das Ergebnis: In der Weitwinkelstellung schl\u00e4gt das Lumia-Bild die 7,5-MP-Aufnahme der alten Kamera- die aber holt mit ihrem optischen Zoom Details messerscharf heran, die sich genauso knackig mit dem Lumia nicht abbilden lassen.<\/p>\n<h2>Gro\u00dfes Plus: Zus\u00e4tzlicher Akku m\u00f6glich<\/h2>\n<p>Die Bedienung der Lumia-Kamera ist wie f\u00fcr ein Smartphone typisch. Eine ziemlich klein geratene Men\u00fczeile wird oben ins Bildfeld eingeblendet. Trifft man mit spitzem Finger und etwas Gl\u00fcck beispielsweise das Feld f\u00fcr die Belichtungskorrektur, dann schiebt sich von rechts ein virtuelles Einstellrad \u00fcber das Bild, an dem man mit Wischbewegungen Ver\u00e4nderungen vornimmt. Da lassen in nur ein wenig abgewandelter Gestaltung Bedienungsoberfl\u00e4chen von Samsung-Ger\u00e4ten gr\u00fc\u00dfen. Das ausgezeichnete AMOLED-Display ist selbstverst\u00e4ndlich ein Touchscreen, auf dem sich mit Fingerspreizen \u2013 in Grenzen \u2013 zoomen l\u00e4sst. Schaut man sich dann die Bilddateien auf dem Rechner an, hat man die herangezoomte Ansicht als 5-MP-Datei und dazu die gro\u00dfe 33-MP-Datei, diese jedoch mit der Weitwinkelperspektive. Abgesehen davon, dass die Bedienung \u00fcber virtuelle Tasten zeitraubender ist als echte Kn\u00f6pfe und Drehr\u00e4dchen an einer Kamera, f\u00e4llt auf, dass das Lumia 1020 (f\u00fcr rund 600 Euro) nicht gerade ein Sprinter ist, was Scharfstellen und Ausl\u00f6sen angeht. Der Griff, in den das Handy hineingeschoben wird, verbessert seine Handhabung als Kamera fraglos und hat den gro\u00dfen Vorteil, einen zus\u00e4tzlichen Akku zu enthalten. Eines \u00e4rgert an ihm: Bei bestimmungsgem\u00e4\u00dfem Gebrauch landet der Daumen immer wieder genau auf der virtuellen Taste, die die Internetsuche ausl\u00f6st \u2013 Schnappschuss ad\u00e9.<\/p>\n<p>Und fast alles wiederholt sich dann mit dem Nokia Lumia 1520, dem verschwisterten XXL-Smartphone, das mit seinem 6-Zoll-Bildschirm das Lumia 1020 und jedes andere Standardhandy weit \u00fcberragt und eine 20-MP-Kamera mitbringt. Auch hier wird aus der vollen Aufl\u00f6sung ein 5-MP-Foto herausgerechnet und separat gespeichert. Aber das 1520 bringt noch eine Reihe weiterer Neuerungen mit. Es ist das erste Windows Phone mit VierKern-Prozessor, wenngleich der Autofokus kaum an Tempo zulegt. Es hat im Unterschied zum Lumia 1020 einen Schacht f\u00fcr Speicherkarten, und es verwendet die bislang nur beim iPhone 5 und h\u00f6her gebr\u00e4uchliche Nano-Sim. Im praktischen Gebrauch f\u00e4llt vor allem eins auf: Die auf 1920\u00d71080 Pixel gesteigerte Displayaufl\u00f6sung, die auf dem Startbildschirm eine weitere Kachelreihe erlaubt. Die Anzeige ist so kontrastreich, dass man auf AMOLED tippt, tats\u00e4chlich ist es aber ein IPS-LCD-Schirm. Die vielen kleinen Verbesserungen des Betriebssystems wird auch das Lumia 1020 sukzessive erhalten. Dass man mehr sieht, mehr \u00dcbersicht hat, vor allem beim Surfen im Netz, ist neben der schieren Gr\u00f6\u00dfe kaufentscheidend f\u00fcr dieses \u201ePhablet\u201c, das jetzt f\u00fcr fast 800 Euro in den Handel kommt.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/nokia-lumia-1020-und-1520-die-erste-kompaktkamera-die-telefonieren-kann-12701349.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/computer-internet\/nokia-lumia-1020-und-1520-die-erste-kompaktkamera-die-telefonieren-kann-12701349.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das erste Smartphone, bei der die Kamera im Fokus steht: Macht Nokia mit dem 1020 unsere kompakte Kamera \u00fcberfl\u00fcssig? 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