{"id":20741,"date":"2013-12-07T12:16:16","date_gmt":"2013-12-07T12:16:16","guid":{"rendered":"http:\/\/de.newseurope.info\/?p=20741"},"modified":"2013-12-07T12:16:16","modified_gmt":"2013-12-07T12:16:16","slug":"zwei-grosbanken-auf-unterschiedlichen-wegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.newseurope.info\/?p=20741","title":{"rendered":"Zwei Gro\u00dfbanken auf unterschiedlichen Wegen"},"content":{"rendered":"<p>Die UBS, in der Krise schwer getroffen, hat ihre Strategie ge\u00e4ndert und ihre F\u00fchrung erneuert. Die Deutsche Bank will weiterhin eine der gro\u00dfen Universalbanken der Welt werden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"First\">Mit dem Namen Axel Weber verbindet sich das Schicksal der Deutschen Bank und der schweizerischen UBS. Nach seinem unerwarteten R\u00fccktritt vom Amt des Pr\u00e4sidenten der Deutschen Bundesbank im Fr\u00fchjahr 2011 war Axel Weber als Nachfolger Josef Ackermanns in der Rolle des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank im Gespr\u00e4ch. Der Wechsel kam nicht zustande. Nachfolger Ackermanns wurden mit Anshu Jain und J\u00fcrgen Fitschen zwei M\u00e4nner, die schon unter Ackermann f\u00fchrende Positionen in der Bank eingenommen hatten.<\/p>\n<p>Jain und Fitschen sprechen von einem Kulturwandel und propagieren eine \u201eStrategie 2015 plus\u201c. Sie sieht neben der in der Branche unausweichlichen Reduzierung von Kosten und Risiken und der St\u00e4rkung des Eigenkapitals durchaus einige \u00c4nderungen am alten Gesch\u00e4ftsmodell vor, darunter eine B\u00fcndelung der Kr\u00e4fte in der Verm\u00f6gensverwaltung. Grunds\u00e4tzlich aber h\u00e4lt die Deutsche Bank an ihrer strategischen Ausrichtung der vergangenen Jahre fest: Sie will eine der bedeutendsten Universalbanken der Welt werden und sieht sich weiterhin als eine der f\u00fchrenden Investmentbanken in der Welt.<\/p>\n<p><!--\/\/ End Fullscreen Foto \/\/-->    <\/p>\n<p>Weber wurde derweil Vorsitzender des Verwaltungsrats der schweizerischen UBS. In Z\u00fcrich trat er in ein Haus ein, das vor der Krise als eine der besten Banken der Welt gegolten hatte. Ackermann hatte vor der Krise die UBS sogar als eine Art Vorbild f\u00fcr die Deutsche Bank bezeichnet. Umso \u00fcberraschender war die Wucht, mit der die Krise die Nummer eins unter den Schweizer Banken traf. Wahre Abgr\u00fcnde taten sich auf.<\/p>\n<h2>Die staatliche Rettung der gr\u00f6\u00dften Schweizer Bank<\/h2>\n<p>Die UBS in der Schweiz war eine der ersten internationalen Banken, welche die amerikanische Immobilienkrise bis ins Mark traf. Schon 2007 drehte der Gewinn des Vorjahres von 11,5 Milliarden in einen Verlust von gut f\u00fcnf Milliarden Franken. Danach blieb kaum ein Stein auf dem anderen. Personell folgten im Vorstandsvorsitz auf den 2007 zur\u00fcckgetretenen Peter Wuffli die Krisenmanager Marcel Rohner, Oswald Gr\u00fcbel und nach der Abodoli-Aff\u00e4re 2011 Sergio Ermotti. An der Spitze des Verwaltungsrats kam es ebenfalls zu drei Wechseln. Peter Kurer l\u00f6ste im Mai 2008 Marcel Ospel ab.<\/p>\n<p>Ospel, der Hauptverantwortliche f\u00fcr das UBS-Desaster, war schon abgetreten, als Regierung und Notenbank der Schweiz am 16. Oktober 2008 im Sog der Lehman-Pleite die gr\u00f6\u00dfte Bank des Landes auffangen mussten. Heute wei\u00df man, dass der Kraftakt ein gl\u00fcckliches Ende fand. Schon im Sommer 2009 konnte sich die Regierung wieder zur\u00fcckziehen und dabei aus ihrem Sechs-Milliarden-Franken-Einsatz einen unverhofften Gewinn von 1,2 Milliarden Franken (knapp eine Milliarde Euro) ziehen. Auch die \u201eBad Bank\u201c der UBS kam gut davon, die Nationalbank darf nach der Aufl\u00f6sung in diesem Jahr mindestens 3,5 Milliarden Franken \u00dcberschuss erwarten.<\/p>\n<p>Ungeachtet des gl\u00fccklichen Ausgangs war die staatliche Rettung der UBS f\u00fcr die Schweizer ein Schlag, der bis heute nachwirkt. Die Schockwellen wurden noch verst\u00e4rkt, als ruchbar wurde, in welchem Ausma\u00df UBS-Banker Steuerhinterziehern in den Vereinigten Staaten beim Verstecken der Verm\u00f6gen geholfen hatten.<\/p>\n<h2>UBS will sich auf Kerngebiet zur\u00fcckbesinnen<\/h2>\n<p>2009 wurde zu einem Entscheidungsjahr: Die UBS zahlte eine Bu\u00dfe von 780 Millionen Dollar und lieferte nahezu 5000 Kundendaten an die Amerikaner. Wegen dieser Altlasten-Aktion steht die Bank im Gegensatz zur Konkurrenz nicht mehr im Visier des amerikanischen Justizministeriums, aber ihre S\u00fcnden leiteten das Ende des Bankgeheimnisses in der Schweiz ein.<\/p>\n<p>Von der in der Woche von der EU-Kommission verh\u00e4ngten Bu\u00dfen wegen der Manipulation von Zinss\u00e4tzen blieb die UBS verschont, weil sie als Kronzeugin aussagte. Ansonsten h\u00e4tte die UBS hierf\u00fcr sogar 2,5 Milliarden Euro aufbringen m\u00fcssen, w\u00e4hrend die Deutsche Bank 725 Millionen Euro zahlen muss. S\u00fcnden lassen sich schlecht gegeneinander aufrechnen. Aber die bessere Entwicklung ihres Aktienkurses d\u00fcrfte nicht damit zu erkl\u00e4ren sein, dass die Anleger die UBS f\u00fcr tugendhafter hielten als die Deutsche Bank. Eine globale Bank in der R\u00fcckbesinnung auf ihr Kerngebiet Verm\u00f6gensverwaltung, mit sauberen Gesch\u00e4ften und dennoch hervorstechenden Renditen: Diesen Anspruch versucht die UBS-F\u00fchrungsmannschaft in die Tat umzusetzen, obwohl sie in zahlreiche Rechtsh\u00e4ndel auch aus der j\u00fcngeren Vergangenheit verwickelt ist. Weber und Ermotti wollen, nicht zuletzt unter dem Druck der Aufsichtsbeh\u00f6rden, den Weg weisen. Hierzu geh\u00f6rt, dass die Bank kr\u00e4ftig zurechtgestutzt wird und das Investmentbanking eingedampft wurde. Betroffen ist in erster Linie der Verkauf von Anleihen, der einst mit amerikanischen Hypothekenpapieren aus dem Ruder gelaufen war.<\/p>\n<p>Neben der Verkleinerung der Risikopositionen sollen Kapitalanreicherungen die UBS wieder zu einer der st\u00e4rksten Banken in der Welt machen. \u201eToo big to fail\u201c \u2013 diese Gefahr wird auch in anderer Hinsicht vermindert. Die Aufseher dringen auf eine Abtrennung des essentiellen Inlandsgesch\u00e4fts vom Rest der Bank. Der Credit Suisse hat schon reagiert, die UBS arbeitet daran.<\/p>\n<h2>Umgang mit der amerikanischen Konkurrenz<\/h2>\n<p>Sehr verschieden ist auch die Tonalit\u00e4t, mit der die f\u00fchrenden Vertreter der Deutschen Bank und der UBS auf die Folgen der Krise und die neuen Regulierungen reagieren. Ob Weber, der schon als Wirtschaftsprofessor dezidiert marktwirtschaftliche Positionen vertrat, alle Regulierungen in seinem Inneren guthei\u00dft, ist eine Frage. Aber in der UBS wei\u00df man, dass ein Kollaps der Bank die Schweiz auf ungeheure Weise fordern w\u00fcrde. Daher gibt man sich gel\u00e4utert. Die Deutsche Bank hat eine Kultur des Klagens entwickelt &#8211; sei es \u00fcber Regulierungen insgesamt, wie der j\u00fcngste Disput zwischen Fitschen und Bundesfinanzminister Wolfgang Sch\u00e4uble belegt, \u00fcber Vorhaltungen, die Bilanzsumme der Deutschen Bank (die eine der gr\u00f6\u00dften Bilanzsummen der Welt hat) sei im Verh\u00e4ltnis zum Eigenkapital zu gro\u00df, \u00fcber amerikanische Forderungen, dort unmittelbar Eigenkapital f\u00fcr in Amerika betriebene Gesch\u00e4fte zu hinterlegen.<\/p>\n<p>Die Strategien der UBS und der Deutschen Bank unterscheiden sich auch im Umgang mit der amerikanischen Konkurrenz. Mit dem R\u00fcckzug aus dem Investmentbanking vermeidet die UBS den frontalen Wettbewerb mit den Riesen aus der Wall Street. Sie begegnet ihnen zwar auf dem Markt f\u00fcr Verm\u00f6gensverwaltung, aber dort wird weniger sichtbar gefochten. Mit ihrem Anspruch, eine f\u00fchrende internationale Universalbank und eine international f\u00fchrende Investmentbank zu sein, legt sich die Deutsche Bank nicht nur mit einer Investmentbank wie Goldman Sachs an, sondern auch mit global agierenden Universalbanken wie J.P. Morgan und Citi. Amerikanische Konkurrenten, die namentlich nicht genannt werden wollen, verweisen trotz aller Erfolge der Deutschen Bank auf zwei strategische Schw\u00e4chen: Erstens ist der deutsche Heimatmarkt der Deutschen Bank sehr viel kleiner als der amerikanische Heimatmarkt von J.P. Morgan &#038;amp- Co. Und zum Zweiten wird die Deutsche Bank in der Wall Street immer als Auslandsbank wahrgenommen werden, auch wenn sie viele tausend Amerikaner besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Das Urteil der B\u00f6rse sieht so aus: Die Deutsche Bank ist dort 34 Milliarden Euro wert, die UBS 51 Milliarden Euro, Goldman Sachs 57 Milliarden Euro und J.P. Morgan 154 Milliarden Euro.<\/p>\n<div class=\"source\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/ubs-und-deutsche-bank-zwei-grossbanken-auf-unterschiedlichen-wegen-12698862.html\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/ubs-und-deutsche-bank-zwei-grossbanken-auf-unterschiedlichen-wegen-12698862.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die UBS, in der Krise schwer getroffen, hat ihre Strategie ge\u00e4ndert und ihre F\u00fchrung erneuert. 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