{"id":20745,"date":"2013-12-06T12:16:16","date_gmt":"2013-12-06T12:16:16","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=20745"},"modified":"2013-12-06T12:16:16","modified_gmt":"2013-12-06T12:16:16","slug":"was-wusste-anshu-jain-von-den-zinsabsprachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=20745","title":{"rendered":"Was wusste Anshu Jain von den Zinsabsprachen?"},"content":{"rendered":"<p>Bislang hatte der Libor-Skandal f\u00fcr den Deutsche-Bank-Ko-Vorstandschef Anshu Jain keine gravierenden Folgen. Nun hakt die Bankenaufsicht in der Deutschen Bank tiefer nach und fordert Gerichtsakten an.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Der Skandal um manipulierte Zinsen in der Deutschen Bank k\u00f6nnte doch noch Folgen f\u00fcr den Ko-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain haben. Die Bankenaufsicht hatte zwar nach einer ersten Sonderpr\u00fcfung im August diesen Jahres Kontrollm\u00e4ngel in der Deutschen Bank wie Verst\u00f6\u00dfe gegen das Vier-Augen-Prinzip und eine zu geringe Dokumentation ger\u00fcgt, weil sie damit Preisabsprachen zwischen wenigen H\u00e4ndlern erm\u00f6glicht haben soll. Die Aufsicht hat aber den seinerzeit verantwortlichen Investmentbanking-Vorstand Jain nicht verwarnt, weil sie keine Mitschuld des Vorstandes erkannt hat. Inzwischen jedoch hat die Bafin die Sonderpr\u00fcfung in der Deutschen Bank ausgeweitet, wie schon im Oktober berichtet. Am Freitag sagte nun ein Eingeweihter: \u201eDie Bafin hakt immer tiefer nach. Dabei geht es nat\u00fcrlich auch darum zu pr\u00fcfen, ob und was der Vorstand gewusst hat.\u201c<\/p>\n<p>Bisher stellt die Deutsche Bank die Manipulation von Zinsen als eine Verfehlung weniger Mitarbeiter gegen auch hausinterne Regeln dar. Als am Mittwoch die EU-Kommission deshalb eine <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/wegen-zinsmanipulation-eu-verhaengt-1-7-milliarden-euro-strafe-gegen-banken-12694063.html\">Rekordkartellbu\u00dfe von 1,7 Milliarden Euro gegen sechs Geldh\u00e4user<\/a> verh\u00e4ngte und allein die Deutsche Bank 725 Millionen Euro zahlen musste, reagierte die Deutsche Bank nach schon bekanntem Muster: Sie sprach von Fehlverhalten \u201eeinzelner Mitarbeiter in der Vergangenheit\u201c. Gleichzeitig gelobten Jain und sein Vorstandskollege J\u00fcrgen Fitschen Besserung: Mehr Kontrollen durch neue Mitarbeiter und eine bessere IT.<\/p>\n<h2>Fitschen gegen Sch\u00e4uble<\/h2>\n<p>Am Freitag verteidigte zudem der Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner Fitschen gegen Kritik von Finanzminister Wolfgang Sch\u00e4uble. Dieser hatte den Banken vorgeworfen, ihre Kreativit\u00e4t, Regeln zu umgehen, sei weiter gro\u00df. Dem hatte Fitschen deutlich widersprochen und sich nach Ansicht Sch\u00e4ubles \u201eim Ton vergriffen. \u201eIm Prozess zur Vergangenheitsbew\u00e4ltigung gibt es st\u00e4ndig Anl\u00e4sse, \u00fcber ein und denselben Vorgang erneut zu berichten\u201c, sagte Achleitner. \u201eDadurch wird der Eindruck erweckt, Banker h\u00e4tten noch immer nichts gelernt \u2013 haben sie aber.\u201c<\/p>\n<p>Doch die Bankenaufsicht hat daran offenbar Zweifel. Zumindest l\u00e4sst die Bafin auch nach der Rekordstrafe die Deutsche Bank und Jain wegen der manipulierten Zinsen nicht aus dem Schwitzkasten. In Finanzkreisen wird best\u00e4tigt, dass sie die Akten zu dem Arbeitsgerichtsprozess angefordert hat, in dem vier H\u00e4ndler der Deutschen Bank ihren Vorgesetzten Alan Cloete belastet haben. Der ehemalige Chef der Sparte Devisen- und Geldhandel ist enger Mitarbeiter Jains. Vor Gericht sagten seine fr\u00fcheren Mitarbeiter aus, Cloete habe, als er die H\u00e4ndler \u00fcber die K\u00fcrzung von Boni informierte, auch die internen Untersuchung der Zinsmanipulationen f\u00fcr beendet erkl\u00e4rt \u2013 mit dem Hinweis, dass der damalige Investmentbank-Vorstand Jain vor seiner Berufung zum Vorstandsvorsitzenden im Mai 2012 nicht besch\u00e4digt werden solle. Die Deutsche Bank bestreitet dies.<\/p>\n<h2>Sonderpr\u00fcfung der Bafin k\u00f6nnte noch mindestens bis Ostern dauern<\/h2>\n<p>Eingeweihte gehen davon aus, dass die vertiefte Sonderpr\u00fcfung der Bafin in der Deutschen Bank noch bis mindestens Ostern 2014 dauern wird. Falls die Bafin zum Ergebnis kommen sollte, ein Vorstand habe Preisabsprachen gebilligt, davon gewusst oder sie zumindest erm\u00f6glicht, m\u00fcsse sie die Frage stellen, ob dieser Vorstand noch zuverl\u00e4ssig und fachlich geeignet sei, eine Bank zu f\u00fchren. Die Bafin kann Ma\u00dfnahmen gegen Bankvorst\u00e4nde verf\u00fcgen, die von einem \u201emissbilligenden Schreiben\u201c hin zur Abberufung reichen.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/libor-skandal-was-wusste-anshu-jain-von-den-zinsabsprachen-12698906.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/libor-skandal-was-wusste-anshu-jain-von-den-zinsabsprachen-12698906.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bislang hatte der Libor-Skandal f\u00fcr den Deutsche-Bank-Ko-Vorstandschef Anshu Jain keine gravierenden Folgen. 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